Wie akut ist der Lehrermangel in der Region? – Diskutieren Sie mit
Die Situation an den Schulen im Land ist angespannt: es fehlen Lehrer. Mit einer Werbekampagne hatte das Kultusministerium Quereinsteiger angesprochen. Unter dem Titel "So steht es um die Unterrichtsversorgung: Wo sind all die Lehrer hin?" laden Heilbronner Stimme und die AIM-Akademie zur Diskussionsrunde mit Experten ein.

Lehrer werden dringend gesucht: So ernst ist mittlerweile die Situation, dass sogar das Kultusministerium diesen Sommer mit einer Werbekampagne gezielt Quereinsteiger angesprochen hat. Was muss sich ändern, wie angespannt ist die Lage in Klassenzimmern der Region Heilbronn? Diskutieren Sie mit bei der Veranstaltung "Bildung auf den Punkt" am Donnerstag, 14. Dezember, ab 17 Uhr auf dem Bildungscampus Heilbronn: "So steht es um die Unterrichtsversorgung: Wo sind all die Lehrer hin?" Veranstalter sind Heilbronner Stimme und die AIM-Akademie.
"Für mich war klar: Ich muss in die Schulen gehen, gerade weil Lehrermangel herrscht. Wenn man es nicht macht, wird der Mangel noch größer." So fasst eine Referendarin an einer Grundschule in der Region ihre Haltung zusammen. Im Gespräch mit unsere Zeitung berichtet sie von den schönen Erfahrungen in Klassenzimmern sowie den Herausforderungen im Alltag. Weil sie noch in der Ausbildung ist, will sie weder ihren Namen noch den ihrer Grundschule in der Zeitung lesen.
Als Junglehrer im Klassenzimmer: Referendarin berichtet von tollen Momenten und Herausforderungen
Grundschulen seien so wichtig, es gehe um die Zukunft einer Gesellschaft, schildert sie sie ihre Beweggründe, sich für diesen Beruf zu entscheiden. "Kinder sind neugierig, sie wollen etwas wissen", erzählt sie von den tollen Momenten. "Nur wenn man reingeht", sagt die Referendarin, "kann man die Rahmenbedingungen ändern." Die Mädchen und Jungen gäben viel zurück, dieses ehrliche Feedback sei toll, erzählt sie. "Die kindliche Entdeckungsfreude hat mich positiv überrascht." So schön diese Momente sind, es gebe die Zeiten der Herausforderung. Wenn man merke, dass so viel mehr Lehrer nötig seien, sagt sie: Die Kinder kämen bereits mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Grundschulen, Themen wie Inklusion oder Vorbereitungsklassen für Geflüchtete kämen hinzu. "Ein Lehrer reicht nicht", sagt sie. In manchen Schulen sei die Situation angespannt. Es brauche aber viel mehr Förderangebote, was wegen fehlender Lehrer nicht möglich sei. "Das ist schade", bedauert sie.
Lücken in den Lehrerzimmern sind schon lange bekannt. Gerade das hat die Referendarin in ihrer eigenen Schulzeit zweifeln lassen, ob Lehrer tatsächlich der richtige Beruf für sie ist: Sie machte sich viele Gedanken, ob sie sich das antun wolle. Nun steht sie vor den Kindern und hofft auf viel mehr Kollegen: Man müsse zwar noch durch eine Phase mit wenig Kollegen, doch dann werde es besser.
Darum geht es bei Bildung auf den Punkt: Die Meinung der Leser und User zählt
Ist es tatsächlich so? Was tut das Land, wie engagieren sich bereits Schulen, was ist bei der Lehrerausbildung nötig? Darum geht es bei Bildung auf den Punkt im Dezember. Volker Schebesta vom Kultusministerium steht Rede und Antwort zur Kampagne. Micha Pallesche von der Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule in Karlsruhe sagt, was Schulen tun. Anne Sliwka vom Institut für Bildungswissenschaft der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg bringt den internationalen Vergleich bei der Schul- und Schulsystementwicklung mit. Hinter der Diskussionsreihe, die schulpolitische Themen aufgreifen will, stehen die Heilbronner Stimme und die Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM).
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