Bei der Schulauswahl dem Gefühl des Scheiterns vorbeugen

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Lauffens Schulsozialarbeiter Alexander Meic setzt auf Kompetenzen jenseits von Noten.

Immer wieder landen Schüler nach Klasse vier auf den für sie falschen weiterführenden Schulen. Das mag am Wegfall der verbindlichen Art der Grundschulempfehlung liegen. Seitdem ist sie lediglich ein freiwilliger Richtwert. "Es gibt Familien, die kein Vertrauen in die Grundschulempfehlung haben", sagt Alexander Meic, Schulsozialarbeiter für die Lauffener Schulen. Ein wichtiges Kriterium für die Wahl ist aus seiner Sicht auch die Frage, auf welche Schule die Freunde gehen. Denn dort wollen die Schüler auch hin. "Die Eltern sind hier oft überfordert."

Gleichzeitig hätten viele Eltern kein Vertrauen in die Grundschulempfehlung. Dabei gebe es innerhalb des laufenden Systems die Möglichkeit zu wechseln. Für viele Flüchtlingseltern sei dies aber verwirrend.


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Gefühl des Scheiterns

Meic betrachtet die Situation vor allem aus der Perspektive der Werkrealschule. Schüler, die beispielsweise von der Realschule auf die Werkrealschule kommen, bekommen laut Meic das Gefühl eines Scheiterns vermittelt. "Sie haben damit ein emotionales Problem." Das wirke sich auf das neue Umfeld in der Klasse aus. Es seien nicht viele Rückkehrer. "Aber wenn sie kommen, bringen sie Bewegung mit."

Die Wechsel finden häufig in den Klassenstufen sieben und acht statt. "Für uns als aufnehmendes System sind bereits drei solcher Kinder, die von der Realschule auf die Werkrealschule gehen, eine ganze Menge, weil es in der Regel keine drei parallelen Klassen gibt, auf die sie verteilt werden können", was der Schulsozialarbeiter für sinnvoll halten würde. Dafür ist die Werkrealschule jedoch zu klein mit ihren 180 Schülern im Gegensatz zur Realschule mit rund 700 Schülern. "Allerdings können wir intensiver auf die Schüler eingehen", sagt Alexander Meic.

Schüler leben auf

Diese müssten den Willen, sich in das neue Umfeld integrieren zu lassen, mitbringen. In Lauffen habe dies bei mehreren Schülern geklappt. Die Lehrer vermittelten ihnen erfolgreich, dass man sie bei der Integration unterstützt. "Die Schüler leben bei uns auf. Ihnen wird bewusst, dass sie nicht blöd sind." Aber das sei ein Reifeprozess. Diese Schüler könnten sogar Leistungsträger werden. Schließlich gebe es auch Spätentwickler.

Seiner Meinung nach dürften nicht nur die Noten eine Rolle spielen. "Was bilden sie ab?", fragt er und empfiehlt, weitere wichtige Kriterien miteinzubeziehen. "Es geht um Kompetenzen." Die sogenannten "soft skills" sollten die Kinder mitbringen: Interessen, Neugierde. Eltern müssten mehr ins Boot geholt werden. "Es ist sinnvoll, wenn eine Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und Lehrern aufgebaut wird. Diese Kunst muss Schule hinbekommen."

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