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So läuft es mit den mobilen Impfteams an den Schulen

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Vieles wird getan, um Lehrer, Kinder und Jugendliche in der Region vor Corona zu schützen. Es gibt aber Kritik an der Bürokratie an Schulen.

Impfbus an der Wilhelm-Maybach- und Johann- Jakob-Widmann-Schule.
Foto: Andreas Veigel
Impfbus an der Wilhelm-Maybach- und Johann- Jakob-Widmann-Schule. Foto: Andreas Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Der Impfbus an Heilbronner Schulen gilt als Erfolg. Auch im Landkreis Heilbronn war ein mobiles Impfteam einmal an einer Schule.

Das wöchentlich vorgeschriebene mehrmalige Testen der Schüler für den Präsenzunterricht läuft weitestgehend ruhig ab, unterdessen kritisieren Schulen die Bürokratie.

Rektoren haben viel zu verwalten

Für Jana Kolberg, Kreissprecherin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hohenlohe, hat das Schuljahr gut begonnen. "Es ist schön, wieder in Präsenz zu sein." Sie bedauert allerdings die Rektoren: "Die ersaufen in Verwaltung." Bei den sich ständig verändernden Bedingungen verliere man den Überblick. Schwierig sei, was in Sachen Impfen getan werden könne. Und die Frage treibt sie um: Was passiert, wenn es in die Warnstufe übergeht? Wohl seien nur etwa zehn Prozent der Kollegen nicht geimpft. "Doch durch solche Fragestellungen vermischen sich privater und dienstlicher Bereich."


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Die Lehrerversorgung ist unzureichend

Noch ein Punkt macht Jana Kolberg große Sorgen: Schon jetzt, gleich zu Beginn, sei die Lehrerversorgung unter 100 Prozent. Da durch Schwangerschaften und anderes mit langfristigen Ausfällen zu rechnen ist, fürchtet Jana Kolberg extrem hohe Belastungen für die Kollegen in den Klassen. Wie hier noch das Förderprojekt Rückenwind gestemmt werden soll, kann sie sich nicht vorstellen.

Gut und wichtig sei, bei den Kindern nach eineinhalb Jahren Corona genau hinzusehen. Schon jetzt seien verfügbare Menschen an den Schulen, sei es aus Vereinen oder dem Ehrenamt. Um eines ist Jana Kolberg aber froh: Die Bemühungen aller seien groß, mit Sicherheitsmaßnahmen den Präsenzunterricht am Laufen zu halten. Selbst bei Maskenverweigerern sei es letztlich in Gesprächen gelungen, Verständnis für die Notwendigkeit zu schaffen.

Maskenverweigerer und Eltern, die ihre Kinder nicht testen lassen wollen, machen Schulleitern das Leben schwer. Denn: Was tun mit Schülern, die sich nicht testen lassen und damit keinen Zutritt zum Schulgebäude haben? Einfach daheim lassen? Geht nicht. Es gilt die Schulpflicht. Kommen die Eltern dieser Pflicht nicht nach, kann ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden, erklärt Frank Eber, Leiter des Bildungszentrums Bretzfeld. Das wolle man vermeiden, sagt er. Dafür müssten sich in der Schule getestete Schulkinder nicht mehr für 3G ausweisen. Es genüge, wenn sie als Schüler erkennbar seien.

Der Impfbus kommt gut an

In der Stadt Heilbronn steuerte der Impfbus Schulen an, und regelmäßig bildeten sich dann Schlangen. "Der Impfbus lief an allen Schulen gut", sagt Melanie Haußmann, Geschäftsführende Schulleiterin in der Stadt. Auch Erwachsene schauten vorbei. Die Rektorin der Heinrich-von-Kleist-Realschule begrüßt diese Aktionen des mobilen Impfteams. "Das ist ein niederschwelliges Angebot."

Mit Listen behalten die Schulen den Überblick, wer von den Jugendlichen geimpft ist und wer sich weiterhin regelmäßig testen lassen muss. "Manche Kinder lassen sich testen, obwohl sie schon geimpft sind." Nur wenige Eltern lehnen es ab, dass ihre Kinder getestet werden. "Wir versuchen, ihnen die Bedenken zu nehmen", berichtet Melanie Haußmann. Den Müttern und Vätern habe man gezeigt, wie Selbsttests angewendet werden. "Wir wollen mit Transparenz eine Offenheit schaffen."

Es ist nicht mehr möglich, so wie vergangenes Schuljahr formlos sein Kind vom Präsenzunterricht abzumelden. Zugleich müssen Kinder getestet werden, um am Unterricht teilzunehmen. Christoph Eberlein, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats Heilbronn, begrüßt die harte Linie des Landes. "Präsenzunterricht ist das Beste." Er wünscht sich aber Ausnahmen bei Corona-Fällen.

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