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Atemwegserkrankungen
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Neue Krankheitswelle droht – werden Medikamente knapp?

  
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Krankmeldungen haben im Jahr 2022 einen neuen Rekord erreicht. Der Schwaigerner Arzt Ulrich Enzel erklärt, worauf wir uns in der kommenden Erkältungssaison einstellen müssen.

Im Herbst 2023 erwarten Experten eine große Krankheitswelle.
Im Herbst 2023 erwarten Experten eine große Krankheitswelle.

Die AOK und andere große Krankenkassen melden einen Rekord an Krankschreibungen bei ihren Versicherten für das Jahr 2022. Schuld daran waren vor allem Atemwegserkrankungen und Ausfalltage in Folge des Coronavirus. Der Schwaigerner Arzt und Impfexperte Ulrich Enzel rechnet vorerst nicht mit einer deutlichen Verbesserung der Lage. Das hat laut Enzel mehrere Gründe.

Durch Abschottungsmaßnahmen in Folge der Pandemie, zum Beispiel Schulschließungen und Reisebeschränkungen sowie das lange Masketragen, zirkulierten während der Pandemie auch weniger andere ansteckende Krankheiten in der Bevölkerung. Deshalb kommt es jetzt zu Nachholeffekten − Infekte könnten auch durchaus heftiger ausfallen, weil das Immunsystem lange Zeit wenig stimuliert worden sei, sagt Enzel. Gleiches gelte im Übrigen für Allergien.

Warum die Zahl der Krankmeldungen so hoch ist wie nie

Während sich viele Beschäftigte früher auch mit deutlichen Erkältungsbeschwerden zur Arbeit schleppten, sind heute die meisten Menschen sensibilisiert dafür, andere möglichst nicht anzustecken − und bleiben eher zu Hause. Hinzu kommt, dass die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung weiter existiert. "Die Hürde, zum Arzt gehen zu müssen, ist weg", sagt Enzel. Womöglich verleite das auch einzelne dazu, ohne wirklichen Anlass zu Hause zu bleiben.

Der Herbst: Medizinische Fachgesellschaften seien sich "sehr sicher", dass im Herbst und Winter eine neue Infektwelle drohe, sagt Enzel. Das werde vor allem im Hinblick auf das Thema Medikamentenversorgung diskutiert. "Es herrscht die Sorge, dass die Medikamente wieder nicht ausreichen." In der vergangenen Saison war es vor allem zu Engpässen bei Medikamenten für Kinder wie Fiebersäften gekommen. Auch gängige Arzneimittel für Erwachsene wurden teilweise knapp, für Ärzte und Apotheker bedeutete das einen erheblichen Zusatzaufwand bei der Suche nach Alternativen.

 

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