Neue Ideen für das alte Käthchen-Bild
Wie könnte das Heilbronner Käthchen in der Jetzt-Zeit ankommen? Bei einem Stimme-Dialog gab es viele Vorschläge: zum Beispiel ein Skulpturen-Wettbewerb, eine Nacht der Kultur und vieles mehr.
Wie gelingt ein neuer Zugang zum "Käthchen von Heilbronn"? Frische Ideen sind gefragt. Und davon gab es beim Stimme-Dialog eine ganze Menge.
Der Leiter der Städtischen Museen, Marc Gundel, stellt sich vor, einen Sponsor zu finden, der einen künstlerischen Wettbewerb für eine neue Skulptur finanziert. Er berichtet von der Idee seines Teams, die von einem Lieferwagenfahrer beschädigte Bronzefigur des Bildhauers Dieter Läpple so wie sie ist im Heilbronner Museum auszustellen. Die "verunglückte Figur", die zurzeit im Magazin im Milchhof lagert, würde Teil einer Schau sein, die sich mit "der ganzen Rezeption" des Käthchen-Themas beschäftigt.
Was kann das Käthchen heute alles sein?
Theaterintendant Axel Vornam bringt eine "Nacht der Kultur" ins Spiel, die man unter das Thema "Käthchen" stellt. Das Veranstaltungsformat gebe es schon. Der Vorteil sei, dass dabei schon viele Kulturschaffende aus verschiedensten Bereichen beteiligt sind. Eine Form der spartenübergreifenden Annäherung und Neuinterpretation. Das wäre so eine Art Käthchen-Festival, denkt Vornam laut nach. Der Intendant nennt auch einen Schreibwettbewerb und Poetry Slam. Vornam schwebt das Motto vor: "Was kann das Käthchen heute alles sein?"
Bei Anton Knittel, dem Leiter des neuen Literaturhauses im Heilbronner Trappenseeschlösschen, gibt es schon ganz konkrete Vorhaben. Das Literaturhaus hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem es um "Heilbronner Anknüpfungspunkte zur Literaturgeschichte" geht. Kultur- und Kunstschaffende sind angesprochen, sich an dem Wettbewerb unter dem Motto "Heilbronn-er-lesen" zu beteiligen.
Neun Literaten sind dabei im Rennen, darunter natürlich auch Heinrich von Kleist. Die Wettbewerbs-Beiträge sollen Teil der ersten Wechselausstellung im Obergeschoss des Literaturhauses werden. Einsendeschluss für Phase eins, die ein Kurzkonzept des künstlerischen Beitrags beinhaltet, ist der 27. März. Weitere Infos unter www.heilbronn.de.
Das Literaturhaus hat auch einen Workshop für Schüler der 4. Klasse an der Rosenau-Schule initiiert. Das Thema lautet: "Käthchen für Kinder". "Das ist ein Versuch", erklärt Knittel. Je nachdem, was bei diesem Projekt herauskommt, könnte es Vorbild für weitere Workshops an Schulen sein.

Anton Knittel hat ein Mini-Käthchen-Stück geschrieben
Knittel hat zudem ein selbst geschriebenes "kleines Theaterstück" im Köcher, das bei der Buga Premiere haben sollte, doch durch ein Unwetter ins Wasser fiel. Das freie Heilbronner Theater FF wird dies nachholen und das Mini-Werk bei der Käthchen-Wahl Ende April uraufführen. Knittel kombiniert Kleist-Versatzstücke und hat eine Art Doppelgänger-Käthchen geschaffen, das in Heilbronns Partnertstadt Solothurn in der Schweiz spielt. Das Stück könnte ein Baustein sein, um es Schulen anzubieten, damit sie jungen Menschen Kleist näher bringen.
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