Vereine in Hohenlohe fiebern dem 1. Mai entgegen
Die Vereine in Hohenlohe feiern den Maifeiertag und den Vorabend erstmals wieder groß nach Corona. Das Image des einstmals feuchtfröhlichen Festtags wandelt sich: Familienfreundlichkeit steht bei immer mehr Hocketsen und Grillfesten im Fokus.

Der Maifeiertag steht dieses Jahr unter besonderen Vorzeichen: Es ist der erste seit Ende der Pandemie. Und noch etwas ist in diesem Jahr besonders: Sein Vorabend fällt auf einen Sonntag. Das lange Wochenende animiert Vereine zu ausgedehnten Hocketsen und Grillfesten. Denn seit jeher hat der 1. Mai doppelte Bedeutung: Tag der Arbeit und der Auftakt der Festsaison.
Die Feuerwehr stellt ihr neues Fahrzeug und den Anbau vor
Die Leute lechzen nach Feiern, das ist deutlich zu spüren. "Wir freuen uns richtig darauf. Endlich kann man wieder Menschen treffen, das wird langsam wieder zur Normalität", bekundet Valentin Rohn von der Feuerwehrabteilung in Waldbach bei Bretzfeld. Drei Jahre lang ist dort das Maifest ausgefallen. In Waldbach feiern sie bereits am Vortag, 30. April, ab 11 Uhr im Feuerwehrgerätehaus - und zwar größer als bisher: "Zum ersten Mal gibt es auch ein Programm tagsüber, für Familien und Senioren." Nach Frühschoppen, Gottesdienst, Mittagessen, Kaffee und Kuchen beginnt um 17.30 Uhr das Abendprogramm.
Anfang des Jahres habe die Abteilung mit der Planung angefangen, Getränke bestellt, eine Metzgerei verpflichtet, die vor Ort grillt. Bierstand und Toilettenwagen mussten früh reserviert werden, schließlich finden überall gleichzeitig Feste statt. "Es ist ein Aufwand, alle Termine abzustimmen." Bei den Floriansjüngern geht es nicht nur ums Grillen: "Die Feuerwehr hat sich weiterentwickelt in diesen Jahren." Ans Gerätehaus wurde angebaut, ein neues Fahrzeug kam dazu. "Wir haben das bisher immer öffentlich präsentiert, aber das ging ja nicht." Das wird beim Maifest nachgeholt. Ein Pfarrer segnet das neue Fahrzeug.
Beim Albverein ist Tradition sehr wichtig - und ein schöner Maibaum
Zum Maifest gehört ein Maibaum - nicht überall, aber in Untersteinbach bei Pfedelbach auf jeden Fall. Hier gibt es den Maihock des Albvereins "bestimmt schon seit 30 Jahren", wie der Vorsitzende Manfred Bender weiß. Traditionell wird hier erst am 1. Mai gefeiert, nicht schon am Vorabend. Die Stobacher haben auch vergangenes Jahr den Maibaum gestellt, damals zum ersten Mal am neuen Spielplatz am Freibad. "Da kommen viele Familien", hat Bender festgestellt. Zuvor am alten Rathaus, direkt an der Durchgangsstraße, war es nicht so gemütlich.
Die Dorffreunde bewirten und der Albverein stellt den Baum. Auch das geschieht erst am 1. Mai morgens und nicht am Vorabend, wie viele andere Vereine es machen. "Wir haben schlechte Erfahrungen gemacht", weiß Bender. Nicht selten ist ein Baum über Nacht umgeworfen worden oder verschwunden. Auch eine Nachtwache sei keine Garantie, denn Lausbuben wüssten die Wächter mit Schnaps und Bier zu bestechen. Als der Baum noch am Vorabend aufgestellt wurde und es den Tanz in den Mai in der Halle gab, habe man, wenn der Verlust noch in der Nacht bemerkt worden sei, rasch Ersatz besorgen können. Die Tanzveranstaltung wurde aber immer spärlicher besucht und eingestellt.
Tanne oder Birke? Das ist eine Frage von Glaube und Herkunft
Wie kommt man an einen Maibaum? Bender verrät: "Man braucht gute Beziehungen zum Förster." Tage zuvor wird ein Baum im Forst bei Büchelberg ausgesucht, Stunden vor dem Fest ziehen sie ihn mit dem Bulldog heraus. 12 bis 15 Meter hoch soll er sein. "Wir haben immer einen schönen gefunden", betont Bender, macht aber deutlich: "Es ist immer eine Birke." Das sei in Hohenlohe so, anders als im Mainhardter Wald, wo die Tanne verbreiteter sei. Dort bekomme sie einen "Adventskranz" umgehängt, aber es sei ein "Saugeschäft", Tannen zu entasten. Benders Vorgänger sei ein Verfechter der Tanne gewesen.
Bender hat wieder die Birke eingeführt. Zuerst werde sie untenrum entastet und dann die voll grünem Laub hängenden Zweige der oberen Hälfte geschmückt - nicht mit einem Kranz, sondern mit bunten Bändeln. Das geschieht in einer Scheune. Viele Kinder helfen mit. Die Bändel seien aus Tischtuch-Kunststoff von Hornschuch, vier Zentimeter breit und einen Meter lang jedes Band. Das sei wetterfester als Krepp. Aufgestellt werde der Baum mit Muskelkraft und Stangen. Maschinen kommen dabei nicht zum Einsatz: "Wir machen das traditionell." Vorher kommt das Abzeichen des Vereins dran, damit jeder sieht, wer das Werk vollbracht hat. Bis Ende des Monats soll er stehen.
Direkt danach beginnt um 9 Uhr das Fest. Weil der Albverein ein Wanderverein ist, bietet er eine Besonderheit: Um 10.45 Uhr startet die Maiwanderung. Der 1. Mai ist halt ein besonderer Feiertag, ganz generell und vor allem in diesem Jahr.
Hier die Termine, die die Redaktion erreicht haben:
DGB-Kundgebung: 1. Mai, 10.30 Uhr, in Schwäbisch Hall am Biergarten am Haalplatz. Der Demonstrationszug startet an der Agentur für Arbeit
Pfedelbach: Maifeiern am 30. April in Heuberg (18 Uhr, Bürgerhaus) und Gleichen (18 Uhr, Feuerwehrgerätehaus)
Windischenbach: Hocketse bei der Kelter am Montag, 1. Mai, ab 10 Uhr. Bei schlechtem Wetter wird in der Kelter gefeiert.
Untersteinbach: Maihock am 1. Mai ab 9 Uhr am Freibad. Gegen 10.45 Uhr Maiwanderung.
Heuholz: Weinausschank am Aussichtspunkt Ranzenberg von Samstag bis Montag
Oberhöfen: Hocketse im alten Schulhaus 30. April, 18 Uhr. 20 Uhr Vortrag über Reise nach Namibia
Bitzfeld: Hocketse am 1. Mai, ganztägig, Mehrzweckhalle TSV Bitzfeld
Waldbach: Maifest der Feuerwehr am 30. April ab 11 Uhr am Gerätehaus. Mit Gottesdienst und Fahrzeugeinweihung
Öhringen: Brauchtum unter dem Zunftbaum am 1. Mai um 10 Uhr auf Marktplatz und Schlosshof. Stadtkapelle spielt, Heimatverein tanzt
Schießhof: Ein Maifest im Naturfreundehaus findet in diesem Jahr nicht statt.
Waldenburg: Maibaumstellen und Hocketse 30. April, 18 Uhr, am Feuerwehrgerätehaus
Sailach: Maihocketse am 30. April, 18 Uhr am Bürgerhaus.
Ernsbach: Maibaumschmücken mit anschließender Hocketse am 30. April ab 16 Uhr auf dem Marktplatz
Niedernhall: Tanz in den Mai mit Baumstellen am 30. April, 18 Uhr, vor dem Rathaus/Kelter.
Ingelfingen: Maibaumstellen am 30. April in den Ortsteilen Dörrenzimmern (18 Uhr, Kirchplatz), Eberstal (18 Uhr, Ortsmitte) und Ingelfingen (19 Uhr, Schlosshof).
Nagelsberg: Maibaumstellen am 30. April, 18 Uhr, an der Alten Kelter. Am 1. Mai Maihock ab 11.30 Uhr mit dem FC Phoenix in der Alten Kelter.
Gommersdorf: Maibaumstellen am 30. April, 18 Uhr, Parkplatz Kiga.
Klepsau: Maibaumstellen am 30. April, 17 Uhr, am Sportgelände. Maifest am 1. Mai ab 11 Uhr ebenda. Promenadenkonzert der Winzerkapelle am 1. Mai um 17 Uhr auf dem neu geschaffenen „Platz der Begegnung“ beim Sportgelände
Neunstetten: Zwei Tage Mai-Fest am 30. April ab 18 Uhr und am 1. Mai ab 12 Uhr auf dem Dorfplatz
Oberginsbach: Maibaumstellen am 30. April ab 18 Uhr in der Kirchstraße
Unterginsbach: Maibaumstellen am 30. April ab 14.30 Uhr, Singen in den Mai ab 19 Uhr an der Märzenbachhalle
Dörzbach: Winteraustreiben und Maibaumaufstellen am 30. April in Dörzbach (18.15 Uhr) und Hohebach (19.30 Uhr), außerdem in Laibach und Meßbach. Wandertreff der Laibacher Vereine am 1. Mai am Spielplatz Laibach. Maifest am Samstag, 6. Mai (!), 14 Uhr, Kapelle St. Wendel. 13 Uhr Abmarsch des Festzugs an der Grundschule.
Mulfingen: 30. April, 16 Uhr, mit Maibaumstellen in der Ortsmitte. Fortsetzung: 1. Mai, 9.30 Uhr.
Buchenbach: Hocketse am 1. Mai ab 11 Uhr, Mehrzweckhalle
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