Eintritt und Parkplatz für den Breitenauer See sind ab der Saison 2023 online zu buchen
Die Vorbereitungen für den Neustart am Breitenauer See nach drei Jahren Zwangspause laufen. Für die Freigabe als Badegewässer braucht es aber noch viel Regen in den kommenden Monaten.

Es war eine lange Zeit der Enttäuschung. Zuerst sperrten die Behörden wegen der Pandemie die Badegäste aus, dann wurde das Wasser für die Sicherheitsprüfung abgelassen - und danach blieben ausgiebige Regenfälle aus, die das Becken hätten ausreichend füllen können. 2023 soll der Breitenauer See aber wieder zum Bade- und Wassersportparadies werden. "Das kriegen wir über den Winter hin", ist Johannes Kübler, Betriebsleiter des Wasserverbands Sulm, optimistisch.
Volumen zu dreiviertel erreicht
Das Hochwasserrückhaltebecken ist inzwischen zu dreiviertel gefüllt, teilt Kübler mit. Aber es fehlen immer noch etwa 1,25 Meter an Pegelhöhe. Der Wasserspiegel liegt bei rund 220 Meter über Normalnull, nötig sind für die Freigabe 221,50 Meter. Im Sommer hat sich laut Kübler nicht viel getan. Von Juni bis August war es zu trocken. "Da hatten wir Stillstand", der Pegel bewegte sich kaum. Aber bis zur Badesaison 2023 bleibt ja noch Zeit.
"Unsere Hoffnungen liegen auf sehr viel Niederschlag in den nächsten Wochen und Monaten", sagt Tobias Kniel. Er fiebert dem nächsten Sommer entgegen. Seit er im September 2019 Geschäftsführer des Naherholungszweckverbandes wurde, hat er noch keine Badesaison von Anfang bis Ende miterlebt. Die Vorfreude sei deshalb riesig.
Besucher und Verkehr lenken
Zum Neustart wird es einige Änderungen geben. Chaotische Verkehrsverhältnisse, die sich an heißen Sommertagen wiederholten, sollen der Vergangenheit angehören. Um die Besucher- und Verkehrsströme zu lenken, wird auf ein Online-Ticketsystem gesetzt. Der Vertrag mit einem Anbieter sei unterschrieben, berichtet Kniel. Implementiert werde das System voraussichtlich im Frühjahr. "Künftig haben alle Besucher, die mit dem Pkw zum See kommen, bereits vor der Anreise ein Parkticket", beschreibt Kniel den Vorteil. Und wenn das Parkplatzkontingent am jeweiligen Tag ausgeschöpft sei, nähmen Ausflügler nicht eine lange Anfahrt in Kauf, sondern suchten sich ein anderes Ziel, so die Hoffnung des Zweckverbands.
Auch vor Ort können Eintrittskarten online geordert werden. Dazu sollen an den beiden Parktplätzen P1 und P2 Buchten für ein kurzes Halten angelegt werden. Über die Erhöhung der Eintrittspreise stimmt die Verbandsversammlung im Februar 2023 ab.
HNV-Kombiticket enthalten
Die Besucherzahl werde nicht reglementiert, betont der Geschäftsführer. Wer zu Fuß, mit dem Rad oder Bus kommt, könne jederzeit ein Ticket lösen. Apropos Bus: In den Pfingst- und Sommerferien sowie an den Wochenenden von Mai bis September ist im Eintritt ein HNV-Kombiticket enthalten. Auch das ist neu. Dazu muss die Anbindung des See ans den Öffentlichen Personennahverkehr attraktiv sein. Bisher gibt es nur eine Bedarfshaltestelle. Mit dem HNV, dem Landratsamt und dem zuständigen Busunternehmen ist der Zweckverband in Gesprächen für eine Optimierung. "Eine Busanbindung an den Campingpark ist natürlich wünschenswert", meint Kniel und hofft, dass auch dies berücksichtigt wird.
Die DLRG-Ortsgruppen, die am See für die Sicherheit sorgen, dürfen sich in der kommenden Saison auf ein renoviertes Gebäude freuen. Die Sanitärräume wurden modernisiert, eine neue Küche ist bestellt. Rund 100.000 Euro investiert der Zweckverband in diese Maßnahme.
Finanzielle Auswirkungen
Nicht nur für die Menschen war es bitter, dass drei Mal in Folge die Badesaison ausfiel, meint Kniel. Für den Naherholungszweckverband hatte das finanzielle Auswirkungen auch in den Jahren 2021 und 2022, die noch nicht endgültig beziffert werden konnten. Im Campingpark fehlten 2020 rund 270.000 Euro an Umsatz, so dass die Einnahmen auf 580.000 Euro sanken. Im Naherholungsgebiet brachen die Einnahmen, die sich 2019 noch auf 335.000 Euro, 2020 auf 134.000 Euro beliefen, komplett weg.
Zahlen zum Campingpark
Kein Sonnenbaden auf den Liegewiesen, kein Schwimmen im See, kein Surfen, Segeln und Stand-up-Paddeln: Das wirkte sich in den vergangenen drei Jahren natürlich auch auf die Übernachtungszahlen im Campingpark Breitenauer See aus. 2019 wurden noch 113.000 Übernachtungen registriert, ein Jahr später sackte die Zahl auf 77.000 ab, um dann noch einmal gewaltig einzubrechen auf 41.000. In diesem Jahr gab es eine Erholung. Bis Ende November waren laut Naherholungszweckverband 56.000 Übernachtungen gebucht worden.
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