Hochwasserlage in der Region entspannt sich
In der Region sind am Dienstag einige Straßen und Wege wegen Hochwassers gesperrt. An den Flüssen Kocher, Jagst und Neckar haben die Pegelstände kritische Marken überschritten. Doch die Situation soll sich nach Einschätzung der Hochwasservorhersagezentrale entspannen.
Nach den anhaltenden Regenfällen seit Samstag, sieht man es den Flüssen in der Region an - die Pegelstände sind deutlich gestiegen. Auch in der Nacht auf Dienstag regnete es weiter. In Bad Friedrichshall, wo Kocher und Jagst in den Neckar münden, bereitet man sich deshalb mit Schutzwänden auf das Hochwasser vor. Auch in Lauffen sind Flächen überflutet.
Für den heutigen Dienstag erwartet die Hochwasservorhersagezentrale ein vorübergehendes Abfallen des Wasserstands im Neckar. In der Nacht zum Mittwoch sei ein leichter Wiederanstieg möglich, heißt es. Dieser werde aber voraussichtlich deutlich unter den Scheitelwerten von Dienstag bleiben.
Am Dienstagmorgen meldete die Polizei Straßensperrungen wegen Hochwassers und umgestürzter Bäume. Aufgrund der Hochwasserlage ist die Landesstraße zwischen Neckarsulm und Obereisesheim auch heute noch gesperrt. Das führte am frühen Morgen zu einem Verkehrschaos.
Der Kolbenschmidt-Parkplatz an der Strecke bleibt ebenfalls weiter gesperrt, sagte Hermann Gurt, Leiter der Kolbenschmidt-Werksfeuerwehr, am Morgen auf Anfrage von Stimme.de. Die mit der Sperrung einhergehenden Verkehrsbehinderungen und morgendlicher Stau seien normal und zu erwarten gewesen. Auch zahlreiche Radwege am Neckar sind aktuell gesperrt, wie in Bad Wimpfen und Bad Friedrichshall. Ebenso geschlossen ist das Mühlwörth in Kochendorf und der Schulweg Mühlwörth.
Wenn die Flüsse noch etwas mehr Wasser geführt hätten, wäre die Situation kritisch geworden, sagt Rainer Köller, Sprecher der Heilbronner Polizei. Doch so halte sich letztlich alles im Rahmen.
Hohe Pegelstände in Hohenlohe
Der kräftige Regen hat auch die Flüsse im Hohenlohekreis anschwellen lassen. Nachdem den Montag über die Pegelstände zurückgingen, wurden am Dienstagmorgen teils neue Höchststände erreicht. Bei Dörzbach wurde der Meldepegel für die Jagst von 2,20 Meter um 20 Zentimeter überschritten. Und auch der Kocher bei Kocherstetten hatte die 2,20 Meter überschritten und signalisierte damit, dass ein 20-jähriges Hochwasser drohen könnte. Bei Möglingen hatte sich der Kocher wenigstens verdreifacht und kam der Kirche bedrohlich nahe.
Bei Neuenstadt wurde für die Brettach 1,60 Meter gemessen. Deshalb gestaltete sich eine Unfallbergung am Montagabend zwischen Adolzfurt und Unterheimbach schwierig. Gegen 19.30 Uhr war ein BMW von der Fahrbahn abgekommen und durchbrach das Gestrüpp zur Brettach und kam im Bachbett neben einer Brücke zum Stehen. Die 20-jährige Fahrerin konnte sich trotz Hochwasser unverletzt selbst befreien. Doch die Bergung gestaltete sich schwierig.
Bis zum Eintreffen der Bergungskräfte war das Auto von den Wassermassen rund 30 Meter mitgerissen worden. Zur Bergung musste der Bereich bei der Brücke zum Teil voll gesperrt werden. 22 Mann waren mit vier Fahrzeugen der örtlichen Feuerwehr im Einsatz. Es wurden drei Fahrzeuge eines Abschleppdienstes gebraucht. Die Bergung dauerte bis 22.15 Uhr an. Es entstand ein Schaden von rund 12.000 Euro.
Man beobachte die Situation weiter, erklärt Martin Maneke, Leiter des Öhringer Bauhofs. Im Innenstadtbereich wurden Unterführungen für Fußgänger gesperrt.
Viele Feuerwehreinsätze im Südwesten
Auch in anderen Teilen Baden-Württembergs hat das Unwetter zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr geführt. In Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen) fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der entstandene Schaden betrage etwa 60.000 Euro, sagte ein Polizeisprecher am frühen Morgen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ravensburg führte das Unwetter demnach zu 57 Einsätzen.
In Freiburg und Umgebung mussten Feuerwehr und Polizei knapp 50 Mal ausrücken. Insbesondere im Kreis Waldshut seien die Einsatzkräfte ziemlich beschäftigt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Der Wind habe Ziegel von zwei Häusern abgedeckt und zahlreiche Bäume und Bauzäune umgestürzt. In zwei Orten habe das Unwetter auch zu kurzen Stromausfällen geführt.
Die Polizei in Karlsruhe berichtete - wie die übrigen Präsidien im Land - von umgestürzten Bäumen, vereinzelt waren kleinere Straßen oder Radwege überschwemmt oder Keller überflutet. In Stuttgart fiel ein Baum auf ein Auto. Verletzte gab es den Angaben zufolge zunächst nicht.
Schifffahrt bislang nicht beeinträchtigt
Die Schifffahrt auf dem Rhein muss wegen der Regenfälle aber wohl nicht eingestellt werden. Für den Pegel Maxau prognostizierte die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ) einen maximalen Stand von etwa 7,40 Metern. Der Scheitel werde in der Nacht zum Mittwoch erreicht, teilte die HVZ am Dienstagmorgen mit. Ab einem Wert von 7,50 Metern wird die Schifffahrt unterbrochen.

Für den Neckar wird demnach in Heidelberg ein Wasserstand von etwa 4,10 Metern erwartet. Das Hochwasser hatte in der dortigen Altstadt die Bundesstraße 37 überflutet. Die Straße wurde in der Nacht zum Dienstag gesperrt.
Bis Dienstagmittag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) teils mit ergiebigem Dauerregen. Im Schwarzwald sollen dann innerhalb von 72 Stunden Mengen um die 120 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen um 150 Liter gefallen sein. Punktuell seien aber auch deutlich höhere Werte möglich. Zudem warnt der DWD den ganzen Dienstag über vor starken bis stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde.
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