So lief der Freibad-Start in der Region

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Viele Freibäder öffnen wieder mit sechswöchiger Verzögerung. Für Badegäste ist so manches neu. Der Besuch der Freibäder in der Region war bislang verhalten.

von Christoph Kraft
Bernd Knobloch zeigt, was er vom ersten Baden hält. Fast ungestört konnte er seine Bahnen ziehen.
Bernd Knobloch zeigt, was er vom ersten Baden hält. Fast ungestört konnte er seine Bahnen ziehen.  Foto: Veigel, Andreas

Neun Badegäste haben sich um 10 Uhr am Tor des Heilbronner Freibades Neckarhalde eingefunden. Sie sind die ersten, die das kühle Nass an diesem Morgen genießen können. Gerd Heisler und Uwe Brückner sind schon seit Jahren Stammgäste. Heisler kommt seit vier, Brückner sogar schon seit zwölf Jahren, jeden Tag, "auch wenn es regnet", sagt Heisler. Das Schwimmen hat beiden gefehlt, doch nicht nur die sechswöchige Verzögerung, sondern auch die Abstandsregeln stören Heisler: "Das Schlimmste ist, dass man nicht miteinander reden kann", meint Heisler. Auch im Becken darf man sich eben nicht zu nahe kommen, auch überholen ist verboten.

Beim Einlass fällt auf, dass nur Onlinekarten mit einem QR-Code den Zugang ins Bad erlauben. Ein- und Ausgänge sind räumlich deutlich voneinander getrennt worden, Security ist engagiert und achtet auf die Abstandsregeln. "Das ist ja ein behütetes Schwimmen", meint Heisler und lacht. Am Beckenrand zeigt sich eine kurze Irritation von einigen der Frühschwimmer: "Wo darf ich ins Wasser?", fragt eine Schwimmerin. Nicht jede beliebige Leiter kann, wie früher, zum Einstieg benutzt werden, nur an zweien ist das erlaubt. Dort muss man sich ein Armband umlegen, das man dann beim Ausstieg wieder in einen Eimer legen soll.

Badegäste ziehen "im Kreisverkehr" ihre Bahnen

"Dadurch erfassen wir, wie viele Schwimmer im Becken sind", sagt Heilbronner Bäderleiterin Ursula Stiefken. "Dass wir öffnen können, geht nur, wenn wir als Team wie Zahnräder richtig ineinandergreifen. Man muss sich aufeinander verlassen können", sagt Betriebsstellenleiterin Ute Mallwitz-Baumann. In den Becken dürfen die Badegäste sozusagen "im Kreisverkehr" ihre Bahnen ziehen, auf der einen Seite nach oben, auf der anderen nach unten. Mit ihrem Team hat Stiefken in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass Schilder, Absperrbänder und Armbänder pünktlich zur Eröffnung zur Verfügung stehen. Eine extra engagierte Firma reinigt das Gelände nach dem ersten Badezeitfenster eine Stunde lang, sodass ab 15 Uhr wieder gebadet werden kann.

In Spitzenzeiten dürfen 500 Personen ins Bad, auch wenn nur 240 in die Becken dürfen. Für den Morgen des Eröffnungstages sind 45 Tickets gebucht, nachmittags 90. Die rund 15 Premierengäste genießen es, etwas mehr Platz zu haben als die letzten Jahre. "Spitze", findet Bernd Knobloch das erste Baden. "Angenehmer, als ich es mir gedacht hab", ist Gerd Heislers erster Eindruck. Das liegt auch daran, dass die Becken angesichts des kühlen Wetters zwischen 22 und 24 Grad warm sind.

 


 

Verhalten ist der Beginn nicht nur in Heilbronn, sondern auch in Neudenau und Weinsberg. Nur drei Gäste sind in Neudenau gekommen, sieben in Weinsberg. "Aber dafür wurden viele Jahreskarten gekauft", sagt die Verkäuferin in Neudenau. Tageskarten gibt es dort auch nicht zu kaufen, nur Jahres- oder Zwölfer-Karten. Es gibt auch keine Zeitbegrenzung, im Gegensatz zu Heilbronn. Wie in Heilbronn dürfen auch in Neudenau maximal 500 Menschen ins Bad, aber nur rund 140 ins Wasser.

In Weinsberg ist Schwimmmeister Ronny Pätsch "froh, dass überhaupt jemand kam". Ungefähr 190 Badende und maximal 300 Menschen insgesamt dürfen dort ins Freibad. Die Badezeitfenster dauern jeweils drei Stunden, es gibt drei davon über den Tag verteilt. Wie in Heilbronn sind Tickets nur online zu haben, und auch hier fragt sich mancher Besucher, was er beachten muss, bevor es ins Becken geht, sagt Pätsch. In den nächsten Tagen haben die Schwimmbadbesucher Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Tickets an der Kasse und online erhältlich

Während es in Neudenau noch vereinzelte Tickets an der Kasse zu kaufen gibt, haben sich in Heilbronn und Weinsberg Onlinetickets durchgesetzt. In Weinsberg kann nur ein Ticket pro Bestellung gekauft werden. In Weinsberg und Heilbronn gibt es nur Tagestickets zu kaufen, im Soleo können Saisonkarten für Frühschwimmer, die zwischen 6 und 9.30 Uhr gelten, gekauft werden. Das Soleo hat dafür von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 9.30 Uhr sowie von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet. 

 


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