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"Fridays for Future"-Aktivisten trotzen der bitteren Kälte

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Jugendliche und Erwachsene von "Fridays for Future" machen am globalen Streiktag in Öhringen und Künzelsau auf die weltweite Klimakrise aufmerksam. Am späten Nachmittag finden auch Aktionen in Heilbronn statt.

von Yvonne Tscherwitschke und Milva-Katharina Klöppel
In Öhringen zeigen leere Kartons, was die "Fridays for Future"-Gruppe von den leeren Versprechungen der Politik hält. Zeitgleich findet eine Aktion in Künzelsau statt.
Foto: Tscherwitschke
In Öhringen zeigen leere Kartons, was die "Fridays for Future"-Gruppe von den leeren Versprechungen der Politik hält. Zeitgleich findet eine Aktion in Künzelsau statt. Foto: Tscherwitschke  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Von wegen Klimaerwärmung, mag sich da so mancher denken - dicke weiße Schneeflocken fallen vom Himmel und es pfeift ganz gewaltig auf dem Öhringer Markplatz, als die "Fridays for Future"-Aktivisten versuchen, die Kartons aufzubauen und das Banner zu spannen. Und obgleich dicke Handschuhe und Mütze jetzt Mitten im März eine gute Sache wären, ist die globale Erwärmung nicht zu leugnen. Und deshalb warnen die leeren Schachteln vor "leeren Versprechungen".

Aktionen in Künzelsau und Heilbronn

Zeitgleich zu der Aktion in Öhringen hat die dortige "Fridays for Future"-Gruppe ihre Kartons beim Alten Rathaus gestapelt. " NoMoreEmptyPromises - keine weiteren leeren Versprechungen" ist das Motto des globalen Streiktags. Am späten Nachmittag finden auch Aktionen in Heilbronn statt.


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Am 20. September 2019 rief "Fridays for Future" zum dritten globalen Klimastreik auf. Allein in Heilbronn versammelten sich mindestens 2000 Menschen in der Innenstadt, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Darunter neben vielen Jugendlichen auch zahlreiche Erwachsene. 
Foto: Archiv/Veigel
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Klimaaktivisten von "Fridays for Future" kehren zurück auf die Straße


Mit hölzernem Gehzeug durch die Straße

Die Künzelsauer haben sich zu Bannern und Kartons noch etwas anderes einfallen lassen: Sam Retusch (20) läuft in einem hölzernen Gehzeug (analog zum Fahrzeug) durch die Hauptstraße. "Damit wollen wir zeigen, wie viel Platz ein Auto braucht, in dem dann doch nur eine Person sitzt", erklärt die Studentin. Und fügt hinzu: "Wir brauchen dringend eine Mobilitätswende". Das sieht auch Priscilla Reinauer (46) so und engagiert sich deshalb seit Februar 2019 bei Parents for future. Die Aktionen fallen auf. In Künzelsau ist freitags Wochenmarkt.


Auch in Öhringen ist die Zahl der Jugendlichen und der Erwachsenen nahezu gleich. Denn wegen Corona darf die Gruppe der Aktiven auf dem Marktplatz nicht groß sein. Bei den Demos vor Corona waren um die 200 Menschen durch Öhringen gezogen. Seither, sagt Gudrun Bothner (67) finde viel digital statt. Ihr ist wichtig: "Meine Enkel und Kinder sollen mal nicht sagen können, wir hätten nichts getan." Deshalb engagiert sich die Ohrnbergerin seit sie in Rente ist. Und ihre Kinder? "Die sind anderweitig aktiv, in der Flüchtlingshilfe, zum Beispiel", sagt sie. Brigitte Roloff (56) holt einen weggepusteten Karton zurück und sagt: "Mein Sohn ist hier nicht aktiv, lebt das aber trotzdem und will zum Beispiel kein eigenes Auto, fährt lieber Fahrrad."

Globale Krise braucht globale Lösungen

Moritz Janki (19) und seine Schwester haben das eigene Engagement in die Familie getragen. "Die Eltern und Großeltern waren auch schon dabei", sagt Moritz Janki. "Die Krise ist eine globale", mahnt Mario Dietel Handeln durch Politik und Wirtschaft an. Auch wenn es diese Aktion die breite Unterstützung nicht zeigt, ist sich der junge Grünen-Stadtrat derer sicher: "Die allererste Aktion hier waren Fünftklässler, die auf den Marktplatz zogen. Deshalb habe ich keine Sorgen um den Nachwuchs", sagt Dietel.

Kundgebung und Fahrraddemo in Heilbronn

Als um 16 Uhr etwa 130 Menschen auf dem Heilbronner Kiliansplatz zusammenkommen – mit Abstand und medizinischen Mundschutzmasken –, hat der Wettergott ein Einsehen und schickt ein paar Sonnenstrahlen. Den Aktivisten reicht das aber nicht. Ihnen geht es um mehr, ums Klima und damit langfristige Veränderungen. „Die Politik muss dafür sorgen, dass der Temperaturanstieg auf der Erde, der von Menschen verursacht wird, auf 1,5 Grad Celsius begrenzt wird“, erklärt Isabell Steidel. Sie ist eine der Rednerinnen auf der überparteilich angemeldeten Demonstration.

Zusammenschluss "Heilbronn for Future"

Bevor sich die Klimaschützer auf ihre Fahrräder schwingen, lautstark klingeln und mit kurzen Straßensperrungen für Aufmerksamkeit sorgen, weist Miriam Kloiber noch auf „Heilbronn for Future“ hin. „Ein freier Zusammenschluss von Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen, die sich für eine wirkungsvolle Klimapolitik einsetzen“, so Kloiber, die bislang bei „Parents for Future“ aktiv ist. Zukünftig soll jeden ersten Freitag im Monat um 16.30 Uhr an einer zentralen Stelle in Heilbronn eine Kundgebung stattfinden.

 

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