360 Grad: Lidl-Innovation und Großprojekt
In der neuen Folge von 360 Grad gibt es Impressionen aus Bad Wimpfen. Zum einen vom futuristischen Neubau der Lidl-Deutschlandzentrale, zum anderen von den Sanierungsfortschritten des verhüllten Blauen Turms.
Zu sehen ist auch ein Streckenabschnitt des geplanten Shuttle-Bus, der ohne Fahrer vom Bahnhof zur Lidl-Zentrale fahren soll. Zudem geht es im Video um Engagement für regionale Unternehmen, um Innovation und Geschichte, Zivilcourage sowie um Verwaltungsgebäude und Sicherheit.
Turm-Sanierung, autonomes Shuttle und neue Lidl-Zentrale
Wirtschaft
Niemand redet die regionale Wirtschaft schlecht, wenn auf Fehlentwicklungen hingewiesen wird. Die Stimme erheben, bevor es zu spät ist, das ist gerade jetzt, wo die Rahmendaten insgesamt noch gut sind, absolut angesagt. Das breite Bündnis, das sich im - wahrscheinlich leider vergeblichen - Kampf um den Fortbestand von Knorr engagiert, ist ein positives Signal. Angeführt von Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel wird das perfide Spiel der Konzernlenker attackiert. Ein paar Kilometer weiter zeigt der Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig ebenso Flagge, wenn es um die künftige Produktion im Audi-Werk geht. Auch hier herrscht vor allem Unsicherheit. Die "Sprechstunde" mit 5000 Mitarbeitern machte das deutlich. Der Frust der Audianer betrifft auch die aktuelle Werkleitung. Unter Albrecht Reimold oder Fred Schulze wäre man nicht so machtlos gewesen wie heute, heißt es. Daher ist zu befürchten, dass Audi Neckarsulm weder in Ingolstadt noch bei der Konzernmutter in Wolfsburg großartig Gehör findet.
Innovation
Beeindruckend ist dagegen so einiges, was sich derzeit in Bad Wimpfen abspielt. Das ist in erster Linie an der gigantischen Deutschland-Zentrale von Lidl zu sehen, deren Bau am Ortseingang zügig voranschreitet. Ebenso futuristisch wie dieses Großprojekt mutet eine andere Idee an, die der Handelsriese umsetzen möchte. Gegen den Verkehrskollaps und im Sinne der Umwelt helfen nur neue, pfiffige Konzepte. Bad Wimpfen wäre mit einem autonomen Bus-Shuttle landesweit Vorreiter - und unsere gesamte Region würde davon profitieren. Grund genug, darüber zu berichten, auch wenn die Lidl-Presse(verhinderungs)-stelle wohl erst dann eine Berichterstattung für statthaft gehalten hätte, wenn das erste Fahrzeug 2021 fährt. Die Stauferstadt bleibt also im Fokus - auch ob der Sanierung des historischen Blauen Turms, die ebenso voranschreitet. Mit Injektionen des Mörtels zur Mauerwerksicherung, mit Heizlüftern, die für die nötige Temperatur dafür sorgen sollen. Dass dafür 90 000 Kilowattstunden Strom benötigt werden, die eine CO2-Emission von 33 Tonnen verursachen, darüber wird genauso kontrovers debattiert wie über die Plastik-Plane, die den Turm umhüllt.
Zivilcourage
Geschichte geschrieben haben Bürger, die sich selbstlos für andere einsetzen. Hinschauen und sich einsetzen, anstatt wegzulaufen oder als Gaffer Unglücksfälle per Handy zu filmen. Bemerkenswerte Beispiele für solch ein couragiertes Verhalten wurden jetzt in Hohenlohe ausgezeichnet. Der Zivilcouragepreis, den es in Heilbronn schon seit einigen Jahren gibt, wird nun auch im Hohenlohekreis vergeben. Obwohl der Hohenlohekreis zu den sichersten im Land gehört, gibt es auch hier Straftaten und Vorkommnisse, bei denen Betroffene dankbar sind, dass es in unserer Gesellschaft diese Art der Hilfe gibt.
Sicherheit
Wie wichtig der Sicherheitsaspekt ist, das wird an vielen kleinen Dingen deutlich. Drohpotenziale in öffentlichen Gebäuden werden selten thematisiert - aber sie nehmen zu. Schlimm genug, dass in manchen Ämtern private Sicherheitskräfte eingesetzt werden müssen, damit Mitarbeiter, die sich psychisch oder physisch bedrängt fühlen, geschützt werden. Fahrlässig ist heutzutage auch, wie einfach und unkontrolliert man durch Verwaltungsgebäude marschieren kann. So tauchte dieser Tage ein schwer einzuschätzender Bürger unvermittelt im Büro von Heilbronns Oberbürgermeister Mergel auf. Der Heilbronner Polizeipräsident musste nicht nur in diesem Fall darauf hinweisen, dass die Sicherheitsvorkehrungen in Rathäusern mangelhaft sind. Abhilfe tut Not - traurig genug, dass es nicht anders zu gehen scheint.
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