Meinung: Gefährliches Spiel
Ein Familienvater verzockt mit einem kostenlosen Handyspiel Hunderttausende von Euro. Er wird straffällig, muss ins Gefängnis und verliert fast seine Familie. Um ein Spiel mit Gewinnaussicht geht es dabei nicht, meint unser Autor.
Ein Familienvater verzockt mit einem kostenlosen Handyspiel Hunderttausende von Euro. Er wird straffällig, muss ins Gefängnis und verliert fast seine Familie. Um ein Spiel mit Gewinnaussicht geht es dabei nicht. Die Spielentwickler sprechen ganz andere Reize bei Zockern an. Anerkennung durch Mitspieler, Erfolg im Spiel durch Verbesserung des eigenen Status – all das verstärkt das Verlangen nach mehr. Und wird so zur gefährlichen Falle. Für Menschen in schwierigen Situationen bereitet das den Nährboden für eine Sucht. Die Folgen sind verheerend.
Man hört sie schon, die Betreiber von Spielhallen, die Vertreiber und Hersteller von Geldspielautomaten. Nur die Anonymität des Internets mache solche Auswüchse erst möglich. Spielhallen böten an, dass sich suchtgefährdete Spieler sperren lassen. Stimmt. Doch Sperren müssen kontrolliert werden. Wer mit süchtigen Geldautomatenspielern spricht, weiß, dass diese Kontrollen nicht oder unzureichend funktionieren. Wer die Diskussion um die Gefahr von Online-Spielen eröffnet, muss über Suchtursachen sprechen. Die sind in beiden Spielwelten ähnlich.
Das Argument der Betreiber stationärer Spielhallen, sie schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern, gilt nicht. Es ist eine Milchmädchenrechnung. Steuereinnahmen stehen Therapieausgaben gegenüber. Außerdem: Mit Menschen in psychischen Ausnahmesituationen Geld zu verdienen gehört sich nicht.
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