SLK-Kliniken: Große Zuwächse bei infektiösem Müll
Ein Blick auf die Zahlen der SLK-Kliniken zeigt Anstiege in verschiedenen Bereichen. Eklatant ist der Zuwachs beim FFP2-Maskenverbrauch.
Das Mehr an Abfällen, das die Menschen coronabedingt zu Hause produzieren, ist das eine. Ein anderer Aspekt ist der Zuwachs an Müll, der infolge der Pandemie in Krankenhäusern anfällt - ein Blick auf die SLK-Kliniken.
Corona als wichtiger Faktor
Nicht bei allen Abfallarten der SLK-Häuser lasse sich ein Anstieg immer eindeutig auf die Pandemie zurückführen, erläutert Pressesprecher Mathias Burkhardt. Bei manchen aber schon, etwa in der Sparte "Infektiöser Müll". Burkhardt: "Da ist Corona ein wichtiger Faktor." Im letzten Vor-Pandemie-Jahr 2019 fielen in den SLK-Standorten (Gesundbrunnen, Plattenwald, Brackenheim und Möckmühl, ohne Klinik Löwenstein) 27 Tonnen infektiöser Müll an.
2020 schnellte der Wert hoch auf 45 Tonnen. Auf diesem Level stieg die Menge 2021 nochmals auf 48 Tonnen an. Beeindruckend beim infektiösen Müll ist das Plus beim FFP2-Maskenverbrauch (ambulant und stationär): 9630 Masken waren es 2019, 217 429 ein Jahr später und 716 861 im vergangenen Jahr. Ähnlich in dieser Sparte die Entwicklung bei den Schutzkitteln: Für 2019 gibt Burkhardt den Verbrauch mit 61 140 Stück an. 2020 wurden 150 743 Stück benötigt, 2021 waren es 236 239 Kittel. Der infektiöse Müll wird energetisch verwertet, geht also in die Verbrennung.
Ein weiterer Anstieg
Bei der Sparte "Verpackungen aus Pappe und Papier" sei der Zuwachs "vermutlich ebenfalls zu einem Teil Corona geschuldet", sagt SLK-Sprecher Burkhardt. 2019 kamen 154 Tonnen des Recyclingmaterials zusammen, 2020 waren es 163 Tonnen, 2021 nochmal sieben Tonnen mehr, also 170 Tonnen. Einen Anstieg verzeichnet die Statistik auch bei "Körperteile und Organe". Dazu zählen Gewebeschnitte, Blutbeutel und amputierte Körperteile. 16 Tonnen waren es es 2019, 17 Tonnen 2020 und 24 Tonnen 2021.
Teilweise könnte diese Entwicklung mit der Pandemie zu tun haben, erläutert der Kliniksprecher: Manche Corona-Patienten seien auf Lungenersatzmaschinen angewiesen und benötigen in diesem Zusammenhang Blutkonserven.
Keine erhöhten Herausforderungen
Das erhöhte Müllaufkommen habe die SLK-Häuser insgesamt "nicht vor erhöhte Herausforderungen gestellt", so Burkhardt. "Die Abläufe sind ja dieselben." Die Mehrkosten für das Mehr an Entsorgung beziffert er für 2020 gegenüber dem Vorjahr mit zehn Prozent. Weil man nach einer Neuausschreibung den Dienstleister gewechselt habe, liege man 2021 unter den Kosten von 2020.
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