Bis 2030 soll der Anteil an E-Fahrzeugen in Heilbronn 30 Prozent betragen
Immer mehr Menschen legen sich ein Elektro-Auto oder ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug zu. Die Stadt will deren Anteil deutlich vergrößern - von derzeit 2,8 auf 30 Prozent. Die steigende Zahl der Neuzulassungen bei E-Autos spricht für dieses Ziel.

Bis 2030 will Heilbronn einen Anteil von 30 Prozent an E-Fahrzeugen in der Stadt erreichen. Zum Ende des Jahres 2021 waren im Stadtgebiet insgesamt 1911 E-Autos und Plug-in-Hybride registriert, das macht einen Anteil von rund 2,8 Prozent aller 68.878 zugelassenen Pkw aus. 795 davon waren reine Elektro-Autos. Der Weg ist also noch lang.
Doch die deutlich steigenden Zahlen bei den E-Auto-Zulassungen sprechen für sich: Noch im August 2020, also vor fast genau eineinhalb Jahren, lag die Zahl der elektrifizierten Autos in Heilbronn bei insgesamt 662, davon 337 E-Fahrzeuge und 325 Plug-in-Hybride. Damit hat sich der Bestand in dieser Zeitspanne fast verdreifacht.
Wie sieht es im neuen Stadtquartier Neckarbogen aus?
Aufschlüsseln kann die Stadt Heilbronn die Zahlen nach eigenen Angaben nur nach Postleitzahlen, nicht etwa nach Stadtteilen. Zum neuen Quartier Neckarbogen gibt es jedoch konkrete Zahlen: 154 Pkw waren hier zum Ende des Jahres 2021 zugelassen, 14 davon waren Fahrzeuge, die Strom tanken. Mit fast zehn Prozent Anteil an E-Fahrzeugen liegt der Neckarbogen damit im Schnitt deutlich vor dem Gesamtstadtgebiet. Von Anfang an hatte die Stadt damit geworben, dass das neue Stadtviertel möglichst "autoarm" werden solle.
Ein Vergleich der Zahl der Autos mit der Einwohnerzahl im Neckarbogen gestaltet sich jedoch schwierig - die Bewohnerzahl ist mit 574 noch auf dem Stand von Ende 2020, die Zahl der Fahrzeuge auf dem Stand von Ende 2021. Geschätzt hat jeder vierte Bewohner des Quartiers derzeit ein eigenes Auto. Zum Vergleich: Im Stadtteil Böckingen ist es etwa jeder zweite Bewohner. Diese vergleichende Einschätzung ist möglich, weil die Postleitzahl 74080, nach der die Stadt die Zahlen aufschlüsselt, relativ genau den Stadtteil Böckingen umfasst.
Insgesamt niedrige Einwohnerzahl im Neckarbogen im Vergleich zum größten Stadtteil Böckingen
Auch der Anteil an E-Fahrzeugen liegt in anderen Bereichen der Stadt deutlich niedriger als in dem neuen "autoarmen" Viertel Neckarbogen. So ist er wiederum in Böckingen bei 1,9 Prozent und damit noch niedriger als im gesamten Stadtkreis.
Zu bedenken ist dabei, dass das neue Quartier noch über eine recht niedrige Einwohnerzahl verfügt. Später sollen im Neckarbogen einmal bis zu 3500 Menschen wohnen. Im größten Stadtteil Böckingen wohnen dagegen schon jetzt mehr als 23.000 Menschen.
Starker Anstieg in ganz Baden-Württemberg
Auch im Landkreis steigen die Kaufzahlen bei elektrifizierten Fahrzeugen - 3599 reine E-Autos waren hier Ende 2021 zugelassen, von insgesamt 253.348 Pkw. Der Anteil reiner E-Autos beträgt demnach rund 1,4 Prozent, in der Stadt sind es aufgerundet ähnliche 1,2 Prozent.
Erstaunlich ist, wie stark der Anteil an neu zugelassenen elektrifizierten Fahrzeugen in ganz Baden-Württemberg steigt. 425.503 Neuzulassungen gab es laut Kraftfahrtbundesamt landesweit im Jahr 2020, darunter 32.879 E-Autos und 36.951 Plug-in-Hybride. Das sind mehr als dreimal so viele Neuzulassungen von elektrifizierten Autos wie noch 2019. Der Anteil der neu zugelassenen Pkw, die Strom tanken, lag 2020 damit bei rund 16,4 Prozent.
Ladeinfrastruktur in Heilbronn soll ausgebaut werden
Die Stadt Heilbronn hat nicht nur das Ziel beim Anteil der elektrifizierten Autos festgelegt, sondern will auch die Voraussetzungen schaffen, die E-Mobilität für viele Bürger überhaupt erst überlegenswert macht. So sollen in den nächsten drei Jahren 150 E-Ladesäulen mit 300 Ladepunkten in der Stadt installiert werden.
Im Neckarbogen ist eine Quartiersgarage mit 650 Stellplätzen geplant. 195 davon sind als E-Ladeplätze angedacht, deren Entstehung auch vom Land gefördert wird. Die multifunktionale Garage, berichten die Stadtwerke, werde zudem generell so ausgestattet, dass jeder einzelne Stellplatz in Zukunft bei Bedarf auch zu einem E-Ladeplatz umfunktioniert werden kann.
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