Natürliche Weidetierhaltung oder effiziente Produktion: Was bringt mehr fürs Klima?

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Bei der Milchwirtschaft stehen die Positionen des Naturschutzverbands und des Halterverbands scheinbar unvereinbar gegenüber. Hintergründe zur Diskussion über Milchproduktion.

Die Effizienz in der Milcherzeugung ist international sehr unterschiedlich.
Die Effizienz in der Milcherzeugung ist international sehr unterschiedlich.  Foto: dpa

"Wir müssen von den aktuellen Tierzahlen runter." Das ist die Position des Naturschutzverbands Nabu. Wie dessen agrarpolitischer Referent Pierre Johannes mitteilt, sollte die Zahl der Wiederkäuer so angepasst werden, dass "eine standortangepasste Weide" möglich sei. Natürlich wachsendes Gras über den Rindermagen zu verwerten, hält der Nabu für sinnvoll und notwendig. Ein Grund sei, dass Rinder das Dauergrünland pflegen und so zur Artenvielfalt beitragen.

Nabu fordert weniger Konsum tierischer Lebensmittel

Durch die Pflege des Grünlandes werde Kohlendioxid im Boden gespeichert, erläutert der Nabu. Den Einsatz von Kraftfutter für Rinder sieht der Naturschutzverband dagegen kritisch, weil durch den Getreideanbau mehr Fläche beansprucht werde. Beim Einsatz von Soja könne gar der Regenwald in Mitleidenschaft gezogen werden. Mit der Reduzierung der Tierbestände müsse zudem der Konsum tierischer Lebensmittel zurückgefahren werden. "Anderenfalls droht der Import tierischer Produkte, was die Klimabilanz nicht verbessert."

 


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Warum jetzt viele über die Milchproduktion reden

Mit dem Vorschlag der irischen Regierung, 200.000 Rinder bis 2025 zu töten, um die Klimaschutzziele des Agrarsektors schneller zu erreichen, ist auch die weltweite Milchproduktion in den Fokus geraten. Die Effizienz in der Milcherzeugung ist international sehr unterschiedlich. Nach Informationen des Bundesverbands Rind und Schwein liegen die Methanemissionen je Liter produzierter Milch in Deutschland unter dem weltweiten Durchschnitt.

 

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Weniger Kühe, mehr Milch: So profitiert die Umwelt

Die Methanemissionen durch die Rinderhaltung in Deutschland konnten demnach in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verringert werden, weil sich die Milchleitung pro Kuh seit den 50er Jahren nahezu vervierfacht hat. Es sei daher wichtig, die Emissionen aus der Tierhaltung vor dem Hintergrund der Effizienz der Lebensmittelproduktion in den verschiedenen Ländern zu betrachten. Deutschland erzeuge nahezu dieselbe Menge Milch wie Brasilien, halte hierfür jedoch nur fast ein Viertel der Kühe.

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