Keine Hinweise auf Hotspots in Heilbronn

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Anhaltende Gerüchte, die großen Discounter würden zum Verbreiten des Corona-Virus in Heilbronn beitragen, lassen sich nicht belegen. Die Supermärkte verweisen auf ihre strengen Hygieneregeln.

Das Kaufland Neckarsulm wird im Lockdown stark frequentiert. Für Befürchtungen, dass auf dem Gelände häufig gegen Corona-Verordnungen verstoßen wird, gibt es keine Bestätigung.
Foto: Andreas Veigel
Das Kaufland Neckarsulm wird im Lockdown stark frequentiert. Für Befürchtungen, dass auf dem Gelände häufig gegen Corona-Verordnungen verstoßen wird, gibt es keine Bestätigung. Foto: Andreas Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Für viele Bürger ist er in Corona-Zeiten der Höhepunkt des Tages: der Einkaufsgang zum Supermarkt. Da fast alle anderen Läden geschlossen sind, ist der Andrang vor den einzelnen Geschäften zwangsläufig groß.

Vor allem an Samstagen sind die Parkplätze der großen Discounter voll. Da liegt es nahe, dass viele Bürger fürchten, die Handelsgeschäfte würden besonders zur Ausbreitung des Coronavirus beitragen. Polizei und Ordnungsdienste widersprechen diesen Befürchtungen.

Keine Häufung von Verstößen

"Bei uns ist keine Häufung von Verstößen bekannt", stellt Gerald Olma, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn fest. Allerdings finden gezielte anlassunabhängige Kontrollen durch die Polizei in diesen Bereichen nicht statt. Hinweisen aus der Bevölkerung gehe die Polizei aber konsequent nach.

Die Stadt Heilbronn - seit Wochen Hotspot mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz im Land -schickt den kommunalen Ordnungsdienst dagegen regelmäßig in die Einkaufsmärkte. "Nach vermehrten Beschwerden gegen angebliche Verstöße hat das Ordnungsamt zuletzt verstärkt kontrolliert. Wo Probleme festgestellt wurden, wurden die Märkte aufgefordert, etwa den Zugang besser zu steuern", sagt die stellvertretende Pressesprecherin der Stadt, Claudia Küpper. Mit der Einhaltung der Maskenpflicht habe das Ordnungsamt gute Erfahrungen gemacht.

 


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In den Fokus der Öffentlichkeit rückte auch das Kaufland in Neckarsulm, eines der größten Warenhäuser in ganz Deutschland. In Corona-Zeiten zieht der Markt mit seinem umfangreichen Warensortiment und seinen zahlreichen Imbissständen besonders viele Menschen an. "Allein schon wegen der großen Zahl an Besuchern bleiben Verstöße gegen die Corona-Auflagen nicht aus", stellt Andreas Bracht, Pressesprecher der Stadt Neckarsulm, fest. Deshalb kontrolliere das Ordnungsamt mehrmals in der Woche die Einhaltung der Regeln und geht auch Hinweisen aus der Bevölkerung nach. "In einzelnen Fällen klären sich vermeintliche Verstöße auf, weil festgestellt wird, dass Personen von der Maskenpflicht befreit sind", betont Bracht. Zudem sei es erlaubt, die Maske beim Essen, Trinken und Rauchen abzunehmen.

 


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Große Verkaufsfläche

Masken auf dem Parkplatz, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen: Alle Einkaufsmärkte, wie der Edeka am Heilbronner Südbahnhof, haben die Verordnungen des Landes umgesetzt.
Foto: Marion Berger
Masken auf dem Parkplatz, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen: Alle Einkaufsmärkte, wie der Edeka am Heilbronner Südbahnhof, haben die Verordnungen des Landes umgesetzt. Foto: Marion Berger  Foto: Berger, Mario

Kaufland verweist wie alle anderen Supermärkte in der Region auf umfangreiche Hygienemaßnahmen, die das Unternehmen zeitnah und pragmatisch umgesetzt habe. "Aufgrund unserer großen Verkaufsfläche und den breiten Gängen können wir die geforderten Mindestabstände einhalten", schreibt die Pressestelle auf Stimme-Anfrage. Gegebenenfalls würde man die Zahl der Einkaufswagen begrenzen. Laut Corona-Verordnung sind in Geschäften mit bis zu 800 Quadratmetern Einkaufsfläche eine Person pro zehn Quadratmeter erlaubt, darüber gilt als Obergrenze 20 Quadratmeter pro Kunde.

Lidl fordert in seinen Märkten die Nutzung eines Einkaufswagens für jede Person, auch wenn Paare einkaufen gehen. "An einzelnen Standorten setzen wir, abhängig von der Frequenz, Ampeln und Kundenbetreuer am Eingang ein", betont die Lidl-Pressestelle. Auch in den Uelzhöfer Edeka-Märkten in und um Heilbronn verweist man auf das "umfangreiche Hygienekonzept". Die geforderte Einlassbegrenzung wird über Security-Mitarbeiter geregelt. "Wir fordern die Umsetzung bei Mitarbeitern, aber auch bei unseren Kunden ein. Das gibt immer wieder Diskussionen, aber im Großen und Ganzen gibt es auch ein sehr gutes Miteinander", betont Edeka-Chef Steffen Uelzhöfer.

Das Tübinger Modell

In Heilbronn tauchen Forderungen auf, das Tübinger-Modell zur Corona-Bekämpfung zu übernehmen. Der von Stadtchef Boris Palmer und der Ärztin Lisa Federle eingeschlagene Weg sieht kostenlose Schnelltests sowie vormittägliche Zeitfenster zum Einkaufen, verbilligte Taxifahrten und kostenlose Masken für Senioren vor. Heilbronn verweist darauf, dass die Stadt zuletzt die Maßnahmen noch einmal verschärft hat. Zudem hat die Stadt Unterstützung der Bundeswehr angefordert und ein spezielle Impf-Hotline eingerichtet. 

 
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