Leere Straßen und Plätze in Zeiten des Kontaktverbots
Wo sich sonst Menschen tummeln, herrscht jetzt Leere. In einem Video und vielen Fotos haben wir die besondere Stimmung in den Städten und Gemeinden der Region festgehalten.
Die Maßnahmen der Landesregierung sorgen für teils gespenstische Stimmung in den Straßen und auf den Plätzen der Region. Denn um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, dürfen sich nicht mehr als zwei Menschen am selben Ort aufhalten, es sei denn, es handelt sich um eine Familie oder eine Hausgemeinschaft. Viele Türen von Geschäften, Lokalen und sonstigen Einrichtungen bleiben geschlossen. Fürs Einkaufen oder den Gang zur Apotheke gelten besondere Vorsichtsregeln, viele Aktivitäten sind überhaupt nicht mehr erlaubt. Wo sich sonst Menschen tummeln, prägen jetzt leere Straßen und leere Plätze das Bild, in der Großstadt genauso wie in kleineren Orten auf dem Land.
Freiwillig verzichten einige aber nicht auf die Freiheit, sich zu treffen. Deswegen kontrollieren zahlreiche Beamte und Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt die Einhaltung der Regeln, ein neuer Bußgeldkatalog wurde erlassen. Beispielsweise erstattete die Polizei am Wochenende über 100 Anzeigen gegen die Teilnehmer von Gruppen, die sich nicht an die Abstände des Kontaktverbots gehalten haben.
Geschäfte und Lokale für Wochen geschlossen
Nur vereinzelt eilen Menschen durch entvölkerte Fußgängerzonen, wie unser Video und die Fotos zeigen. Die meisten Geschäfte und Lokale müssen noch für Wochen geschlossen bleiben. Trotz des sonnigen Wetters sitzt niemand in den Restaurants, Cafés und Eisdielen, Sonnenschirme sind zusammengefaltet, Stühle an Tische gekettet. Auch öffentliche wie private Hallenbäder in der Region bleiben bis auf Weiteres geschlossen.
Wo sonst Tausende Studenten zur Vorlesung oder in die Mensa strömen, sind Hörsäle, Parkplätze und Fahrradständer derzeit verwaist. Der Lehr- und Prüfungsbetrieb der verschiedenen Hochschulen ist bis zum 19. April ausgesetzt, wie auch der Unterricht an den Schulen oder die Kinderbetreuung im ganzen Land.
Entvölkerte Parks und Spielplätze
Die Bahnunternehmen haben den Betrieb zum Schutz von Mitfahrenden und Personal eingeschränkt, die Fahrpläne umgebaut und reduziert. Tausende Pendler und Ausflügler bleiben zu Hause oder sind mit Fahrrad oder Auto unterwegs. In den Parks und auf den Spielplätzen herrscht gähnende Leere, wo sonst Spaziergänger unterwegs sind und Kinder spielen. Schaukeln und Klettergerüste liegen verlassen in der Sonne, rot-weiß-gestreifte Absperrbänder flattern im Wind. Denn auch der Aufenthalt dort ist seit dem Erlass der Corona-Verordnung verboten. Das Verbot von Menschenansammlungen gilt seit 23. März und zunächst für zwei Wochen.
Die Polizei vermeldete Verstöße gegen die Abstandsvorschrift unter anderem am Breitenauer See. Insgesamt zählten die Beamten am vergangenen Wochenende rund 100 Anzeigen. Der neue Bußgeldkatalog sieht empfindliche Strafen und Bußgelder vor: Bei Aufenthalt im öffentlichen Raum mit mehr als zwei Personen können die Ortspolizeibehörden ein Bußgeld von 100 bis 1000 Euro pro Person verhängen. Das Betreiben einer eigentlich geschlossene Einrichtung wie beispielsweise eines Frisörsalons, einer Bar oder einer Disko kann mit zwischen 2500 bis 5000 Euro sanktioniert werden. Personen, die sich über das Verbot, eine gesperrte Einrichtung wie eines Krankenhauses oder Pflegeheimes hinwegsetzen, riskieren ein Bußgeld zwischen 250 und 1500 Euro.
