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Ermittlungen gegen Brigade N’Hamedu

Razzia gegen eritreische Terrorgruppe: Durchsuchung in Schwaigerner Asylunterkunft

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Eine Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder der als terroristisch geltenden Vereinigung Brigade N’Hamedu hat Ermittler des Bundeskriminalamts am Mittwochmorgen auch in den Landkreis Heilbronn geführt – konkret in eine Asylunterkunft in Schwaigern.


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Ermittler des Bundeskriminalamts haben am Mittwochmorgen eine Asylunterkunft in Schwaigern durchsucht, in der ein mutmaßliches Mitglied der terroristischen Vereinigung Brigade N’Hamedu leben soll. Diese Vereinigung verfolgt laut Generalbundesanwaltschaft das Ziel, die autoritäre eritreische Regierung zu stürzen – Gewalt erachte sie als legitimes Mittel.

Bewohner: Polizei durchsucht Zimmer in Schwaigerner Gemeinschaftsunterkunft

Bewohner der Schwaigerner Gemeinschaftsunterkunft berichten übereinstimmend, dass Polizisten am frühen Morgen im Gebäude am Traubenkreisel das Zimmer des Beschuldigten durchsucht hätten. Außerdem sei der Mann von Ermittlern abgeführt worden, sagt ein Flüchtling aus dem Iran, der sich überrascht zeigt über das Polizeiaufgebot. Bereits am frühen Morgen gegen 6 Uhr habe es bei ihm an der Zimmertür geklopft. Die Polizisten seien freundlich gewesen, hätten aber alles durchsucht und sich insbesondere für digitale Geräte des Beschuldigten interessiert, berichtet er. Er habe seinen Mitbewohner aus Eritrea immer als „sehr still“ wahrgenommen.

Festnahmen seien bei der Razzia nicht erfolgt, auch in Schwaigern nicht, sagt dagegen eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft. Es könne allerdings sein, dass der Betroffene zur Vernehmung mit den Beamten mitgekommen sei.

In dieser Asylunterkunft in Schwaigern soll ein Mitglied einer als terroristisch geltenden Vereinigung leben.
In dieser Asylunterkunft in Schwaigern soll ein Mitglied einer als terroristisch geltenden Vereinigung leben.  Foto: Hoffmann, Adrian

Razzien in Deutschland: Beschuldigte sollen leitende Funktionen innerhalb der Brigade übernommen haben

Eine weitere Durchsuchung in Baden-Württemberg fand am Mittwochmorgen in Stuttgart statt. Bundesweit waren es insgesamt 19 Objekte, die die Ermittler im Visier hatten – unter anderem noch in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Die Ermittlungen richten sich einer Pressemitteilung der Generalbundesanwaltschaft zufolge gegen 17 namentlich bekannte Beschuldigte. Sie werden verdächtigt, die inländische terroristische Vereinigung Brigade N’Hamedu entweder mitbegründet zu haben oder Mitglied zu sein. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen sollen die Beschuldigten in Deutschland leitende Funktionen innerhalb der als terroristisch geltenden Vereinigung übernommen haben. Der Ableger in Deutschland sei spätestens seit dem Jahr 2022 aktiv und verfolge sein Anliegen auch durch Gewaltaktionen gegen Veranstaltungen in Deutschland, die von der eritreischen Regierung unterstützt würden. 

Razzia soll Verdachtsmomente erhärten – Keine weiteren Infos zu Person in Schwaigern 

Es besteht den Ermittlern zufolge der Verdacht, dass die Brigade N’Hamedu gewaltsame Ausschreitungen anlässlich des sogenannten Eritrea-Festivals in Gießen im August 2022 und August 2023 sowie des Seminars eines eritreischen Vereins in Stuttgart im September 2023 orchestriert hat. Bei diesen Ausschreitungen waren zahlreiche Polizeibeamte zum Teil erheblich verletzt worden. Die jetzige Razzia diene dazu, diesen Verdacht zu objektivieren.

Die Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft macht mit Verweis auf laufende Ermittlungen keine weiteren Angaben zum Fall. Da der Mann in Schwaigern nicht festgenommen worden sei, benenne man auch sein Alter nicht. Es gehe außerdem auch nicht in allen Fällen zwangsläufig um Akteure, die an Ausschreitungen teilgenommen hätten. Es könne auch sein, dass Einzelne nur Spendengelder für die Vereinigung sammelten oder um Mitgliedergewinnung bemüht waren.

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