Dieser Bad Wimpfener ist in seinem Fach der beste Auszubildende - deutschlandweit
Die Industrie- und Handelskammern küren die besten Azubis in ihren Regionen. Dieses Jahr hat Lukas Koch seine Ausbildung am Heilbronner Salzbergwerk beendet - mit Spitzenleistungen. Was er gelernt hat, wie seine Ausbildung war und was er überhaupt im Harz macht.

Lukas Koch hatte sich gegen bundesweit 100 angehende Bergleute durchgesetzt. Der Bad Wimpfener gehört dieses Jahres zu den besten Auszubildenden der IHK Heilbronn-Franken und des Landes. In seiner Fachrichtung Tiefbautechnik vertieft sich der 22-Jährige nun im Harz, ehe er als Techniker des Bergbaus wieder aktiv in den Dienst der Südwestdeutsche Salzwerke AG zurückkehren will. Die Fachschule für Wirtschaft und Technik ist in Clausthal-Zellerfeld, am niedersächsischen Teil des Harzes. "Es ist schön hier, ähnlich wie im Schwarzwald", sagt Koch. "Leider gibt es bei uns in der Region so eine Schulung nicht." Die Beziehung in den Süden ist eng. Zur Familie, den Freunden und nicht zuletzt zu seiner Partnerin, pendelt er jedes Wochenende.
Leidenschaft für Berge und Technik seit der Schulzeit
Vor allem hatten es ihm technische Fächer in der Schulzeit angetan. "Geografie und Geologie fand ich auch immer sehr spannend", sagt Koch über seine Zeit am Technischen Gymnasium an der Maybachschule. Eindrücklich sei auch ein Besuch bei seiner Tante in Wuppertal gewesen, berichtet Lukas Koch. "Im Ruhrgebiet sind viele ehemalige Bergwerke, damals gab es auch noch aktive - das fand ich total interessant." Seine Leidenschaft zu Natur und Geologie hält Lukas Koch auch auf seinem Instagram-Account fest. Auch besichtigte er oft das Werk in Bad Friedrichshall. Er habe sich dort erstmals ernsthaft zum Beruf des Bergbautechnologen informiert. Die Bewerbung war dann nur die logische Konsequenz.
In der Ausbildung stand zuerst Metall- und Elektrotechnik auf dem Plan. Dann lernte er unter Tage in Heilbronn den Abbau kennen. Ab 2019 folgte sein praktischer Einsatz im "Revier Bohren und Sprengen". Das sei die eine Art, wie Salz abgebaut werde, erklärt Koch. "Es gibt auch die schneidende Gewinnung.
Große Verantwortung bei Umgang mit schwerem Gerät
Dabei werden mächtige Fräsen eingesetzt, die Continious Miners heißen. Dass den jungen Mann die großen Maschinen besonders reizen, ist deutlich. Er betont, dass er bereits früh - neben der Bedienung der Fräsen - "den Lader fahren" durfte: "So einen Tiefbau-Lader kann man kaum mit einem Baustellen-Radlader vergleichen - mit voller Schaufel wiegt der 80 Tonnen." Salz in 200 Meter Tiefe mit schwerem Gerät abbauen zu dürfen, sei ein Vertrauensbeweis für jeden Azubi. Sprenglöcher zu bohren war bald eine Arbeit, die er übernehmen durfte oder die "Bewetterung" des Stollens. Das bedeute, sich um die sichere Luftversorgung des Abbauortes zu kümmern. "In Deutschland sorgen viele Verordnungen dafür, dass der Bergbau sehr sicher ist."
Neben seinen hervorragenden Zensuren bei der Berufsschule tat sich Lukas Koch in seinem Engagement als Vorsitzender der Auszubildenden-Vertretung oder als IHK-Ausbildungsbotschafter hervor, wo er Jugendlichen seinen Beruf im Bergbau erklärte.
Bergbau wandelt sich - genauso die Sprache der Bergleute
Dass es sein Metier geworden ist, beweist er auch, wenn man nach der Zukunft des Bergbaus fragt: "In Heilbronn gibt es noch Salz für die nächsten 100 Jahre", erklärt Koch. Eine ganz andere Situation sei es für die Kohle. Rohstoffe zu fördern, bleibe aber aktuell. Er verweist auf seltene Erden für die E-Mobilität, Lithium und Stein als Baumaterial.
"Regional ist es sehr verschieden - in Heilbronn ist es teilweise sachlich", sagt Lukas Koch zur Traditionspflege der Bergleute. Man spräche eher von Kollegen als von Kumpels. Dennoch, räumt er ein, fände er es nicht schlecht, wenn die Kumpel-Kultur nicht ganz verloren ginge. Seinem Element bleibt der Bergmann in der Freizeit treu: Kürzlich erkundete er den Brocken.
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