Stimme+
Ostern
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Auf der Suche nach dem tieferen Sinn der Oster-Symbole

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Eier, Lämmer, Hasen und Feiertage mir seltsamen Namen: Was es mit den traditionellen Ostersymbolen und Bräuchen auf sich hat, zeigen wir hier.

So wie hier im Netzgewölbe der Heilbronner Kilianskirche finden sich in vielen Gotteshäusern Darstellungen von Lämmern, die Jesus symbolisieren.
Foto: Archiv
So wie hier im Netzgewölbe der Heilbronner Kilianskirche finden sich in vielen Gotteshäusern Darstellungen von Lämmern, die Jesus symbolisieren. Foto: Archiv  Foto: Mugler

An Ostern werden gerne bemalte Eier versteckt. Im Verborgenen liegen mitunter auch die Namen der Oster-Feiertage. Und: Warum sind wir denn plötzlich von lauter Lämmern umgeben? Warum lagern in den Ladenregalen denn so viele goldige Hasen? Begeben wir uns auf die Suche nach deren Sinn und Bedeutung. Die christliche Tradition und Symbolik hilft weiter.

 

Gründonnerstag

Für Gründonnerstag liefert die Literatur gleich zwei plausible Erklärungen: "Grün" heißt soviel wie "greinen" und meint wohl das Wehklagen um Jesu Christi, der an diesem Tag vor seiner Passion mit den Jüngern sein letztes Abendmahl feierte. Grün könnte sich auch auf das zarte Grün in der Natur beziehen – oder auf die Kräuter-Füllung der klassische Fastenspeise: Maultaschen; weil der Schwabe unter dem Teig gerne Hackfleisch versteckt, heißen sie auch "Herrgottsb"scheißerle".



Mehr zum Thema

Kleine Ruhepause vor Ostern...? Zwei Hasen sitzen auf einem Feld im hessischen Bad Vilbel.
Stimme+
Quiz
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Wie gut kennen Sie sich mit den Osterfeiertagen aus?


Karfreitag

Einfacher verhält es sich mit dem Kar von Karfreitag . Es leitet sich vom Althochdeutschen "chara" ab, also von Trauer. Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu Christi. Dort wo es Corona erlaubt erinnern Kreuzweg-Andachten und Gottesdienste mit alten Riten zur Todesstunde um 15 Uhr an die dramatischen Ereignisse vor 2000 Jahren.

Karsamstag

Er markiert das Ende der 40-tägigen Fastenzeit.


Ostern

Komplizierter gestaltet sich das Wort Ostern. Es lässt sich auf die germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera zurückführen. Im Althochdeutschen steht es auch für Morgenröte, im übertragenen Sinne also für Jesu Auferstehung von den Toten. Diese bildet das Fundament des christlichen Glaubens. Die frühen Christen haben für Ostern das jüdische Passahfest umgedeutet. Erst im Jahr 325 wurde ein festes Datum festgelegt: Ostern ist immer am ersten Sonntag nach dem Frühlings-Vollmond, der dieses Jahr am vergangenen Sonntag die Nacht erleuchtete.

Lamm

Das Lamm Gottes, lateinisch Agnus Dei, ist ein Symbol für Jesus. Es bezieht sich auf das Lamm als klassisches Opfertier im Alten Testament. Nach christlicher Theologie ist Christus der Mittler, der durch seinen Opfertod die Versöhnung zwischen Gott und seiner "gefallenen" Schöpfung wieder herstellt. Dies kommt auch im gemeinsamen Abendmahl mit Brot und Wein zum Ausdruck.


Hase

Was der Hase da zu suchen hat? Bei den Germanen stand er für Fruchtbarkeit. Aber auch in der Ostkirche symbolisierte er schon früh Christus. Osterhasen tauchen in der Literatur aber erst 1678 auf.


Eier

Auch bei den Eiern handelt es sich um ein uraltes Symbol für Fruchtbarkeit und Auferstehung. Wie Ostern überhaupt entspringt das Ei dem jüdischen Passahfest, dort ist es Symbol für den Jerusalemer Tempel, Gottes Wohnung. Im Mittelalter galten Eier als harte Währung, speziell am Gründonnerstag standen sie hoch im Kurs und wurden deshalb nachweislich schon im 13. Jahrhundert bemalt. Wie ausgerechnet der sonst lammfromme Osterhase auf die Idee kam, die Eier zu verstecken und damit so manches Kind zur Verzweiflung treibt? Das ist nicht überliefert.

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben