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Neckarsulm/Öhringen

Audi und Round Table Hohenlohe verteilen gebrauchte Laptops an bedürftige Schüler

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Kinder und Jugendliche benötigen weiterhin eine eigene IT-Ausstattung: Round Table Hohenlohe und Audi-Standort kooperieren bei einer neuen Spendenaktion. Darum geht es.

Vertreter von Audi und des Round Tables Hohenlohe überreichen die ersten aufbereiteten Laptops der Realschule Öhringen. Foto: Simon Gajer
Vertreter von Audi und des Round Tables Hohenlohe überreichen die ersten aufbereiteten Laptops der Realschule Öhringen. Foto: Simon Gajer  Foto: Gajer, Simon

Der Unterricht bleibt teilweise digital, Jugendliche brauchen Rechner oder Laptops. Nur: Was ist, wenn ärmere Familien zu Hause keinen Computer haben? Wenn sich Geschwister in größeren Familien einen Rechner teilen müssen?

Wenn Jugendliche lieber keine Präsentation abgeben, als dem Lehrer offen zuzugeben, dass ihnen der Zugang daheim fehlt? Dass es Jugendliche gibt, die daheim keine digitale Ausstattung haben, weiß die Realschule Öhringen. Sie ist die erste Schule im Hohenlohekreis, die von einer neuen Spendenaktion profitiert.


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Bei "Hey Alter - alte Rechner für junge Leute" kooperiert das Audi-Werk in Neckarsulm mit dem Round Table Hohenlohe. Vom Autobauer stammen die gebrauchten Laptops, der Serviceclub löscht Daten, installiert ein neues Betriebssystem und verteilt sie - gut 150 Stück sind es in einer ersten Runde.

Schülersprecherin spricht von "großer Chance"

"Für unsere Schule ist es eine große Chance", sagt Fia Hanselmann, die mit Nele Herbold im Team als Schülersprecherin aktiv ist. Nicht jeder Jugendliche habe zu Hause einen Rechner, doch gerade in der neunten und zehnten Klasse sei dies wichtig - wenn beispielsweise Präsentationen gemacht werden müssen. Nele Herbold erinnert an die Pandemie, als sich größere Familien zu Hause einen einzigen Computer teilten. Recht auf gleiche Bildung hätte man so nicht, sagt sie. Die Schülervertreterinnen gehen davon aus, dass die Nachfrage nach den gespendeten Rechnern groß sein werde.

Die Nachfrage nach gebrauchten Laptops ist da - aber nicht jeder gibt das zu

Das bestätigt Ilona Burr, zweite Konrektorin der Realschule in Öhringen. Ein Jugendlicher habe sich gefreut, als er einen Computer bekomme habe. Jetzt könne er mit seiner Präsentation loslegen, das habe der Junge ihr gesagt. "Für die Schüler ist es eine ganz große Entlastung." Die Konrektorin begrüßt das niederschwellige Angebot, denn ohne großen Antrag bekämen bedürftige Familien einen Laptop. Genau das aber irritiere manche, sagt sie. Eltern würden nur lange Anträge kennen, und deshalb gebe es sehr oft die Fragen: Was müsse man denn noch alles einreichen? Welche Gegenleistung werde erwartet? Ilona Burr will dann Eltern beruhigen.


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Oft schämten sich Familien und Kinder, dass sie sich keine IT-Ausstattung leisten können. Die Folge: Präsentationen könnten dann zu Hause nicht gemacht werden. Anstatt aber den Lehrern die Wahrheit zu sagen, würden Kinder lügen: Der Rechner sei defekt gewesen, man habe die Hausaufgabe vergessen. Das würden ihre Kollegen hören, sagt Ilona Burr. Kinder und Jugendliche bräuchten aber Rechner, IT gehöre zum Bildungsplan. Der Umgang mit Programmen könnte zwar in der Schule geübt werden, zu Hause fehle aber die Übung, sagt sie. Der Bedarf an anderen Schulen sei da, auch am Gymnasium, sagt sie.

So kam es zur Aktion

Die Idee zur Laptop-Spende stamme vom Audi-Standort Ingolstadt, erzählt Elena Schramm, die sich am Standort Neckarsulm um das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens kümmere. Die Zusammenarbeit mit der Hohenloher Gruppe sei langfristig geplant. Die Spende passe zu Round Table, sagt Mitglied Christoph Winkler: Schließlich wolle man nicht nur Geld spenden, sondern auch etwas geben. Mit Öhringen geht es los, Schulen in ganz Hohenlohe sind das Ziel. Klaus Thieringer vom Round Table sagt: "Wir weiten es Stück für Stück für Stück aus."

 

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