Kripo ermittelt nach Brand in Talheimer Asylbewerberunterkunft
Am Montagmorgen brannte in Talheim ein Zweifamilienhaus, das die Gemeinde für Asylbewerber bereithält. Der Rauchmelder weckte eine vierköpfige Familie. Nach Angaben der Polizei Heilbronn gibt es Hinweise auf Brandstiftung.

Sechs Stunden nachdem der Brandmelder bei den Männern und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Talheim Alarm schlägt, sind Ermittler der Kriminalpolizei Heilbronn zum Brandort gekommen. Sie sichern Spuren in einem Zweifamilienhaus, das die Gemeinde für Asylbewerber bereithält. Ein Beamter packt Beweisstücke in Plastiktüten und lädt sie in den Transporter. Rotweißes Absperrband der Polizei flattert im Wind.
Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn sagt, man ermittle in alle Richtungen. Es gebe aber Hinweise, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte. Ungefragt gibt ein Kripo-Beamter am Montagmittag vor Ort bekannt, dass er zum Fall nichts sagen werde.
Treppenhaus brennt
Um 4.32 Uhr haben die Piepser der Feuerwehr ausgelöst, erklärt Markus Schüchtle, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Talheim. „Der Brand ist im Treppenhaus ausgebrochen.“ Als die Feuerwehr eintrifft, seien Boden und Teile der Treppe in Flammen gestanden, erklärt er am frühen Morgen. Im Obergeschoss habe zum Zeitpunkt des Brandausbruchs niemand gewohnt.
Nach Auskunft von Talheims Bürgermeister Rainer Gräßle leben zwei Familien in dem Wohnhaus. Eine Frau, die mit ihren drei Kindern im Obergeschoss lebt, sei nicht im Haus gewesen, bestätigt er. Im Erdgeschoss wohne seit Ende April ein Ehepaar mit zwei Kindern. Die Familie habe unverletzt das Haus verlassen können. Derzeit sei das Obergeschoss aufgrund der Rauchentwicklung unbewohnbar. „Wir haben in einem Ausweichquartier Betten aufgestellt.“
Familie in Notunterkunft umquartiert
Während die Spezialisten der Kriminalpolizei Heilbronn vor Ort Spuren sichern, stehen vor dem Haus die Mitarbeiter des Talheimer Bauhofs in orangenen Overalls. Sie warten darauf, dass die Beamten den möglichen Tatort freigeben. Der Strom im Gebäude sei abgestellt. „Die Familie wird in eine Notunterkunft umquartiert, damit alle ein Bett haben“, sagt Bauhofleiter Uwe Gerson.
Etwa sechs Stunden nach Brandausbruch kommen immer wieder Radfahrer und Spaziergänger vorbei und blicken fragend in Richtung des Zweifamilienhauses. Wie konnte am frühen Montagmorgen ein Feuer ausbrechen, fragen sie sich? Möglicherweise wird der Brand ein Fall für die Staatsanwaltschaft Heilbronn, sollte sich die Vermutung erhärten, dass jemand das Feuer absichtlich gelegt hat.
Die Feuerwehren aus Talheim, Lauffen und Heilbronn seien mit etwa 40 Einsatzkräften vor Ort gewesen, erklärt Kommandant Schüchtle. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt.
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