EU lässt Corona-Impfstoff für Babys zu
Die Erlaubnis gilt für Produkte von Moderna und Biontech. In den USA wird die Altersgruppe bereits seit dem Sommer geimpft. Die Erfahrungen seien gut, sagt der Schwaigerner Kinderarzt Ulrich Enzel.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Weg frei gemacht für zwei Corona-Impfstoffe für Babys ab sechs Monaten. Mit den Impfstoffen der Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna könnten auch sehr junge Kinder vor einer Corona-Infektion geschützt werden, teilte die EMA mit. Beide Impfstoffe waren bereits für Erwachsene und ältere Kinder zugelassen. Allerdings sind die Dosen für Babys und Kleinkinder deutlich niedriger.
Die Entscheidung der deutschen Stiko steht noch aus
Nun muss die EU-Kommission der Zulassung noch zustimmen; das gilt als Formsache. Ob Babys aber überhaupt eine Corona-Impfung angeboten wird, ist eine Entscheidung der jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten, die deutsche Ständige Impfkommission hat dazu noch keine Empfehlung ausgesprochen.
Man wisse aus den USA, wo der Impfstoff bereits seit dem Sommer in dieser Altersgruppe verimpft wird, um dessen gute Verträglichkeit, sagt der Schwaigerner Kinderarzt und Impf-Experte Ulrich Enzel. Nach einer Impfung können nach Angaben der EMA die klassischen Nebenwirkungen auftreten wie Appetitlosigkeit, Hautausschlag oder Schmerzen an der Einstichstelle. Diese seien aber meistens sehr milde und dauerten nur wenige Tage.
Geringere Dosis schützt laut Daten vor einer Infektion
Studien besagen laut Enzel, dass schon rund 70 Prozent der unter 5-Jährigen in Deutschland mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen sind, etwa durch eine eigene Infektion. Trotzdem spreche einiges dafür, die Kinder impfen zu lassen, sagt er. Aller Wahrscheinlichkeit nach reduziere die Impfung das Risiko erneut krank zu werden genauso wie das Risiko, dass Kinder selbst zu Überträgern werden. Auch die Daten der EMA besagen, dass Babys und Kleinkinder bei einer sehr geringen Dosis vor einer Infektion geschützt würden.
Besonders wichtig sei es, Kinder unter fünf Jahren mit Vorerkrankungen zu impfen, sagt Enzel. Das sei durch die Entscheidung nun auch für Ärzte leichter geworden.
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