Darum genießen deutsche Ingenieure weltweit großes Ansehen
Deutsche Ingenieure werden im Ausland mit Kusshand genommen, sagt Thomas Kiefer vom Verein Deutscher Ingenieure. Der Blick über den Tellerrand bringt Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen viele Vorteile.

Das Ausland spielt als Markt für deutsche Ingenieurunternehmen eine große Rolle, sagt Thomas Kiefer vom VDI (Verein Deutscher Ingenieure), der zirka 135.000 Mitglieder zählt. Knapp 5000 der VDI-Mitglieder seien dauerhaft im Ausland unterwegs.
Entweder entsendet ein Unternehmen seinen Mitarbeiter für eine bestimmte Zeit dort hin oder der Ingenieur lässt sich komplett außerhalb Deutschlands nieder. Auch Unternehmen wie Audi oder EBM-Papst legen zunehmend Wert auf internationale Zusammenarbeit.
Deutsche Ingenieure sind bekannt für ihr gewissenhaftes Arbeiten
Das Ansehen deutscher Ingenieure und ihr Stellenwert sei groß. "Sie werden mit Kusshand genommen." Deutsche Ingenieure seien bekannt für ihr gewissenhaftes Arbeiten, die Qualität der Produkte sei hoch und es gebe feste Regeln und Standards.
Allerdings bedeute das nicht, dass deutsche Ingenieure automatisch im Ausland arbeiten dürfen, betont Kiefer. In vielen außereuropäischen Ländern wie zum Beispiel im angelsächsischen Raum sowie im früheren britischen Einflussgebiet existiere das System der "professional title", bei dem eine Evaluation der durch Ausbildung und Berufserfahrung erworbenen Kompetenzen erfolge, bevor man zur Berufsausübung zugelassen werde.
Wegen Megatrends hat das Thema an Fahrt aufgenommen
Das Ingenieurwesen sei schon immer international gewesen, aber vor allem wegen der Megatrends habe das Thema an Fahrt aufgenommen, so Kiefer mit Blick auf Dekarbonisierung oder Digitalisierung.
Hierzulande gibt es laut Kiefer einige eine Vielzahl von Hidden Champions, die in ihrer Nische als Weltmarktführer ins Ausland expandieren. Vor allem im Mittelstand, der knapp 99 Prozent aller bundesweiten Unternehmen ausmacht.
"Der eigene Lösungsansatz ist nicht immer perfekt"
Angehenden Ingenieuren will der VDI mit Sitz in Düsseldorf ins Bewusstsein rücken, wie wertvoll und positiv ein Aufenthalt im Ausland sein kann, erklärt Thomas Kiefer. Ein Austausch zu Hochschulen finde regelmäßig statt und um die Akkreditierung von Studiengängen kümmert sich der Verein, so der 41-Jährige.
Bei einem Aufenthalt im Ausland gehe es nicht nur darum, sich in einem fremden Umfeld selbst zu organisieren, sondern auch andere Perspektiven auf die Arbeit zu gewinnen. Der eigene Lösungsansatz sei nicht immer perfekt oder der einzig richtige. "So ein Aufenthalt bereitet einen auf das Leben vor. Man arbeitet in vielen Fällen in multikulturellen und interdisziplinären Teams, in denen man flexibel sein muss."
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