Bürgermeisterwahl Eberstadt: Schlagabtausch vor spannendem Duell ums Rathaus
Wer macht am Sonntag, 17. September, bei der Bürgermeisterwahl in Eberstadt das Rennen? Amtsinhaber Stephan Franczak und Herausforderer Patrick Dillig stehen beim Stimme-Forum vor 400 Besuchern Rede und Antwort.

Update vom 17.09.23 18.45 Uhr: Patrick Dillig gewinnt die Bürgermeisterwahl in Eberstadt.
Warum warf der amtierende Eberstädter Bürgermeister Stephan Franczak erst das Handtuch, um sich dann doch um eine Wiederwahl zu bewerben? Nicht nur das interessierte fast 400 Zuhörer beim Stimme-Forum. Auch Herausforderer Patrick Dillig musste sich hartnäckigen Fragen stellen.
Fragen zum Hin und Her beim Stimme-Forum zur Eberstädter Bürgermeisterwahl
Franczak, seit acht Jahren Bürgermeister der 3200-Einwohner-Gemeinde, hatte zunächst seine Kandidatur zurückgezogen. Damit reagierte er auch auf ein Flugblatt, das im Ort kursierte und in dem zur Suche nach einem Gegenkandidaten aufgerufen wurde. Dann der Rücktritt vom Rücktritt - eine Steilvorlage für die Kritiker?, wollten die Stimme-Redakteurinnen Anja Krezer und Sabine Friedrich vom Amtsinhaber wissen.
Dieser berichtete von vielen Rückmeldungen aus der Bürgerschaft nach seinem zwischenzeitlichen Rückzug, die ihn zum Weitermachen motiviert hätten. "Das ist etwas, das ein Bürgermeister ernst nehmen muss", erklärte der 47-Jährige den Sinneswandel. Die Überlastung im Bürgermeisteramt, die er zuvor als Argument für einen Rückzug angeführt hatte, sei weiter ein Thema. "Das muss dringend angegangen werden, egal, wer Bürgermeister ist."
Amtsinhaber vermutet enges Rennen
Insbesondere die Pandemie-Zeit sei fordernd gewesen, so Franczak. Er nimmt für sich in Anspruch, seine Handschrift hinterlassen zu haben, auch wenn viele große Vorhaben wie der Hallenneubau oder der Kreisverkehr am Ortseingang von Vorgänger Timo Frey auf den Weg gebracht wurden. "Da sind noch viele Planungsstunden drüber gelaufen", sagte der Bürgermeister, der bei der Wahl am 17. September ein enges Rennen voraussagt. "50:50" schätzt er die Chancen im Wettstreit mit Herausforderer Patrick Dillig, der als Kämmerer in Jagsthausen arbeitet.
Ob er es nirgends lange aushalte, fragten die Journalistinnen angesichts mehrerer beruflicher Stationen des Verwaltungsfachwirts. Ob sechs Jahre in Neckarsulm oder sieben in Neuenstadt. "Das sind keine kurzen Zeiträume", entgegnete der Kandidat. Für ihn sei es wichtig, "generalistisch ausgebildet" zu sein.
Dillig spürt Wechselstimmung
"Ich kann den Menschen ein gutes Paket anbieten", betonte der 46-Jährige, der im Falle seiner Wahl von Bad Friedrichshall nach Eberstadt ziehen will. Dillig, der 2015 in Oedheim erfolglos um das Bürgermeisteramt kandidierte, hatte seine Kandidatur anfangs von Rückmeldungen aus der Bürgerschaft abhängig gemacht. "Fehlte Ihnen der Mumm?", hakte Redakteurin Krezer nach. Er stelle sich jeder Herausforderung, antwortet Dillig, in Gesprächen habe er "eine gewisse Wechselstimmung" vernommen: "Ich führe einen absoluten Herzblutwahlkampf."
Nach außen und im Umgang mit dem Gemeinderat setzt Dillig auf "klare, transparente Kommunikation", während Franczak dem Eindruck entgegentrat, das Verhältnis zum Gremium sei getrübt. "Die Zusammenarbeit ist bisher nicht so schlecht gelaufen", so die Einschätzung des Amtsinhabers. "Aber es gibt immer Luft nach oben."
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