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Stimme.de
Kommentare
difoni Niedernhall am 01.04.2020 09:59 Uhr
Das verstehe ich nicht. rd. 40 € fürs Print jeden Monat (mehr als der Internetzugang, Erkenntnisgewinn geringer) und dann nochmal für ein digitales Abo zahlen.
Stimme: das geht doch besser!
Gerd Hofmann am 01.04.2020 08:56 Uhr
Ich habe seit über 35 Jahren ein Heilbronner Stimme-Abo und ärgere mich täglich über die kostenlosen Artikel auf diesen Seiten hier, für die ich Geld bezahle.
am 01.04.2020 14:01 Uhr
Sehr geehrter Herr Hofmann,
ich habe das reduzierte Stimme Abo Digital aus folgenden Gründen: Ich habe das Heilbronner Print Abo vor Jahren gekündigt weil ich die DPA Nachrichten schon einen Tag vorab gelesen habe, weder Sportfan noch ein Freund der Kultur- und Medienseiten bin, die vielen Werbeeinlagen für mich Umweltsünden sind und mich lediglich die Traueranzeigen und der dürre Regionalteil interessiert. Wenn man zur Urlaubszeit an der Zeitung geschüttelt hat ist mehr herausgefallen als drinnen geblieben ist. Ich brauche für mein Digitales Abo maximal 5 Minuten am Tag. Dafür ist mir der Papiermüll eines Abos und die 460 Euro im Jahr zu schade. Zumal ich noch auf überregionale, bedeutende Printmedien Zugriff habe. Die wenig brisanten Berichte werden eben auf Premium eingestellt. Diese stehen aber auch im Digitalabo - leider ohne Kommentarfunktion. Das spricht Bände.
Jürgen Mosthaf
Redaktion stimme.de am 01.04.2020 08:39 Uhr
Grüß Gott Herr Mosthaf, "das Beste gibt's nur Premium", schreiben Sie. Es wäre ziemlich widersinnig, wenn es nicht so wäre, oder? Unsere Bezahlangebote können Interessierte übrigens jederzeit testen - unverbindlich und es kostet nichts. Wer nach der Testphase die Arbeit der Redaktion unterstützen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.
Viele Grüße vom Stimme.de-Team
am 01.04.2020 07:51 Uhr
Liebe Redaktion, schade, dass gerade die explosivsten Artikel Premium Lesern vorbehalten sind. Gerade der zurückhaltende Artikel über den zu erwartenden Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen wäre einer öffentlich zugänglichen Kommentarfunktion angemessen.
Die Stadt Heilbronn hat es geschafft Ihre strukturellen Ausgaben über die Jahre und speziell unter der Regie von Harry Mergel über ihre Verhältnisse anzuheben. Es wurden tatsächlich nahezu alle Gönner und Freunde bedient. Die Party ist vorbei und die Zeche werden wieder einmal diejenigen Zahlen die ihr Einkommen nicht von der öffentlichen Hand beziehen.
Gebetsmühlenartige Warnungen, dass die Gewerbesteuer heftigen Schwankungen unterliegt wurden in den Wind geschlagen. Die letzten Jahre galt das Motto: "Ein Hoch auf das unbegrenzte Wirtschaftswachstum auf Pump und darf es noch ein bisschen mehr sein" Die öffentliche Hand wäre gehalten gewesen antizyklisch zu agieren. In guten Zeiten Rücklagen bilden und in schlechten Zeiten die Wirtschaft mit Aufträgen stimulieren. Leider übersteigt solch ein Handeln die Dauer einer Wahlperiode. Jetzt kommt das große Zähneklappern. Aber Leute bleibt entspannt, man kann anstatt zu sparen noch mehr Schulden machen und in guten Zeiten die Steuern und Gebühren anheben.
Jürgen Mosthaf