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Neue Mensa am Heilbronner Bildungscampus eröffnet

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Die neue Mensa auf dem Bildungscampus nimmt mitten in der Corona-Krise ihren Betrieb auf. Sie soll nicht nur ein Ort fürs Mittagessen sein, sondern ein Mittelpunkt für das soziale Leben.

Der falsche Tag für eine Mensa-Eröffnung: Die Sonne scheint zwar, doch der Campus wirkt angesichts der Corona-Krise wie ausgestorben.
Der falsche Tag für eine Mensa-Eröffnung: Die Sonne scheint zwar, doch der Campus wirkt angesichts der Corona-Krise wie ausgestorben.  Foto: Gleichauf, Christian

Diesen Tag hatte sich sich Stefan Göbel anders vorgestellt. Dem Betriebsleiter der neuen Mensa auf dem Bildungscampus ist die Enttäuschung anzusehen. "Am Freitag waren noch Handwerker da, am Samstag haben wir angefangen vorzukochen." Jetzt wartet der geräucherte "Lachs Bellevue" neben den Berner Rollen darauf, angeschnitten zu werden. Die wenigen Gäste, die trotz der Corona-Krise zum Mittagessen kommen, sind sichtlich angetan.

Nach nur anderthalb Jahren Bauzeit hat die Mensa ohne viel Aufhebens den Betrieb aufgenommen. Die für Mittwoch geplante Einweihungsfeier wurde - wie so viele Veranstaltungen - abgesagt.

Ein weiterer architektonischer Glanzpunkt

Architekt Achim Söding vom Stuttgarter Büro Auer Weber schuf diesen baulichen Aha-Effekt inmitten einer Gebäudelandschaft, die nur so wimmelt von architektonischen Glanzpunkten. Rundherum die klar gegliederten Seminargebäude, dazwischen der grüne Hügel, der von außen keinen Hinweis darauf gibt, dass hier täglich mehr als 1000 Studierende, Professoren, sonstige Beschäftigte und auch Gäste verköstigt werden können.

Fast keine Mensa hat mehr geöffnet

21 Mensen und Caféterien betreibt das Studierendenwerk Heidelberg. Die neue Mensa in Heilbronn gehört mit zwei weiteren in Heidelberg zu den wenigen, die noch geöffnet haben. Am Montag kurz vor Mittag begrüßen die Mitarbeiter gespannt die ersten Besucher. Die meisten von ihnen sind Beschäftigte, kaum ein Student ist noch da.

Angelique Vogt etwa hat gerade erst beim Veranstaltungsmanagement der Schwarz Campus Service GmbH eine neue Stelle angetreten und ist begeistert von der neuen Mensa. "Die Leute sind freundlich, achten penibel auf die Hygienemaßnahmen, und das Essen war sehr gut."


Vegetarier müssen hier nicht lange suchen

Betriebsleiter Göbel, der mit seiner Ehefrau Valeria 24 Jahre die Harmonie-Gaststätte geführt hatte, leitete zuletzt die Mensa auf dem Hochschulcampus Sontheim. Jetzt ist er stolz auf seinen neuen Betrieb unter dem Campus-Platz. Und er weiß, dass er sich in der Innenstadt in einer Konkurrenzsituation befindet: "Wir haben hier auch viele Leute, die Geld verdienen, denen muss man schon etwas bieten."

Täglich gibt es somit zwei Fleischgerichte, ein Fischgericht, ein komplett veganes Gericht und Angebote für Vegetarier. Dazu gibt es das "Front Cooking" - etwa die Wok-Station, wo vor den Gästen gekocht wird. "Die Vegetarier stehen fast schon an erster Stelle bei uns", sagt Stefan Göbel.

 


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Die Sonne scheint, der Campus wirkt nahezu wie ausgestorben an diesem Tag. Auch das DHBW Center for Advanced Studies und die Hochschule stellen den Betrieb weitgehend ein und folgen damit den anderen Einrichtungen. Die Bibliothek ist nur noch für die schnelle Ausleihe geöffnet.
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Neue Mensa am Heilbronner Bildungscampus schon wieder geschlossen


 

Corona: Bedien-Kasse ist nicht besetzt

Abgerechnet wird nach Gewicht, und zwar weitgehend automatisiert. Jeder Teller hat einen Barcode, so kann jedes Mittagessen an einer der fünf Selbstbedienungstheken bezahlt werden. Auch Gäste müssen sich mit dieser Technik derzeit auseinandersetzen, denn die Bedien-Kasse mit Bargeldannahme ist wegen der Corona-Gefahr nicht besetzt.

Dafür erklärt Manfred Witzemann gleich den ersten Besuchern, wie sie am Automaten eine Gäste-Karte erhalten, diese aufladen und nach dem Essen auch wieder zurückgeben können. "Wir wollen ohnehin weg vom Bargeld", sagt Witzemann, der beim Studierendenwerk für die Automaten in den Cafés und Mensen zuständig ist. Diese Automaten ermöglichen sozusagen den Ganztagsbetrieb. Das Gebäude bleibt auch nachmittags geöffnet, damit sich beispielsweise Lerngruppen treffen können. Auch samstags gibt es Mittagessen.

Architektur mit Funktion

Betriebsleiter Stefan Göbel hat dafür gesorgt, dass zum Start an diesem Montag alles fertig ist.
Betriebsleiter Stefan Göbel hat dafür gesorgt, dass zum Start an diesem Montag alles fertig ist.  Foto: Gleichauf, Christian

Die Investition der Dieter-Schwarz-Stiftung soll sich lohnen, soll mehr bieten als die Möglichkeit, Essen zu fassen. "Mit dem sich rasant entwickelnden Bildungscampus war es uns ein Anliegen, nicht nur eine moderne und vielfältige Lern- und Arbeitsatmosphäre zu schaffen, sondern auch für Lebensqualität auf dem Bildungscampus zu sorgen", erläutert Reinhold Geilsdörfer. Wie viel der Bau gekostet hat, bleibt - wie fast immer bei der Dieter-Schwarz-Stiftung - ein Geheimnis.

Viel Platz im Untergrund

An einem sonnigen Frühlingstag ist die unterirdische Mensa durch die Lichthöfe und die Anordnung der Fenster im Erdgeschoss lichtdurchflutet. Mehr als 3000 Quadratmeter Geschossfläche verbergen sich unter den zwei Hälften des grünen Hügels auf dem Campus-Platz. Gut 500 Gäste finden auf knapp 700 Quadratmetern im Gastraum gleichzeitig Platz, die Gesamtkapazität liegt Betriebsleiter Stefan Göbel zufolge bei rund 1600 Personen, die hier ein Mittagessen bekommen können.

Die Sonne ist nicht nur für Gäste reserviert. Auch die Mitarbeiter profitieren von einem Innenhof, der über verspiegelte Wände viel Tageslicht in die Küche und den angrenzenden Spülraum wirft. Erst im zweiten Untergeschoss, wo sich die fünf Kühlhäuser und zahlreiche weitere Lagerräume befinden, ist man auf elektrische Beleuchtung zwingend angewiesen.

Über einen Tunnel ist die Mensa auch mit dem Aula-Gebäude verbunden. Für die Mannschaft von Stefan Göbel ist so auch die Bewirtschaftung von dort stattfindenden Veranstaltungen möglich.

Das Heidelberger Studierendenwerk setzt ausdrücklich auf regionale, saisonale, fair gehandelte und aus biologischem Anbau stammende Produkte. 

 
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