Hochschule Heilbronn: Studium Pro vernetzt Studierende und Betriebe
Die Hochschule Heilbronn setzt neben dem klassischen Studium auf die Dachmarke Studium Pro. Das ist geplant.

Die Hochschule Heilbronn setzt neben dem klassischen Studium auf die Dachmarke Studium Pro. Dahinter steckt eine noch stärkere Verzahnung mit Unternehmen in der Region. Bei diesem Standbein tut sich einiges.
Neu ist das Stipendium "Technikstudium bei den Weltmarktführern", das am Künzelsauer Campus der Hochschule, der Reinhold-Würth-Hochschule, mit Partnerunternehmen angeboten wird. Zielgruppe seien Studierende, die nicht aus der Region stammen, sagt Corinna Burgermeister, die an der Hochschule für die Programme verantwortlich ist. 500 Euro erhielten die Studierenden pro Monat. Der Vorteil: "Sie können sich dann erst einmal aufs Studium konzentrieren", sagt sie. Geworben werde für das Angebot überwiegend in Thüringen, Sachsen und dem nördlichen Bayern. Die Resonanz nach wenigen Tagen Marketing: Zwei Bewerbungen lägen bereits vor, einer studiere bereits an der Hochschule.
Das sind die Angebote beim Studium Pro der Hochschule Heilbronn
Schon länger auf dem Markt ist das sogenannte "Kooperative Studienmodell", bei dem eine Ausbildung und das Studium ineinander übergehen. Seit Beginn hätten fast 800 Studierende daran teilgenommen, aktuell seien es 250. Es gilt deshalb weiterhin als "Geheimtipp", sagt Corinna Burgermeister, die das Marketing intensivieren will.
Für Professor Ulrich Brecht, Prorektor für Studium und Lehre, ist diese Verzahnung "keine Verlegenheitslösung". Im Gegenteil: Ausbildung und Studium würden nicht gegeneinander ausgespielt, ergänzt Corinna Burgermeister. Die Studenten hätten sogar beides. Und damit die Sicherheit, dass sie im Falle eines Abbruchs des Studiums eine Ausbildung vorweisen könnten. Doch dass jemand beim Studium Pro aufhört, gibt es in der Regel kaum. "Man setzt sich mit dem Unternehmen auseinander und macht sich Gedanken", sagt Ulrich Brecht.
Um die Zugänge zu erleichtern, sind neue Studiengänge geplant
Mit dem Technischen Bereich ging das Kooperative Studienmodell los, nun soll es auf andere Studiengänge ausgeweitet werden, sagt Corinna Burgermeister. Ein Problem will die Hochschule in den nächsten Monaten aus dem Weg schaffen: Wer sich für das Kooperative Studienmodell interessiert, muss sich an der Hochschule ganz normal bewerben und durchläuft das herkömmliche Einschreibungsverfahren. Im technischen Bereich, wo es keine Beschränkungen gibt, sei das kein Problem. Ulrich Brecht betont aber, dass es in anderen Studiengängen Zugangshürden gibt. Dort überlegten sich deshalb die Gremien, gesonderte Studiengänge neu anzubieten, um einen leichteren Zugang zu bekommen.
An der Hochschule gibt es zudem ein berufsbegleitendes Studium sowie das "Studium mit vertiefter Praxis", bei dem Studierende nebenher oder für die Abschlussarbeit in einem Unternehmen sind. Laut Ulrich Brecht profitieren davon alle: Studierende haben die Sicherheit, in eine Firma zu blicken, die Firmen, dass Nachwuchs komme. Unterm Strich will die Hochschule Heilbronn mit allen Kooperationsprojekten dem Fachkräftemangel entgegentreten: Jugendliche sollen erst gar nicht zum Studium das Bundesland verlassen, andere sollen in die Region kommen, sagt Ulrich Brecht.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare