Stimme+
Obersulm/Löwenstein

Breitenauer See zieht Bilanz: Zahl der Badegäste deutlich eingebrochen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Zugeparkte Zufahrtsstraßen, Feldwege und Weinberge: So sah es früher rund um den Breitenauer See häufig aus. Vor dieser Saison wurde ein Online-Buchungssystem für See und Parkplatz eingeführt. Dadurch blieb das Verkehrschaos zwar aus – Gäste aber offenbar fern.

Das Spätsommerwetter nutzen in dieser Woche viele Menschen, um im Breitenauer See zu schwimmen, zu paddeln und auf der Liegewiese zu entspannen. Ohne Eintritt macht das noch mehr Spaß.
Das Spätsommerwetter nutzen in dieser Woche viele Menschen, um im Breitenauer See zu schwimmen, zu paddeln und auf der Liegewiese zu entspannen. Ohne Eintritt macht das noch mehr Spaß.  Foto: Berger, Mario

Als die wöchentliche Planung anstand, war die Wetterprognose für diese Woche noch nicht so prächtig. Deshalb beschloss der Naherholungszweckverband Breitenauer See, die Badesaison zu beenden. Jetzt legt der Sommer nach, und so profitieren Besucher davon, dass seit Sonntag kein Eintritt mehr verlangt wird.

"Anfangs hat es ein bisschen geruckelt, und dann lief es gut", zieht Geschäftsführer Tobias Kniel nach dem Jahr einsmit dem Online-Ticket Bilanz. Allerdings: Im Vergleich zur letzten "normalen" Badesaison 2019 vor der coronabedingten See-Sperrung und dem folgenden Ablassen des Rückhaltebeckens gingen die Besucherzahlen zurück. "Das Online-System steht nicht auf der Kippe", betont Kniel dennoch. Es müsse geschaut werden, wo Optimierungsbedarf bestehe, eventuell unter der Woche.

Rückgang an Badegästen am Breitenauer See: Umstellung auf Ticketsystem als ein Grund

Dass weniger Badegäste an den Breitenauer See strömten, habe auch am Wetter gelegen, so Kniel. 2019 bescherte einen schönen Sommer, während es in diesem Jahr Regenphasen mit kühleren Temperaturen gab. Zum anderen kehrten wohl potenzielle Ausflügler dem Naherholungsgebiet auf Obersulmer und Löwensteiner Gemarkung den Rücken wegen der Umstellung auf das Online-Ticket. Denn wer mit dem Fahrzeug anreiste, musste auch einen Parkplatz für zwei Euro ordern. Waren alle 2000 Plätze belegt, konnten Autofahrer auch kein Eintrittsticket buchen, der Badeausflug war damit geplatzt. An Tagen mit schlechtem Wetter verzichtete der Zweckverband auf Eintritt.

Der deutliche Einbruch sei ein Stück weit erwartbar gewesen, meint Kniel, für den auch der anfängliche Shitstorm und die Diskussionen in den Sozialen Medien nicht überraschend waren. "Die, die sich beschweren, sind grundsätzlich lauter", sagt der Geschäftsführer, der insgesamt von einem positiven Feedback spricht.

Breitenauer See: Zahl der zahlenden Besucher von 2019 deutlich verfehlt

33.000 Erwachsenentickets, dazu 10.000 ermäßigte sowie 5764 Familientickets wurden gebucht. Dazu kamen 804 Jahreskarten für Erwachsene und 113 ermäßigte. Das sind deutlich mehr als 2019, als 187 Erwachsene Jahreskarten kauften sowie 48 zu ermäßigtem Preis ausgegeben wurden.

Auch wenn wegen dieses neu eingeführten Familientarifs die Zahlen nicht vergleichbar sind, so ist doch klar, dass die 185.000 zahlenden Besucher von 2019 deutlich verfehlt wurden. Es sei aber das erreicht worden, was mit dem Online-Ticket angestrebt wurde, hebt Kniel hervor: "Es gab kein Verkehrschaos." Durch den Wechsel vom bisherigen Dienstleister auf die Security, die auch die Einlasskontrollen übernahm, sei man wirtschaftlich dennoch bei einem "guten Plus".

Falschparker beim Campingpark: Ordnungsamt verteilt Knöllchen

Als Hotspot für Falschparker stellte sich der Parkplatz beim Campingpark heraus, der nur Campern, deren Besuchern und Restaurant-Gästen vorbehalten ist. Der Obersulmer Gemeindevollzugsdienst verteilte 350 Knöllchen zu je 55 Euro, gibt Ordnungsamtsleiterin Larissa Woschko zur Auskunft. Vom Seezugang aus Weiler habe es nur vereinzelt Klagen von Anwohnern gegeben.

Die See-Security, die weiter im Einsatz ist, habe die Campingpark-Zufahrt kontrolliert, genauso lief sie Streife im Naherholungsgebiet wegen des Grill- und Shisha-Verbots. Meist blieb es bei Verwarnungen, nur ein Verstoß wurde mit 100 Euro geahndet. 2022 wurden noch zehn Ordnungswidrigkeiten dieser Art festgestellt, berichtet Woschko.

Unzufriedenheit bei Kiosk-Pächterin 

"Ganz deutlich" bekamen die Kiosk-Pächter den Besucher-Rückgang zu spüren. "Die Spaziergänger und Rentner sind weggeblieben", beklagt Uschi Schröter. Vier Euro Eintritt, zwei Euro für den Parkplatz: Da suche man sich eine andere Lokalität zum Kaffeetrinken. An heißen Sonntagen sei trotzdem gut Betrieb gewesen im Gegensatz zu wochentags. Kiosk-Kunden schrecke es ab, im Vorfeld buchen zu müssen.

"Das Jahr hat sich nicht so entwickelt, wie wir es uns erhofft haben", lautet Schröters Bilanz. Sie wünscht sich Nachbesserungen, empfindet das Online-Buchungssystem als bedienerunfreundlich für ihre ältere Kundschaft. Vielleicht könnte man Eintrittskarten auch an einem Automaten ziehen, schlägt sie vor.

Wird es eine neue Regelung unter der Woche geben?

Kniel wird sich mit Sicherheitsdienst, Parkeinweisern und Baubetriebshof im Abschlussgespräch auch der nächsten Saison widmen. Vor allem auf die Regelung unter der Woche will er den Blick werfen, weil selbst in der Ferienzeit der Andrang nicht wie gewohnt war. Dafür könnte eine andere Lösung gefunden werden. Wie die aussieht, weiß er noch nicht. Entscheiden wird ohnehin die Verbandsversammlung.

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben