Rathaus Neckarsulm setzt auf Headhunter, um Mitarbeiter zu finden
Bei der Suche nach Fachkräften greifen Rathäuser auf viele Maßnahmen zurück, Neckarsulm und Öhringen investieren sogar in externe Dienstleister. Eppingen und Heilbronn halten wenig davon. Auch beim Lohn gibt es ein Plus.
Rathäuser brauchen Fachkräfte, und viele nutzen das ganze Portfolio an Möglichkeiten, um Lücken zu schließen. Jüngst hat ein Headhunter für die Neckarsulmer Stadtverwaltung in sozialen Netzwerken für die freie Führungsposition im Kultur- und Sportamt geworben. Andere Kommunen in der Region gehen mit Personaldienstleistern eher zurückhaltend um. Außerdem gewährt Neckarsulm bei einigen Mitarbeitern eine extra Bezahlung.
Nach Headhunter-Einsatz hat Neckarsulm schon zwei Stellen besetzt
"Besonders bei Funktionen im technischen Bereich beauftragt die Stadt seit dem Jahr 2020 regelmäßig Personaldienstleister, um Fachkräfte zu gewinnen", betont Neckarsulms Rathaussprecher Andreas Bracht auf Anfrage. Aufgabe dieser Fachleute sei es, potenzielle Kandidaten zu kontaktieren. "Bislang gab es insgesamt vier Verfahren, in denen externe Personaldienstleister eingesetzt wurden." Zwei Stellen seien so besetzt worden. Zu den Kosten sagt die Stadt nichts.
Auch in anderen Bereichen holt sich das Rathaus Unterstützung ins Haus. "Die Stadt Neckarsulm greift bei einer Vielzahl von Maßnahmen und Projekten auf externe Dienstleister zurück", so Andreas Bracht. "In bestimmten Fällen, etwa bei europaweiten Ausschreibungen, wird das spezialisierte Fachwissen externer Experten benötigt." Bei den technischen Ämtern mache es die angespannte Personalsituation erforderlich, "sich auf die originären Bauherrenaufgaben zu konzentrieren und Planungsleistungen an externe Architektur- und Ingenieurbüros zu vergeben". Externes Fachwissen werde ebenfalls benötigt, um in neuen Aufgabenfeldern fundierte Arbeitsgrundlagen zu schaffen.
Plus beim Tariflohn: Rechnungsprüfer hinterfragen Arbeitsmarktzulage
Unterdessen blickt das Neckarsulmer Rechnungsprüfungsamt kritisch auf die sogenannte Arbeitsmarktzulage, die das Rathaus einigen Mitarbeitern gewährt. Im jüngst vorgelegten Prüfungsbericht heißt es, dass das Personalamt "nicht inflationär" damit umgehen solle. Rathaussprecher Andreas Bracht betont dazu: "In Bereichen, in denen Fachkräftemangel herrscht, steht die Stadt im Wettbewerb mit anderen Kommunen und der Privatwirtschaft." Bei technischen Berufen sei der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt, die wenigen verfügbaren Fachkräfte könnten die Vorteile des Arbeitnehmermarktes für sich nutzen: "Sie haben ausgezeichnete Aussichten am Arbeitsmarkt und können sich die Arbeitgeber aussuchen."
Die Arbeitsplatzsicherheit des öffentlichen Dienstes ziehe in dieser Situation als Anreiz nicht mehr, zumal die Privatwirtschaft häufig bessere finanzielle Konditionen biete. Andreas Bracht: "Vor allem bei Führungspositionen ist das Entgelt rein nach Tariftabelle auf dem Arbeitsmarkt nicht konkurrenzfähig." Vor diesem Hintergrund stelle die Arbeitsmarktzulage eine außertarifliche Möglichkeit dar, neue Mitarbeiter in Mangelberufen zu gewinnen oder Mitarbeiter, die bei der Stadt in solchen Funktionen tätig sind, zu binden. "Die Stadt wendet das Instrument der Arbeitsmarktzulage nur in spezifischen Einzelfällen an", sagt Andreas Bracht - meist auch nur befristet.
Das halten Öhringen und Eppingen von den Maßnahmen
Die Stadt Öhringen hat schon einmal einen Headhunter eingesetzt - für eine Stelle im Bauamt, die dann besetzt werden konnte, sagt Monika Pfau, Mitarbeiterin im Persönlichen Büro des Oberbürgermeisters. Über die Gewährung der Arbeitsmarktzulage werde nachgedacht.
Eppingen habe bei der Personalgewinnung noch keine Headhunter benötigt, sagt Rathaussprecherin Vanessa Heitz. Die Arbeitsmarktzulage zur Fachkräftebindung komme im IT-Sektor zum Tragen. Es betreffe nur eine Person.
So sucht Heilbronns Verwaltung die Fachkräfte
Heilbronn reduziert laut Rathaussprecherin Suse Bucher-Pinell den Einsatz von Personaldienstleistern und Headhuntern "auf ein Minimum". Sie betont: "Die Erfahrungen sind aus interkommunaler Sicht eher bescheiden, weil auch Personaldienstleister mit dem Fachkräftemangel umgehen müssen." Die Stadt Heilbronn gewähre die Arbeitsmarktzulage "unter den strengen Voraussetzungen des Tarifvertrages im Einzelfall zur Personalgewinnung und -bindung". Suse Bucher-Pinell sagt: "Ganzen Bereichen Zulagen zu gewähren ist nach unserer Einschätzung tarifwidrig."
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