An Ostern auf Entdeckertour im Wald gehen
Sie sind pandemietauglich und für Kinderwägen geeignet: Das kreisweite Waldnetzwerk lädt pünktlich zu Ostern zu selbsterklärenden Entdeckertouren ein.

In Pandemie-Zeiten spielt der Wald als Naherholungsgebiet eine immer wichtigere Rolle. Das Waldnetzwerk hat daher an sieben Standorten im Landkreis Heilbronn Touren für kleine und große Entdecker abgesteckt. Acht Stationen sind zu absolvieren, zu jeder Tour gehört ein kleines Tier, an dem sich Spaziergänger orientieren können.
Am Parkplatz geht es los
Försterin Manuela König geht den zirka zwei Kilometer langen Rundkurs am Schweinshag in Neckarsulm zusammen mit ihrer Kollegin, der Waldpädagogin Barbara Huber, deren Kinder Gabriel (6), Karolina (9) und Valentin (12) und Jagdhund Putin noch einmal ab. Sie starten am Waldparkplatz und stoßen unweit der Autos auf das erste Willkommensschild, auf dem alles noch einmal erklärt wird. "Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, im Familienverbund bleiben", sind auch hier die wichtigsten Regeln.
Rechtzeitig zu Ostern sollten die Waldentdeckertouren fertig werden, erzählt Manuela König, die Leiterin des gemeinnützigen Waldnetzwerks. "Sportlich" war der Endspurt. Denn die ausgewählten Standorte im Landkreis Heilbronn mussten von vier Teams rechtzeitig beschildert werden.
Was dabei rauskam, ist ein Angebot vor allem für Familien mit jüngeren Kindern. Bei dem gibt es viel zu entdecken, zu lernen und zu staunen. Die zirka zwei Kilometer langen Rundwege seien Kinderwagen tauglich und verkehrssicher, betont König. Und sie sprechen alle Sinne an.

An Station eins geht es vor allem darum, genau hinzuhören und die vielen Stimmen im Wald wahrzunehmen. Der Wind steht ungünstig: Auf den ersten Metern ist auch das Rauschen der nahen Autobahn zu hören, deren Schall sich am nahen Scheuerberg stößt. Hier zeigt die Ameise den Kindern den Weg. Wo sie nicht sofort zu erkennen ist, bessert Manuela König nach. "Die Vögel suchen gerade ihren Partner", erklärt sie. Wenn man still sei und dem Gezwitscher lausche, merke man, dass viele von ihnen nicht mehr allein unterwegs seien.
Am Wegrand blüht das Buschwindröschen, die Hainbuche streckt die ersten noch gerollten Blätterspitzen raus. Manuela König ist deshalb im Frühjahr gern im Wald, weil dort jeden Tag etwas anderes passiert. Er erwacht aus dem Winterschlaf, fast wie das neugierige Füchslein, das in dem Märchen, das sie ganz am Ende vorliest, im Bärenschloss erwacht.
Staunen und lernen
Doch bis dahin ist es noch weit - und eines der Kinder fragt zum ersten Mal, wie weit es tatsächlich noch ist. Da kommt das Netz, das Manuela König vor zwei Tagen zwischen zwei Bäume gespannt hat, genau richtig: Aus allem, was die Kinder finden und zwischen die Schnüre stecken soll ein Bild entstehen. "Die Aktion ist mit den örtlichen Förstern und den Bürgermeisterämtern abgeklärt", sagt König. "Die Reaktionen waren alle positiv."
Dann bleibt selbst sie erstaunt stehen: Sie entdeckt Blausterne, mit denen sie an dieser Stelle nicht gerechnet hat. Ja, die Entdeckertouren sind nicht nur für kleine, sondern auch für große Leute interessant. Welcher Zapfen zu welchem Baum gehört? Das kann einem Rätsel aufgeben. Die Lösung findet sich meistens hinter dem Baum. Wer lesen kann, hilft demjenigen, der dafür noch zu jung ist.
Und dann sind da auch noch die Stationen für die Sportler: Zapfen, das merkt man schnell, verhalten sich im Flug anders als Bälle. Ein Rothirsch springt weiter als jeder erwachsene Mann - nämlich sechs Meter. Die Kinder sind gut dabei, allerdings brauchen sie die Anleitung der Eltern: "Das Projekt ist ein Anstoß, mit den Kindern rauszugehen", sagt Barbara Huber. "Es ist mehr als nur ein Spaziergang", ergänzt Manuela König.



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