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Heilbronn

15 Kisten Gratisäpfel als Heimat-Offensive

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Heilbronner Wochenmarkthändler machen bei bundesweiter Verteilaktion mit. Sie wollen für regional erzeugte Produkte werben, unter anderem als Beitrag für mehr Klimaschutz. Regionale Erdbeeren werden bis zum ersten Frost geerntet, klärt ein Erzeuger auf.

von Carsten Friese
Jan Böhringer beim Verteilen von heimischen Äpfeln an Marktkunden. 
 Foto: Friese
Jan Böhringer beim Verteilen von heimischen Äpfeln an Marktkunden. Foto: Friese  Foto: Friese, Carsten

15 Kisten Äpfel haben sie für eine besondere Werbeoffensive für heimisches Obst mit auf den Heilbronner Marktplatz gebracht: Im Zuge der bundesweiten Verteilaktion der Bundesvereinigung Obst und Gemüse hat der Hohenloher Obsthof Böhringer am Samstag frisch geerntete "Delbarestival"-Äpfel als Probierhappen an Marktbesucher verschenkt. Mit Info-Karten unter dem Titel "Regional = klimaneutral" kamen die Mitarbeiter mit Kunden ins Gespräch. Es gehe auch darum, den Menschen bewusst zu machen, wie regionale Produkte erzeugt werden, "den Verbraucher wieder näher zum Bauern zu bringen", betonte Jan Böhringer. Man wolle dafür werben, mehr regional und saisonal zu essen - auch, weil es sehr wichtig fürs Klima sei.

Die Kosten fürs Gratis-Obst übernimmt der Bundesverband

Durch Sorten, die reifen und Früchte nachschieben, könne man zum Beispiel bei Himbeeren und Erdbeeren unter Tunneln bis zum ersten Frost Ware ernten. Man habe am Marktstand übers Jahr etwa 95 Prozent regionale Ware, überschlägt er. Die Resonanz am Stand sei gut, viele Bürger blieben zum Gespräch stehen und nähmen einen Apfel mit, berichtete Maja Böhringer. Die Kosten für die verteilten Äpfel übernimmt der Bundesverband.


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Marktbesucherin Birgit Menzel ist es wichtig, regionale Ware zu kaufen, etwas für die Umwelt zu tun und regionale Erzeuger zu unterstützten. Ware mit kurzen Wegen sei sicher gesünder als Produkte, die über Schiffe kommen und noch irgendwo in Warenlagern lägen.

Ein Ziel: Die Hemmschwelle für deutsches Obst senken

Auch Marktbeschicker Ulrich Fritz vom Obst- und Gemüsestand Häußermann/Fritz findet die Werbeoffensive mit dem Logo "Geerntet in Deutschland" gut. Er hat in Stuttgart einen Infostand aufgebaut. Es sei nötig, die "Hemmschwelle" für deutsches Obst zu senken und mehr über deutsche Produkte zu reden. Der Klimaschutz ist auch für ihn ein wichtiges Argument. "Man muss doch nicht Äpfel aus Südafrika hierher verschiffen. Wir haben auch im Januar Äpfel", betont er. Und aktuell sei die Ware ohnehin so gut wie komplett einheimisch.

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