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In Neckarwestheim sind viele Bürger für eine Laufzeitverlängerung

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Umfrage am GKN-Standort: Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit sind die Hauptargumente gegen eine Abschaltung des Kernkraftwerks Ende 2022.

Ende 2022 sollen die drei letzten deutschen Atomkraftwerke Neckarwestheim 2 (Foto), Isar 2 und Emsland vom Netz gehen.
Ende 2022 sollen die drei letzten deutschen Atomkraftwerke Neckarwestheim 2 (Foto), Isar 2 und Emsland vom Netz gehen.  Foto: Archiv/Veigel

Trotz drohender Engpässe in der Energieversorgung wegen des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesumweltministerin Steffi Lemke haben sich am Dienstag gegen eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen drei Atomkraftwerke in Deutschland ausgesprochen. Wie stehen die Menschen in der Standort-Gemeinde Neckarwestheim zu diesem Thema?

"Absolut gegen eine Verlängerung" ist Bruno Buchmann. "Ich habe mich nie wohlgefühlt mit dem Kernkraftwerk und allen Eventualitäten, von nuklearem Unfall bis Terroranschlag", sagt der 56-Jährige, der seit 20 Jahren in Neckarwestheim wohnt. Nach Fukushima sei das für ihn noch deutlicher geworden. Zudem befürchtet er, dass das Zwischenlager auf lange Sicht zum Endlager wird. "Aber im Sportheim durfte man nie laut sagen, dass man gegen das GKN ist, weil viele dort in Lohn und Brot stehen."

 


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So wie Alexander Fleming. Seit sechs Jahren ist der Obereisesheimer im GKN beschäftigt: "Ich würde befürworten, dass es weiter läuft, obwohl ich im Rückbau arbeite." Auch seine Kollegen würden eine Laufzeitverlängerung positiv sehen, ist er überzeugt. "Ich denke, dass es auch so kommen wird. Je näher die Einschläge kommen, umso schneller wird es möglich", glaubt der 37-Jährige angesichts der aktuellen Situation.

Der Atomausstieg sei eine überstürzte Entscheidung gewesen, findet Stefan Schubert. In Sachen alternative Energien hat sich seitdem in seinen Augen viel zu wenig getan. "Unabhängig vom Krieg in der Ukraine wäre ich schon immer dafür gewesen, dass Kernkraftwerke länger laufen als Kohlekraftwerke", sagt er. Seiner Ansicht nach nützt es nichts, die deutschen Atomkraftwerke abzuschalten, während anderswo in Europa neue gebaut würden. "Und unsere Sicherheitstechnik ist bestimmt höher als in anderen Ländern", ist der 47-Jährige, der 2005 nach Neckarwestheim gezogen ist, überzeugt.

 


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"Als Ortsansässige wäre ich für die Verlängerung", sagt Diana Saur. Dabei denkt sie zum einen an die Arbeitsplätze, die GKN vielen Neckarwestheimern bietet. Zum anderen gewährleisten deutsche Atomkraftwerke ihrer Ansicht nach "eine gewisse Unabhängigkeit in der Energieversorgung, trotz aller Nebenwirkungen, die die Kernenergie hat".

"Der Strom muss schließlich irgendwoher kommen", betont Dieter Spahr (65). Deshalb ist auch er dafür, dass GKN weiterbetrieben wird. "So lange, bis auf die Alternativen umgestellt ist, und da werden noch ein paar Jahre ins Land gehen", erklärt der gebürtige Neckarwestheimer.

Ramona Reuter (62), die seit 21 Jahren im Ort lebt, sieht es ebenso: GKN sei sicher, "und auf unsere erneuerbaren Energien würde ich mich jetzt noch nicht verlassen."

 


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