Adventskalender mal anders
Alles außer Schokolade? Wir zeigen Alternativen zum klassischen Modell auf.
Zwei Dutzend Türchen – und nicht viel dahinter? So mag es manchen mit dem Adventskalender schon gegangen sein. Wer still halten kann und nicht gleich alles auf einmal nascht, ist sicher auf die eine oder andere Überraschung gespannt. Zwar sind es noch gut ein Dutzend Tage bis zum ersten Advent, gleichwohl wird es jetzt höchste Zeit, sich über einen passenden Kalender Gedanken zu machen. Es muss ja nicht immer eine vorgefertigte Version aus dem Supermarkt sein.
Liebevoll gestaltete Adventskalender stehen hoch im Kurs. Der persönliche Einsatz und die Gedanken, die hinter dem Geschenk stehen, zählen oft mehr als das Geld, das dafür investiert wird. Ideen im Do-it-Yourself gibt es zuhauf: von Socken über Säckchen oder Tüten, Schachteln, bunte Papptiere aus Klorollen bis hin zu bunt bemalten und beklebten Kaffeetassen.
Die Frage ist nur: Was kommt rein? Der Klassiker sind natürlich Süßigkeiten aller Art, bei der sport-orientierten Jugend darf es dann auch mal ein Proteinriegel sein, aber auch Suchspiele sind beliebt, die zu größeren Geschenken führen, etwa zu Büchern, neuen Handschuhen oder gleich einem ganzen Schlitten: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Auch unsere Redaktion hat sich Gedanken gemacht, was abseits von Kommerz zu echter Vorfreude und Besinnlichkeit führen kann. Mit der einen oder anderen Idee beschenkt man sich selbst gleich mit, gemäß dem schönen Motto: Geteilte Adventsgaben sind doppelte Freude. Und auch über strahlende (Kinder-)Augen freuen sich die Schenker sicher sehr.
Besinnliche Seiten
Buchadventskalender gibt es in allen Formen, Genres und Farben. Was sie alle gemeinsam haben: 24 Geschichten rund um die Weihnachtszeit. Man findet die verschiedensten Ideen, die Leser daran zu hindern, gleich alle Seiten durchzublättern und sich so selbst die Überraschung zu nehmen. So gibt es beispielsweise gefalzte Seiten, die geöffnet oder sogar noch aufgeschnitten werden müssen. Noch interaktiver sind die „Escape-Room“-Bücher. Hier rätselt man jeden Tag für eine neue Zahl und kommt so auf den unterschiedlichsten Seiten heraus, bis man an Heiligabend dann endlich den „Ausweg“ gefunden hat.
Und was ist nun das Schönste an den Büchern? Man kann sie jedes Jahr aufs Neue lesen oder sie weitergeben. Denn anders als die Schokolade läuft die Haltbarkeit von Geschichten nicht ab.
Zeit für Zweisamkeit
Wenn es in Beruf und Alltag allzu hektisch zugeht, leidet darunter nicht selten die Beziehung zum Partner. Denn die Zeit für lange Gespräche oder ein gemeinsames Frühstück bleibt viel zu oft auf der Strecke. Wer dann trotz allem noch die Muße hat, einen Adventskalender zu basteln, der könnte dabei auf schnöde Schokolade, Badezusätze und materiellen Krimskrams verzichten und stattdessen „Quality Time“ verschenken:
Kleine Zettel mit liebevollen Botschaften oder die Verpflichtung, sich ein Zeitfenster von beispielsweise zehn Minuten für ein intensives Gespräch offen zu halten: Es kann so einfach sein, sich in der Vorweihnachtszeit – zwischen Adventsfeiern, Weihnachtsmarktbesuchen und den Vorbereitungen für Heiligabend – auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Hektik auszublenden.
Lauter Weinfläschchen
Wein und Weihnachten gehören zusammen, nicht nur wegen des netten Wortspiels. Wein spielt für Christen von jeher eine wichtige Rolle. Schließlich hat Jesus wohl nicht nur sein letztes Abendmahl mit Wein gefeiert, woran bis heute im Gottesdienst erinnert wird. Weshalb also nicht auch den Adventskalender damit bestücken? Zur Not mit Traubensaft, Punsch oder entalkoholisiertem Wein. Im Ernst.
Als wir dies neulich in einer Lokalglosse spaßeshalber ins Spiel brachten, folgte postwendend die E-Mail eines Lesers, der uns darauf hinwies, dass es bei der Felsengartenkellerei Besigheim tatsächlich einen mit lauter kleinen Württemberger Piccolos bestückten Adventskalender zu kaufen gibt. Kleiner Ratschlag: Die Türchen kann man getrost zum Frühstück öffnen, die Fläschchen besser erst abends.
Snacks für jeden Tag
Knusper, Knusper, wer knabbert an meinem… Adventskalender? Jeden Tag Schokolade, das bedeutet doch nur Zuckerschock und schlechte Zähne. Viel besser ist eine Snack-Bar, die es in sich hat. Die kommerziellen Angebote, die es in diesem Bereich durchaus gibt, langweilen durch Wiederholung. Spätestens nach zehn Tagen ist man durch, und Chips mit Wasabi-Geschmack oder Exotic-Style müssen nicht sein. Besser man stellt selbst eine, vielleicht sogar nicht völlig ungesunde, Auswahl zusammen: Geröstete Nüsse im Glas, ein leckerer selbst gemachter Dip oder ein Wellenschneider, um Kartoffelscheiben hauchdünn zu schnippeln und in der Pfanne mit feinem Öl (das es hinter dem nächsten Türchen gibt) knusprig zu brutzeln – das ist echter Knabbergenuss, den man auch verschenken kann.
24 gute Taten
Die letzten vier Wochen bis Heiligabend gelten ja als besinnliche Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest. Spätestens da steht ohnehin die große Bescherung an. Ganz gleich, wie oft man betont: „Diesmal schenken wir uns aber nix“ – unterm Baum landet doch wieder Geschenk um Geschenk. Mensch kann wohl nicht anders. Warum also Besinnlichkeit nicht wörtlich nehmen und sich Tag für Tag darauf besinnen, was es im Leben wirklich braucht und was nicht?
All das kann man gut auf 24 Zettel schreiben, einrollen, Schleifchen drum und Nummer drauf, fertig ist der besinnliche Adventskalender der guten Taten. Ein paar Ideen: „Über den Wochenmarkt schlendern“, „einen alten Freund/eine alte Freundin anrufen“ oder „24 Stunden so ressourcenschonend wie möglich leben“. Probieren Sie’s doch einfach mal aus.
Stille Post
Kleine Nachrichten, wichtige Gedanken, Erinnerungen und Träume – im hektischen Alltag bleibt oft wenig Zeit, viel darüber nachzudenken, geschweige denn, es mit anderen zu teilen. Deswegen ist der Brief-Adventskalender die beste Idee, um miteinander ins Gespräch zukommen, loszuwerden, was man schon immer mal sagen wollte, und jemanden in die eigene Gedankenwelt mitzunehmen.
Schon die Herstellung ist ein Geschenk, weil sie Zeit braucht, schließlich sollte jeder Brief handgeschrieben sein. Schnelle, unpersönliche Kalendersprüche mit pauschaler Gültigkeit sind von vorneherein ausgeschlossen. Hinter jedem Türchen und in jedem Säckchen steckt im besten Fall ein persönlicher Brief – also insgesamt 24 Schreiben, die der Empfänger immer wieder lesen und aufbewahren kann.
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