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Heilbronn

Das neue Heilbronner Käthchen fühlt sich pudelwohl in ihrer Rolle

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Selbstsicher und direkt: Jasmin Heyd (20) will als Botschafterin der Stadt nicht nur hübsches Beiwerk bei offiziellen Anlässen sein.

Von Helmut Buchholz
OB Mergel freut sich mit dem Hauptkäthchen Jasmin Heyd. Foto: Heibel
OB Mergel freut sich mit dem Hauptkäthchen Jasmin Heyd. Foto: Heibel  Foto: Heibel, Matthias

Dass Jasmin Heyd das neue Hauptkäthchen ist, hat sie eigentlich erst so richtig vier Tage nach der Wahl realisiert. "Das war bei meinem ersten offiziellen Auftritt, beim Start des Buga-Dauerkartenverkaufs auf dem Heilbronner Marktplatz", berichtet die 20-Jährige. "Auf der Bühne zu stehen, das erste Interview als Käthchen - und dann sich selbst auf der Titelseite der Stimme zu sehen, das ist schon etwas Besonderes."

Weiterlesen: So verlief die Käthchen-Wahl 2018

Plötzlich Prinzessin, das Mädchen auf Seite eins: Wer mit der selbstsicheren jungen Frau spricht, die fast schneller reden kann als Journalisten mitschreiben können, glaubt kaum, wenn sie sagt: "Ich habe nicht damit gerechnet, die Käthchenwahl zu gewinnen." Tatsächlich sieht sich die BWL-Studentin an der Heilbronner Hochschule eher als Teamspieler.

Nach ihrem dualen Studium bei Würth würde sie gerne in der Personalentwicklung arbeiten. Jedenfalls kündigt sie jetzt schon ziemlich keck an: "Oberbürgermeister Harry Mergel hat sich ja vor der Wahl ein kritisches, feministisches Käthchen gewünscht. Ich kann ihm jetzt sagen, da hat er jetzt vier davon." Erstmals hat bekanntlich die Heilbronner Symbolfigur drei Stellvertreterinnen, statt bisher zwei. Das Buga-Jahr bringt für das Quartett viele Termine und viel Stress.

 

 

Jasmin Heyd war als Kind eher Rowdy statt Schickimicki

Jasmin Heyd wurde im April zum neuen Heilbronner Käthchen gewählt. Foto: Mario Berger
Jasmin Heyd wurde im April zum neuen Heilbronner Käthchen gewählt. Foto: Mario Berger

Die 20-Jährige fühlt sich in ihrer Haut pudelwohl. Das merkt man. "Ich habe richtig Bock auf die nächsten zwei Jahre." Ihr ist klar, dass die Käthchenfigur zurzeit moderner interpretiert wird. Wie Heilbronn auch, so ist die Rolle der Heilbronner Regentin im Aufbruch. "Ich will nicht nur Dekoration sein. Ich habe eine natürliche, lebensfrohe Art und scheue mich nicht, etwas direkt zu sagen." Die Symbolfigur befinde sich im Spagat zwischen Tradition und Moderne. Da passt es vielleicht gut, dass sie als Kind weniger mit Barbiepuppen gespielt hat. "Ich war eher ein Rowdy, habe draußen Lager gebaut, war viel in der Natur. Nicht so Schickimicki."

Wobei Jasmin Heyd weiß, dass auch Optik wichtig ist. Das alte Käthchenkostüm halten zwar viele für zu altbacken, nicht mehr zeitgemäß. "Ich fühl mich aber darin wohl. Natürlich hätte ich auch nichts gegen vier, fünf neue Kleider. Aber es war schon immer mein Traum, das Kostüm anzuhaben. Zu wissen, es gehört jetzt mir... Man verbindet auch viel mit dem Kleid."

Das Käthchen ist "glücklich vergeben"

Wichtig sei ihr im Amt, "ein Netzwerk zu haben". Die Käthchen seien jetzt eine neue Familie, "in die ich hineingeboren wurde". Die Regentinnen haben eine Whatsapp-Gruppe, tauschen sich aus. Apropos Netzwerk und Vorgänger: Jasmin Heyd kommt wie Vorgängerin Corinna Hotzy aus Böckingen. Ihr Vater hat ein Zimmereigeschäft, die Mutter eine Homöopathiepraxis, war Ende der 1990er Jahre SPD-Stadträtin. Die 20-Jährige ist "glücklich vergeben", zieht bald mit ihrem Freund nach Heilbronn-Ost. Jasmin Heyd ist in der Stadt verwurzelt. Auf die Frage, wo sie außer in Heilbronn am liebsten wohnen würde, fällt ihr keine Stadt ein. "In Schweden auf dem Land", antwortet sie schließlich.

Hat sie ein Vorbild? Jasmin Heyd fällt zunächst keines ein. Dann sagt sie: "Das Visionäre des Unternehmers Reinhold Würth. Ich finde es spannend, sich selbst treu zu bleiben, sich nicht zu verbiegen."

 


 

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