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Hohenlohekreis und Heilbronn: Arbeitslosenquote auch im Winter stabil

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Die Arbeitslosenquote bleibt trotz eingetrübter Konjunktur auch über Wintermonate stabil. Auf Jahressicht sieht die Chefin der Arbeitsagentur in Nürnberg eine zufriedenstellende Entwicklung.

Die Arbeitslosenquote bleibt trotz eingetrübter Konjunktur auch über Wintermonate stabil.
Die Arbeitslosenquote bleibt trotz eingetrübter Konjunktur auch über Wintermonate stabil.  Foto: Caroline Seidel-Dißmannel/dpa

Es ist Dezember, und es ist Rezession in Deutschland. Weiterhin sind viele Unternehmen auf der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften. Die Kehrseite der Medaille: Ungelernte gehen zunehmend leer aus. Unter dem Strich steht eine fast stabile Arbeitslosenquote.

Arbeitslosenquote im Winter: Sogar mehr Beschäftigung in Deutschland

In der Region stieg die Zahl der Arbeitslosen um 140 im Raum Heilbronn und um 6 im Hohenlohekreis. Grund zur Sorge bietet der Arbeitsmarkt also offenbar weiterhin nicht. "Typisch für den Winteranfang ist, dass es auf dem Arbeitsmarkt etwas verhaltener zugeht", sagt Manfred Grab, Leiter der Heilbronner Arbeitsagentur.

Die Arbeitslosenquote bleibt trotz eingetrübter Konjunktur auch über Wintermonate stabil.
Die Arbeitslosenquote bleibt trotz eingetrübter Konjunktur auch über Wintermonate stabil.  Foto: nicht angegeben

Er prognostiziert, dass die schwierige wirtschaftliche Lage in diesem Jahr eine große Herausforderung sein wird. "Gleichzeitig registrieren wir erfreulicherweise aber auch einen weiteren Aufbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in unserem Agenturbezirk", so Grab.

Arbeitslosenquote im Winter: Einstellungsbereitschaft hat nachgelassen

Im Hohenlohekreis sank der Bestand an Stellenangeboten um elf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 1200. "Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hat etwas nachgelassen", kommentiert Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

"Menschen ohne verwertbare Ausbildung spüren die Auswirkungen einer nicht ganz rund laufenden Wirtschaft zuerst", erklärte sie weiter. Umso wichtiger sei es, insbesondere auch Zeiten der Arbeitslosigkeit für Qualifizierung und Weiterbildung zu nutzen.

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Bundesweit ging im Dezember die Zahl der Arbeitslosen um 31 000 auf 2,637 Millionen Menschen nach oben. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zu Dezember 2022 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 183 000. Die Dezemberzahlen sind traditionell mit etwas Vorsicht zu bewerten, da die Bundesagentur für die Statistik nur das Datenmaterial der ersten Monatshälfte berücksichtigt.

Kurzarbeit auf moderatem Niveau auch im Winter

Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, betonte, das abgelaufene Jahr 2023 zähle insgesamt zu den Jahren mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit seit der deutschen Wiedervereinigung. Im Jahresdurchschnitt seien 2,609 Millionen Menschen arbeitslos gewesen, nur 191 000 mehr als im Schnitt des Vorjahres.

Die Kurzarbeit habe sich im langjährigen Vergleich auf moderatem Niveau bewegt. Für 2024 rechnet sie insgesamt mit einer "moderat besseren Entwicklung" auf dem Arbeitsmarkt, einsetzend ab dem zweiten Quartal.

Arbeitsmarkt im Winter: 200.000 ukrainische Arbeitslose

Weiterhin bemerkbar machen sich die ukrainischen Arbeitslosen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Ihre Zahl stieg leicht auf knapp 200 000, wie die Agentur in Nürnberg ausweist. Zugleich hat das Angebot an Arbeitskräften in Deutschland 2023 aufgrund der Fluchtmigration aus der Ukraine wie im Jahr zuvor kräftig zugenommen, so die vorläufige Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

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Eigentlich wäre das "Erwerbspersonenpotenzial" aufgrund der demografischen Entwicklung um 400 000 zurückgegangen, weil mehr ältere Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden als junge nachrücken. Der Wanderungseffekt aus der Ukraine wird auf plus 480 000 geschätzt.

Neue Weiterbildungsplattform der Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit stellt ab diesem Januar übrigens das neue Onlineportal "mein NOW" bereit. "Ziel ist, Menschen im Erwerbsleben, Arbeitgebern sowie Weiterbildungsanbietern einen zentralen Einstiegspunkt zum Thema berufliche Weiterbildung im Internet anzubieten", sagt Manfred Grab, Leiter der Heilbronner Arbeitsagentur.

Bisher war der Weiterbildungsmarkt recht unübersichtlich, räumt auch die Arbeitsagentur ein. Angestoßen wurde das Vorhaben durch das Bundesarbeitsministerium. Bis Ende 2024 sollen weitere Funktionen folgen. Alle Infos unter www.mein-now.de.

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