Feuer in Asylbewerberheim war Brandstiftung

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Nach Informationen dieser Zeitung wurden Kleidungsstücke angezündet. Die Polizei hat das Asylbewerberheim zum Tatort erklärt. Die Bewohner sind in Ersatzquartieren untergekommen.

Drei Tage nach dem Brand eines Zweifamilienhauses in der Mühlstraße in Talheim sucht die Polizei nach Zeugen. Der Eingang ist von der Kripo versiegelt worden. Die Bewohner sind in Ersatzquartieren untergebracht.
Foto: Jürgen Kümmerle
Drei Tage nach dem Brand eines Zweifamilienhauses in der Mühlstraße in Talheim sucht die Polizei nach Zeugen. Der Eingang ist von der Kripo versiegelt worden. Die Bewohner sind in Ersatzquartieren untergebracht. Foto: Jürgen Kümmerle  Foto: Kümmerle, Jürgen

Drei Tage nach dem Brand einer Asylbewerberunterkunft in Talheim haben Staatsanwaltschaft Heilbronn und das Polizeipräsidium Heilbronn gestern eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht. Demnach gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Sie suchen nach Zeugen, die Montagmorgen gegen 4.30 Uhr, kurz vor Brandausbruch, Verdächtiges in der Mühlstraße beobachtet haben.

Nach Angaben eines Informanten, waren vom Bett eines Zimmers im ersten Stock des Gebäudes hin zur Eingangstür Kleidungsstücke zusammengerollt, aneinandergereiht ausgelegt und angezündet worden. Einbruchsspuren seien hingegen keine vorhanden. Es stellt sich die Frage, wie ein mutmaßlicher Täter ins Gebäude gelangt ist?

Rauchmelder schlug an

Das Haus in der Mühlstraße nutzt die Gemeinde als Wohnheim für Asylbewerber. Talheims Bürgermeister Rainer Gräßle teilte bereits am Montag mit, dass eine Frau mit ihren drei Kindern im ersten Stock des Zweifamilienhauses wohnte. Im Erdgeschoss wohnte eine Familie mit zwei Kindern. Als das Feuer ausbrach, sei im ersten Stock niemand daheim gewesen. Die Familie im Erdgeschoss habe die Rettungskräfte alarmiert, nachdem der Rauchmelder Alarm geschlagen hatte.

Haustüre versiegelt

Das Gebäude ist nach Auskunft der Polizei derzeit nicht bewohnbar. "Das hat aber nichts mit dem Schadensausmaß zu tun. Das ist ein Tatort. Die Polizei hat das Objekt beschlagnahmt", sagt Sprecher Daniel Fessler. Die Hausvorderseite hat die Polizei mit rotweißem Absperrband gesperrt. Der Sachschaden liegt laut Pressemitteilung bei etwa 100 000 Euro. Die Eingangstür des Wohnhauses ist von der Kripo noch am Montag mit einem blau-weißen Aufkleber versiegelt worden.

Weshalb sich die Polizei drei Tage nach dem Brand mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit wendet, habe nach Auskunft von Sprecher Daniel Fessler organisatorische Hintergründe. Es habe am Dienstag das lange Wochenende aufgearbeitet werden müssen. Der Brand in Talheim sei dabei untergegangen.

"Seitens der Gemeindeverwaltung sind wir dabei, die Schadensregulierung vorzubereiten, um zeitnah die Sanierung des Gebäudeteils zu veranlassen", sagt Gräßle. Für die vom Brand betroffenen Familien seien Ersatzunterkünfte zur Verfügung gestellt worden.

Zeugenaufruf der Polizei

Staatsanwaltschaft und Polizei suchen Zeugen, die am Montag Verdächtiges beobachtet haben. Sie sollen sich unter 07131 104 4444 melden.

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