Stimme+
Halloween

Das sind die schaurig-schönsten Halloween-Häuser der Region

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Sound, Licht und Effekte: In Hirrweiler und Kirchhausen stehen zwei Grusel-Häuser, die an Halloween schon von Weitem zu erkennen sind - und natürlich viele Kinder anlocken.

von Julian Ruf

"Süßes oder Saures", so schallt es am Abend vor Allerheiligen wieder durch viele Straßen der Region. Denn wenn das Laub auf den Straßen liegt und die Nächte wieder länger werden, dann ist Halloween. Für manche ist die Zeit des Horrors, der Geister und der Monster die schönste Zeit des Jahres, das jetzt langsam zur Neige geht. Sobald das eigene Gesicht hinter einer gruseligen Maske oder unter einem Hexenhut verschwindet, kann die Tristesse des Alltags für kurze Zeit vergessen werden. Der Hang zum Schmücken und Verkleiden macht dabei auch vor den Häusern der Menschen nicht halt. Passend zum Anlass hat sich die Stimme-Redaktion nach den schaurig-schönsten Halloween-Häusern im Landkreis Heilbronn umgesehen. Fündig wurden wir zum Beispiel in Kirchhausen und Hirrweiler bei Löwenstein. 


 

Kürbis im Garten reicht nicht aus

Zwei Grabsteine im Vorgarten und ein einsamer Kürbis vor der Haustüre sind Anke Pfundt nicht genug. Deswegen macht die 43-Jährige ihr Haus in Hirrweiler jedes Jahr zum Grusel-Treffpunkt für die Kinder in der Nachbarschaft. "Am Halloweenabend kommen immer mindestens 50 verkleidete Kinder und klingeln bei uns, Erwachsene natürlich auch", sagt die technische Zeichnerin stolz, die aus Ellhofen stammt, aber schon seit Jahren in Hirrweiler lebt. Der Garten ihres Hauses ist fast komplett mit weißen Spinnweben überzogen, künstliche Skelettteile ragen aus dem Boden. Strahler setzen das gruselige Gesamtwerk gekonnt in Szene und aus einem Lautsprecher ertönen lautes Kettengerassel und Wolfsheulen. 

Seit 23 Jahren perfektioniert Anke Pfundt nun schon ihr Halloween-Hobby. Circa eine Woche Zeit benötigt sie, um alles aufzubauen. Die Dekoration bleibt dann für den restlichen Oktober, erst eine Woche nach Halloween kehrt wieder Normalität in ihren Haushalt ein. "Mich fasziniert einfach das Dunkle und ich lasse mich von Horrorfilmen inspirieren", erklärt sie ihre Liebe zu Halloween. Die großen Horrorklassiker aus Hollywood, wie zum Beispiel die Filme "Nightmare on Elm Street" oder "Carrie", seien dabei ihre Vorbilder.

2000 bis 3000 Euro habe sie über die Jahre schon in die Dekoration investiert. "Es fehlen uns eigentlich nur noch sehr teure animierte Figuren", meint sie. Dass ein pompöses Halloween-Fest, wie es aus den Vereinigten Staaten bekannt ist, in Europa immer mehr zum Trend wird, liegt laut Pfundt unter anderem wohl auch an der Verbreitung durch die sozialen Medien. "Der globale Handel verbreitet den Trend dann immer weiter und es wird in den Schulen thematisiert. Da ist es kein Wunder, dass Halloween auch in Deutschland immer größer wird."

 


Mehr zum Thema

Stimme+
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Drei Feiertage im Konfliktfeld von Kirche und Kürbis


 

Leidenschaft für Verkleidungen 

Natürlich hört die Liebe zu Halloween nicht bei der Dekoration des Hauses auf. Jede Menge Energie und Arbeit steckt Anke Pfundt auch in ihre aufwendigen Kostüme. Dieses Jahr ist ihre Wahl auf eine eigene Interpretation der dunklen Fee "Maleficent" gefallen, inklusive großer, schwarzer, leuchtender Flügel. Auch Tochter Jule (8) ist voll im Kostümfieber, sie geht als Zauberschülerin Hermine aus der "Harry Potter"-Reihe. Ist Halloween vorüber, ist Anke Pfundt weiter in einem Faschingsverein aktiv und frönt dort ihrer Leidenschaft für ausgefallene Kostümierungen.

Ausgelassen gefeiert wird im Hause Pfundt selbstverständlich schon vor und auch nach der Geisterstunde. Ihr Tipp für eine außergewöhnliche Halloween-Party: Getränke in Gummihandschuhen ins Gefrierfach packen. "Wenn es klappt, entstehen abgetrennte Hände, die langsam in den Gläsern der Gäste schmelzen." Wer es nicht ganz so aufwendig mag, dem empfiehlt sie, wenigstens passende Gruselgeräusche über einen Smartspeaker abzuspielen.


 

Gruseln ist Familientradition

Das Haus von Familie Waschke in Kirchhausen ist bereits im ganzen Ort bekannt. Vor ihrer Garage ist mit Absperrband ein authentischer Tatort mit Leiche inszeniert. Im Garten stehen die Skelette in ihren Särgen, wovon eines wie Michael Jackson angezogen ist, der gerade seinen berühmten Moonwalk vollführt. Eine große Rauchmaschine hüllt das Haus in einen bedrohlich wirkenden Nebel.

Die Faszination für Halloween bei Familie Waschke begann bereits mit dem Opa. Der war einst als Licht- und Veranstaltungstechniker tätig und steckte die Familie vor über 15 Jahren mit dem Halloween-Fieber an. "Es ist einfach ein Fest für alle und vor allem ist das Wichtigste daran, dass es den Kleinen Spaß macht", sagt Fachwirtin Carolin Waschke (42). Für Halloween kommt bei den Waschkes die gesamte Familie zusammen und hilft bei der Dekoration des Hauses, was schon mal einen ganzen Tag in Anspruch nehmen kann. "Die Nachbarn kommen auch rüber und gehen uns zur Hand", erzählt Carolin Waschke weiter.

"An Halloween treffen sich die Kinder aus dem ganzen Dorf bei uns, es hört manchmal mit dem Klingeln gar nicht mehr auf." Einem kleinen Streich fielen die Waschkes auch schon zum Opfer, als niemand die Tür öffnen konnte, um Süßigkeiten zu verteilen. "Am nächsten Morgen hatten wir dick Zahnpasta auf der Türklinke", sagt Carolin Waschke lachend. 

Traditionell bereitet Familie Waschke an Halloween für sämtliche Nachbarn und alle, die "Süßes oder Saures" verlangen, eine Kürbissuppe zu. "Eventuell fällt das dieses Jahr wegen Corona noch weg, aber wir freuen uns trotzdem, wieder ohne weitere Einschränkungen Halloween feiern zu können." Auf die Frage, wohin denn eigentlich der Halloween-Trend in diesem Jahr gehe, antwortet Carolin Waschkes Schwester, Nina-Heike Korn (35): "Einen wirklich neuen Trend gibt es wohl nicht. Der Trend geht höchstens dahin, immer noch mehr zu machen, denn die Menschen lieben einfach den Kitsch aus den USA."

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben