Für Shisha-Bars war die Corona-Pandemie eine harte Zeit

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Der monatelange Lockdown macht den Raucher-Lounges zu schaffen. Nun droht vielen der Lounges das Aus. Denn Shisha-Bars und Raucherkneipen waren vom Lockdown am stärksten betroffen.

Betim Dervishaj (Mitte) freut sich, dass in seiner Shisha-Bar wieder geraucht werden darf.
Foto: Ralf Seidel
Betim Dervishaj (Mitte) freut sich, dass in seiner Shisha-Bar wieder geraucht werden darf. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Noch bis vor gut einem Jahr begann für eine wachsende Zahl junger Leute ein entspanntes Wochenende mit einem fruchtigen Tabakgenuss in einer Shisha-Bar. Auch deshalb hatte die Zahl der Shisha-Lounges in den vergangenen Jahren auch in der Region explosionsartig zugenommen.

Vielen Bars droht das Aus

Dann kam die Corona-Pandemie und die orientalische Wasserpfeife verschwand in der Öffentlichkeit aus dem Bewusstsein. Nun droht nach dem lange anhaltenden Lockdown auch vielen der Lounges das Aus. Denn Shisha-Bars und Raucherkneipen waren vom Lockdown am stärksten betroffen. Sie mussten als Erste schließen und sind jetzt die Letzten, die wieder öffnen dürfen.

"Nach ersten Einschätzungen sind 50 Prozent der Shisha-Bars von der Schließung betroffen. Überleben können nur die, die Eigentürmer sind oder großzügige Vereinbarungen mit den Vermietern treffen konnten", schätzt Erdal Zorsöker gegenüber der Heilbronner Stimme. Der Kölner hat die Wasserpfeife in Deutschland bekannt gemacht und ist in der Deutschen Shisha-Vereinigung aktiv.

Ein boomender Markt

Welchen Boom die Bars vor der Pandemie hatten, zeigt ein Blick in die Statistik. Allein in Heilbronn sind 18 Gaststätten gewerblich angemeldet, die Wasserpfeifen anbieten dürfen. Hinzu kommen zahlreiche Lounges im Landkreis. Ihre Zahl ist schwer zu ermitteln, weil sie nicht zentral erfasst werden, sondern ihren gastronomischen Betrieb bei den Gewerbeämtern der Kommunen anmelden müssen.

Öffnen durften Sisha-Bars nach dem Lockdown analog zu den Gaststätten. Geraucht werden durfte in geschlossenen Räumen allerdings erst bei einer fünf Tage anhaltenden Sieben-Tage-Inzidenz von unter 10. Erst seit vergangenen Montag also auch wieder in der Stadt Heilbronn. Im Landkreis ist bei einer Inzidenz von 11,3 (Stand 14. Juli) das Rauchen dagegen wieder verboten.


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Große Nachfrage

Einer, der sich seinen Optimismus bewahrt hat, ist Betim Dervishaj. Er betreibt seine Shisha-Bar "Broadway" im Heilbronner Shoppinghaus in der Allee 40. "Wir hatten schon Anfang Juni 100 Anrufe am Tag bekommen und die Leute haben gefragt, wann es denn endlich wieder richtig losgeht", sagt der 24-Jährige. Deshalb glaubt er auch, dass er bald wieder an alte Zeiten anknüpfen kann. "Die Nachfrage der Kunden ist nach wie vor groß", ist sich Dervishaj sicher, dem die Räume im Shoppinghaus gehören.

Steuer verteuert Tabak

Die vergangenen Monate möchte er aber nicht noch ein Mal erleben. "Das war hart, aber wir haben versucht die Zeit zu nutzen, um kleinere Baustellen im Laden zu richten", betont der Broadway-Chef. Und noch ein Schlag hat die Freunde der Wasserpfeifen getroffen: Die deutliche Erhöhung der Tabaksteuer in den kommenden Jahren. In einer seiner letzten Sitzungen vor der Sommerpause hatte der Bundestag die Erhöhung in mehreren Schritten beschlossen, auch für E-Zigaretten und Wasserpfeifentabak, der bisher nur gering besteuert wurde. Pro Kilo Shisha-Tabak wird ab 2022 eine Zusatzsteuer von 15 Euro fällig.

"Natürlich ist das ein extremer Anstieg, wie die Kunden darauf reagieren wird sich herausstellen", meint Betim Dervishaj. Erdal Zorsöker glaubt dagegen, dass die Steuererhöhung die Bars eher weniger treffe. "Die Ausgaben für den Tabak machen in der Bar nur einen Bruchteil der Kosten aus. Dies trifft eher die Einzelhändler", ist der Shisha-Experte überzeugt.

 

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