Warum vor dem Heilbronner Bordell H7 Container stehen
Seit einiger Zeit stehen vorm Bordell H7 in der Heilbronner Hafenstraße Container. Das Gebäude wird nicht umgebaut. Welchen Zweck die Container erfüllen.

Mit Containern reagiert der Betreiber des Bordells H7 in der Heilbronner Hafenstraße auf eine Gesetzesänderung. Das Prostituiertenschutzgesetz aus dem Jahr 2017 formuliert Mindeststandards für Prostitutionsstätten. Demnach dürfen die für sexuelle Dienstleistungen genutzten Räume nicht als Schlaf- oder Wohnräume genutzt werden.
Platz für zwölf Frauen
"Arbeitszimmer und Schlafzimmer müssen getrennt sein", sagt der Geschäftsführer des H7, der namentlich ungenannt bleiben möchte. Es habe Übergangsfristen zur Umsetzung des Gesetzes gegeben. Während der Corona-Zeit sei im H7 einiges in Eigenleistung renoviert worden. Die neuen Container böten nun zwölf Schlafzimmer für die Frauen. Genauso viele Zimmer gebe es im Bordell. Die Container seien eine Dauereinrichtung.
Die Stadt Heilbronn ist Eigentümerin des Gebäudes. Christian Netzlaff, Abteilungsleiter Baurecht beim Planungs- und Baurechtsamt, teilt in einer E-Mail mit, dass die gesetzlichen Vorgaben durch die Schlafcontainer umgesetzt seien. Für sie sei die Baufreigabe erteilt worden.
So viele Prostituierte melden sich im Rathaus an
Das 2017 geänderte Gesetz verpflichtet außerdem Prostituierte dazu, ihre Tätigkeit beim Ordnungsamt anzumelden. Sie müssen ein allgemeines Informations- und Beratungsgespräch sowie regelmäßige gesundheitliche Beratungen wahrnehmen.
Beim Heilbronner Ordnungsamt melden sich im Schnitt etwa 200 Prostituierte pro Jahr an, teilt Sprecherin Claudia Küpper mit. Eine Anmeldung erlaubt es ihnen, ihre Tätigkeit bundesweit auszuüben. Erfahrungsgemäß wechselten die meisten nach wenigen Wochen den Arbeitsort und sie kämen teilweise im Abstand von einigen Monaten wieder.
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