Beim Deutschen Alpenverein Heilbronn bricht ein neues Zeitalter an
Bernd Bührer scheidet nach zwölf Jahren als Sprecher des DAV-Sektionsvorstands aus. Für seine Verdienste wurde er bei der Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Sein Nachfolger wird im Mai durch das Vorstandsgremium ernannt.

Bei der Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins (DAV) endete am Mittwoch eine Ära: Nach zwölf Jahren als Sprecher des Vorstands zog sich Bernd Bührer (69) von diesem Amt zurück: "Es ist an der Zeit, die Verantwortung in jüngere Hände zu geben." Für seine Verdienste unter anderem mit dem Bau der Boulderhalle, dem Umbau der Heilbronner Hütte, dem Ausbau der Kletterarena und in der ungewissen Corona-Zeit wurde das DAV-Urgestein zum Ehrenmitglied ernannt. "Aus persönlichen Gründen" trat Petra Hildenbrandt, im Vorstand zuständig für Personal, bei den Wahlen ebenfalls nicht mehr an.
Plieninger und Waltz sind die Nachfolger-Kandidaten
Neu in den Sektionsvorstand wurden von den im Haus des Handwerks anwesenden 83 Mitgliedern der Diplomingenieur Martin Plieninger (57) und der Prokurist Claudius Waltz (54) gewählt. Auf Plieninger entfielen eine Gegenstimme und 22 Enthaltungen, auf Waltz fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Günter Geiger (Finanzen), Michael Umbach (Recht) und Holger Klitsch (Jugend). Wer von ihnen neuer Vorstandssprecher und somit Nachfolger von Bernd Bührer wird, entscheidet das Vorstandsgremium bei einer Sitzung Mitte Mai.
Sektion ist der größte Sportverein in der Region
Nach den Corona-Jahren hat sich der Mehrgenerationenverein auf allen Ebenen erholt. Die Zahl der Kletterer lag 2022 bei rund 84.000 Personen (plus 5 Prozent), und mit den Neueintritten zählt der Verein zwischenzeitlich 17.605 Mitglieder. Er ist damit der größte Sportverein in der Region.
Die Eigenkapitalquote liegt bei 40 Prozent
Auch finanziell steht der Verein, wie Finanzvorstand Günter Geiger darlegte, auf einem soliden Fundament, wenngleich die Zahlen für 2022 einen Verlust von 42.000 Euro ausweisen: "Die Eigenkapitalquote liegt bei 40 Prozent." Der Sektion war es somit möglich, den Mitarbeitern eine Corona-Zulage zu gewähren sowie die Gehälter und den Mindestlohn anzupassen. Für das laufende Jahr rechnet Geiger mit einer "schwarzen Null", für 2024 mit einem Plus von 21.000 Euro. Erhöht wurden die Mitgliedsbeiträge und die Übernachtungspreise in der Heilbronner Hütte.
Ein Photovoltaikdach für die Boulderhalle
Da passt es, dass die Sektion weiter investieren kann und will. So ist geplant, die Boulderhalle mit einer Photovoltaikanlage auszustatten, den Brandschutz zu verbessern, Sicherungen im Kletterturm einzubauen und die Küche in der Heilbronner Hütte zu erneuern. Im Zusammenhang mit der Hütte (2320 Meter) kritisierte Geiger Wanderer, die sich zur Übernachtung anmeldeten, aber nicht erschienen: "Das ist ein zunehmendes Ärgernis."
Die Basis wünscht sich mehr Kommunikation
Aus der Mitte der Versammlung heraus wurde angeregt, bei künftigen Mitgliederversammlungen die Kletterarena als Veranstaltungsort zu nutzen, die Temperatur in der Arena auf 18 Grad abzusenken, den Gedankenaustausch zwischen Vorstand und Basis zu intensivieren und die Stelle eines Chefroutenbauers zu schaffen.
Die Bezirksgruppen sind das Gerüst des Vereins
Dass es den Bezirksgruppen in der Sektion insgesamt gut geht, davon berichtete Geschäftsführer Thomas Pfäffle: "Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Arbeit." Weiter im Aufwind sieht Holger Klitsch die Sektionsjugend: "Wir zählen mittlerweile 70 Ehrenamtliche in unserem Bereich." Unter großem Applaus wurde Klaus Zürner, langjähriger Leiter der DAV-Bezirksgruppe Eppingen, zum Ehrenmitglied ernannt.
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