Kita-Streik: Die Erzieher lassen nicht locker

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300 Beschäftigte aus öffentlichem Sozial- und Erziehungsdienst haben sich am Mittwochmorgen dem Warnstreik angeschlossen, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte. Erstmals sind auch Vertreter aus Lauffen und Untergruppenbach dabei.

Mit einem weiteren Warnstreik machten Erzieherinnen und Erzieher einmal mehr auf ihre Forderungen nach mehr Anerkennung aufmerksam.
Mit einem weiteren Warnstreik machten Erzieherinnen und Erzieher einmal mehr auf ihre Forderungen nach mehr Anerkennung aufmerksam.  Foto: Berger, Mario

"Mehr Verantwortung braucht mehr Respekt" - "Mehr Sicherheit braucht mehr Fachkräfte": Die Aufschriften auf den gelben Verdi-Warnwesten machten deutlich, wofür sich Erzieherinnen und Erzieher am Mittwochmorgen zum Warnstreik versammelten. Die Beschäftigten im öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienst zogen vom Bollwerksturm zur Harmonie, um für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Fachkräfte und Entlastung sowie mehr Anspruch auf Qualifizierung und Weiterbildung zu demonstrieren. Dem Aufruf der Gewerkschaft waren rund 300 Erzieherinnen und Erzieher gefolgt, schätzte Verdi-Geschäftsführerin Katharina Kaupp - deutlich mehr als die etwa 200 Teilnehmer beim Streik im März.


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Inzwischen konnte auch der Landkreis Heilbronn noch stärker eingebunden werden, sagte Kaupp. So waren neben den Beschäftigten der kommunalen Einrichtungen in Heilbronn, Neckarsulm, Bad Friedrichshall, Weinsberg und Gundelsheim auch erstmals Erzieherinnen und Erzieher aus der Gemeinde Untergruppenbach und der Stadt Lauffen dabei.

Euphorie bei den Teilnehmern

Sie sei euphorisch, sagte eine Erzieherin der Lauffener Kindertagesstätte Bismarckstraße angesichts der kraftvoll aufgeheizten Stimmung. "Ich finde, die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für den Erzieherberuf müssen attraktiver werden, damit es auch Nachfolger gibt", sagt die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. "Es gibt immer mehr Arbeit für immer weniger Person, die Arbeit steigt für jeden Einzelnen."

Es ärgere sie, sagt Bonnie Traebert, dass sich seither nichts geändert habe, "im Gegenteil", so die 27-Jährige, die im Kindergarten Damaschkestraße in Neckarsulm beschäftigt ist. Die Politiker redeten weiter von Bedingungen, die nicht mehr zeitgemäß seien, und von ungelernten Fachkräften. Der Kind-Erzieherinnen-Schlüssel müsse gerecht werden. "Es müssen Angebote und Projektplanungen stattfinden, damit individuell auf jedes Kind eingegangen werden kann."


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Er stehe insbesondere dafür ein, dass es "mehr Personal gibt, "um entspannter und nicht unter so viel Druck arbeiten zu müssen", sagte der 25-jährige Tristan This und meint damit auch die Situation in der Kindertagesstätte Harzstraße in Neckarsulm.

Forderung nach Anerkennung und Wertschätzung

"Soziale Berufe müssen auch finanziell aufgewertet werden. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass wir so viel weniger Anerkennung bekommen als andere", riefen die Teilnehmer im Sprechchor. "Wir sind heute hier, weil sich dringend etwas ändern muss." Es könne nicht sein, "dass die Anforderungen an uns ständig wachsen, nicht aber unsere Anerkennung und Wertschätzung", so die Protestgruppe weiter. Während der Pandemie hätten sie unter schwierigsten Bedingungen gearbeitet. "Aber das Klatschen von den Balkonen wurde schnell vergessen", sagte Katharina Kaupp und ergänzt: "Wir wollen kein Klatschen, wir wollen Anerkennung, und dafür kämpfen wir."

Dass die Arbeitgeber auch nach zwei Verhandlungsrunden kein Gegenangebot gemacht hätten, sei "eine Unverschämtheit", so die Verdi-Geschäftsführerin mit Nachdruck. Zwar sei man noch "weit entfernt von dem, was wir fordern, aber wir haben in den vergangenen Jahren schon viel erreicht". Für den 16. und 17. Mai ist die dritte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern angesetzt.

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