Bestätigter Corona-Fall in Heilbronner Pflegeheim
Das Coronavirus verbreitet sich zunehmend in Pflegeheimen. Im Heilbronner Seniorenzentrum St. Elisabeth gibt es jetzt einen ersten Corona-Fall. Die Leiterin der Einrichtung bestätigt diese Information auf Anfrage von Stimme.de.

Der betroffene Bewohner sei am späten Sonntagabend zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingewiesen worden, sagt Helga Rösen, Leiterin des Seniorenzentrums St. Elisabeth. Dies sei auf Anordnung des Gesundheitsamts erfolgt. Der Mann zeige nur milde Erkrankungs-Symptome.
Der Wohnbereich, in dem der Mann lebt, steht unter Quarantäne. Die Bewohner bleiben auf ihren Zimmern. Die Pflegekräfte, die dort arbeiten, sind angewiesen, sich außerhalb der Arbeit ins häusliche Umfeld zurückzuziehen.
Der Bewohner hatte sich nach Angaben der Einrichtungsleiterin vermutlich im familiären Umfeld und außerhalb des Pflegeheims angesteckt. Der Mann wurde kürzlich von einem Verwandten, der positiv getestet worden war, ins Krankenhaus begleitet.
Immer mehr Pflegeheime in der Region betroffen
Auffällig ist, dass nun immer mehr Pflegeheime in der Region vom Coronavirus betroffen sind. Wie berichtet, war vergangene Woche eine Bewohnerin des Eppinger Pflegeheims Haus Waldblick verstorben. Im Bad Rappenauer Pflegeheim Alpenland verstarben bereits zwei Bewohner an der Erkrankung.
Im Hohenlohekreis ist das Pflegeheim Drendel in Zweiflingen-Orendelsall betroffen. Mehrere Bewohner und Pfleger waren positiv auf Corona getestet worden.
Nach Angaben von Suse Bucher-Pinell, Sprecherin der Heilbronner Stadtverwaltung, handelt es sich beim Seniorenzentrum St. Elisabeth um das erste Pflegeheim im Stadtkreis Heilbronn, das betroffen ist.
Seit drei Wochen besteht ein Besuchsverbot
„Von Anfang an tun wir alles, was wir tun können“, sagt St.-Elisabeth-Chefin Helga Rösen in Bezug auf die Coronakrise. Ein Besuchsverbot im Pflegeheim bestehe bereits seit drei Wochen. Auch jetzt schaue man, dass alle Bewohner und Pflegekräfte gut geschützt würden.
Dass es eine Infektion im familiären Umfeld des Bewohners gegeben habe, sei ihr am Mittwoch bekannt geworden, so Helga Rösen weiter. Gleich im Anschluss habe sie entschieden, dass der Mann auf seinem Zimmer isoliert werde. Am Freitag habe der Bewohner erste Anzeichen einer Erkrankung gezeigt, woraufhin ein Test veranlasst worden sei.
„Das Pflegepersonal reagiert professionell.“
Helga Rösen
Zu dem Mann ins Zimmer seien zuletzt nur wenige Fachkräfte gegangen, die bei jedem Betreten des Zimmers besondere Schutzvorkehrungen getroffen hatten. Bislang gebe es bei anderen Bewohnern im Seniorenzentrum „keine Auffälligkeiten“. Das Pflegepersonal reagiere professionell, sagt Helga Rösen. „Wichtig ist jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren“, sagt die Einrichtungsleiterin, die in ihrer Berufslaufbahn einige Jahre als Krankenschwester arbeitete und oftmals mit Infektionskrankheiten zu tun hatte.
Die Pflegekräfte seien derzeit mit Mundschutz im Haus unterwegs. 200 Corona-Masken seien inzwischen auch vorrätig, diese würden aber nur im konkreten Verdachtsfall eingesetzt, so Rösen. Sollte es weitere Fälle geben, sei der bereitgestellte Vorrat an Corona-Schutzmasken aber „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“.
Ebenfalls einen bestätigten Corona-Fall gibt es im Lauffener Pflegeheim Haus Edelberg. Eine Bewohnerin sei bereits am 17. März positiv getestet worden, sagt Bernhard Rössler, Sprecher der Unternehmensgruppe. Die Frau sei umgehend isoliert worden und befände sich nach wie vor in Quarantäne, "es geht ihr soweit gut". Weitere Infektionen gebe es bislang nicht. "Wir haben bereits sehr früh Besuchsverbote eingeführt, was teilweise auch kritisierte wurde", so Rössler weiter. "Inzwischen sind wir froh, dass wir das so gemacht haben."
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