Hochwasser-Situation in der Region
An Neckar, Kocher und Jagst hieß es am Freitag Land unter. Die Flüsse traten aufgrund der hohen Pegelstände an vielen Stellen über die Ufer. Bis Freitagabend normalisierte sich die Lage weitgehend.
Nach Angaben der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale mit Sitz in Karlsruhe erreichten die Flüsse vielerorts die sogenannten Scheitelwerte – der Wasserstand geht inzwischen aber zurück. Bis auf den Unterlauf der Jagst: In Untergriesheim soll die Situation weiterhin kritisch sein.
Situation auf den betroffenen Straßen
Das Hochwasser verursachte in der Region einige Straßensperrungen. Bis Freitagmorgen musste bei Gundelsheim sogar die B 27 gesperrt werden. In Neuenstadt-Kochertürn war die Ortsdurchfahrt nicht mehr passierbar, weil der Kocher die Straße neben der Brücke überspülte. Die Wehrbrücke zwischen Neckarsulm und Obereisesheim musste ebenfalls gesperrt werden, weil die Straße beim Kolbenschmidt-Parkplatz überflutet wurde.
Mehrere Passagen des Neckartalradwegs und auch die Radwege an Jagst und Kocher waren vom Hochwasser betroffen und nicht mehr befahrbar. Der Neckartalradweg war bei den Kirchheimer Tufffelsen auf einer Länge von mehreren Hundert Metern von Neckarwasser überspült. Radler mussten über die B 27 ausweichen. Auch in Bad Wimpfen waren weite Teile des Radwegs überspült.
Weiterlesen: Überschwemmungen - Großalarm im Schwarzwald
Hochwasser dieser Art gebe es alle zwei bis fünf Jahre, sagt Manfred Bremicker, Leiter der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale. In den Oberläufen von Kocher und Jagst seien die Pegelstände bereits am Freitagvormittag wieder fallend gewesen, so Bremicker weiter. In den Unterläufen allerdings sei der Wasserstand zu diesem Zeitpunkt noch weiter angestiegen und habe in der zweiten Tageshälfte den Scheitelwert erreicht.
Oft erfolgen Sperrungen sicherheitshalber
Flussnahe Anlagen wie Radwege und Sportplätze würden bei Hochwasser dieses Ausmaßes sicherheitshalber oftmals gesperrt, erklärt Bremicker. Das sei ganz normal. In Niedernhall schwoll der Kocher am Mittag auf eine bedrohliche Größe an und überspülte unter anderem eine Fußgängerbrücke. Beim Ruderverein Bad Wimpfen war man in Alarmbereitschaft. Wenn der Neckar auf 6,70 Meter ansteige, reiche das Wasser bis zur Bootshalle heran, so Vereinsvorsitzender Gerhard May. Er befürchtete, dass kurzfristig die Bootshalle geräumt werden müsste.
Im Raum Eppingen und Bad Rappenau waren die Rückhaltebecken weit von ihrer Kapazitätsgrenze entfernt. „Hier war die Situation zum Glück entspannt“, sagt Gerold Werner vom Zweckverband Hochwasserschutz Elsenz-Schwarzbach.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare