Audi verschiebt Wiederanlauf
Sowohl in Neckarsulm als auch in Ingolstadt geht der Betrieb erst ab Ende April stufenweise wieder weiter. Die Folge des Produktionsstopps: Der Gewinn bricht im ersten Quartal weg.
Der Autobauer Audi will in Neckarsulm wie auch im Stammwerk Ingolstadt den Betrieb voraussichtlich Ende April wieder aufnehmen. Das erfolge stufenweise, beginnend mit einzelnen Gewerken, erklärte ein Sprecher gegenüber der Heilbronner Stimme. Damit wird der Wiederanlauf zum wiederholten Male verschoben.
In den beiden deutschen Werken der VW-Tochter steht die Produktion seit 23. März wegen der Corona-Krise still. Die Hälfte der 61 000 Audi-Beschäftigten in Deutschland sind in Kurzarbeit. Im ungarischen Audi-Werk Györ lief die Motorenproduktion am Dienstag wieder an, mit einer Schicht statt der üblichen drei Schichten.
Rendite nahe Null
Auf Basis vorläufiger Zahlen erwartet der Audi-Konzern für das erste Quartal 2020 einen Umsatz von rund 12,5 Milliarden Euro, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp zehn Prozent entspricht. Das operative Ergebnis ging von 1,1 Milliarden auf 15 Millionen Euro zurück. Das entsprich einer operativen Umsatzrendite von 0,1 Prozent.
Deutliche Rückgänge auch bei VW und Porsche
Im ersten Quartal ging der Umsatz bei VW nach vorläufigen Zahlen von 60 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 55 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis sackte auf rund 900 Millionen Euro ab. Vor einem Jahr hatte es noch bei 3,9 Milliarden Euro gelegen. Turbulenzen auf den Rohstoff- und Kapitalmärkten sorgten unter anderem wegen negativer Währungseinflüsse für Belastungen von rund 1,3 Milliarden Euro.
Der Sportwagenbauer Porsche wird seine Werke in der kommenden Woche noch nicht wieder anlaufen lassen. Die Produktion im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und in Leipzig bleibe eine weitere Woche ausgesetzt, sagte ein Sprecher der VW-Tochter am Donnerstag. Es gebe weiterhin Engpässe bei den globalen Lieferketten, die einen geordneten Wiederanlauf nicht zuließen.
Aktie auf Talfahrt
Die im Dax notierte VW-Vorzugsaktie setzte am Donnerstag ihre jüngste Erholung nach dem Corona-Crash-Tief von etwas unter 80 Euro Mitte März fort - inzwischen kostet das Papier wieder 120 Euro. Dennoch gehört es mit einem Abschlag von fast 30 Prozent bisher zu den größten Verlierern unter den deutschen Standardwerten der Corona-Krise.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare