Ärzte appellieren: Nicht auf neuen Omikron-Impfstoff warten
Ärzte raten Ungeimpften und Nicht-Geboosterten zu sofortiger Corona-Impfung. Der Nutzen überwiege auch bei Kindern.

Um schlimme Folgen einer Corona-Erkrankung zu vermeiden, helfe nur "impfen, impfen, impfen", betont Ulrich Enzel beim Stimme-Forum.
Eine aktuelle Studie aus den USA zeige, dass vor allem Risiko-Gruppen durch die Impfung "extrem gut" geschützt seien - nicht vor Ansteckung, aber vor einem schweren Krankheitsverlauf. Bei Menschen mit Adipositas zum Beispiel sei das Todesrisiko auf ein Drittel gesunken. Im Gespräch mit den Ärzten kamen einige Fragen unter anderem von Lesern auf den Tisch.
Zweiter Booster
Derzeit gibt es die Empfehlung der EU-Behörden für den zweiten Booster ab 60 Jahren, die Stiko empfiehlt ihn bislang ab 70. Die WHO rät, immungeschwächten und besonders gefährdeten Personen ab fünf Jahren zu einem zweiten Booster. Enzel betont, dass in Deutschland die Empfehlung der Stiko am meisten Substanz habe, da sie Nutzen gegen Risiko abwäge.
Er rechne damit, dass die Kommission die zweite Auffrischungsimpfung bald ebenfalls ab 60 Jahren empfiehlt. Für jüngere Menschen, die keine Vorerkrankung haben, sieht er derzeit keine Notwendigkeit für einen zweiten Booster. Das gelte jedoch nicht für den neuen Impfstoff.
Neuer Omikron-Impfstoff
Angekündigt ist der angepasste Impfstoff für September. Vor November rechnen Martin Uellner und Ulrich Enzel nicht mit einer Verfügbarkeit. Enzel ist sich jedoch sicher, dass die Impfung damit für alle empfohlen wird, die Variante Omikron-BA.5 sei sehr ansteckend. Er appelliert: "Wer bisher nicht geimpft oder geboostert ist, soll nicht auf den neuen Impfstoff warten."
Empfehlung für über Fünfjährige
Die Stiko empfiehlt derzeit gesunden fünf- bis elfjährigen Kindern im Sinne einer Basisimmunisierung vorerst nur eine Impfstoffdosis. Generell gilt laut Enzel, dass der Nutzen einer Impfung die Risiken bei Weitem überwiege.
Schwaches Immunsystem?
Viele Kinder haben derzeit ganz unterschiedliche Infekte. Das kann laut Enzel zu einem kleinen Teil mit einem geschwächten Immunsystem nach einer unentdeckten Covid-Erkrankung zusammenhängen. Zum Großteil sei es aber sicher so, dass Kinder Infektionen nachholen, die sie während Lockdowns und durch geschlossene Kitas nicht durchgemacht hätten. "Das ist aber nicht negativ", betont der Kinderarzt. "Kinder brauchen Sozialkontakte, schickt Eure Kinder raus." So lerne das Immunsystem.
*Hinweis in eigener Sache: Die Redaktion hat nachträglich eine Änderung an diesem Text vorgenommen. Eine Aussage zum Impfstoff für unter Fünf-Jährige hat sich als teils nicht korrekt herausgestellt.
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