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Baustart in Neuenstadt: Rathaus-Neubau beginnt mit Straßenausbau

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Der Bau der neuen Anbindung an die L1088 in Neuenstadt schreitet zügig voran und ist eine wichtige Voraussetzung für den Rathaus-Neubau. Mitte März ist der Abriss von drei Gebäuden geplant.

Die Nordstraße wird hinter dem bestehenden Rathaus an die Ortsumgehung angeschlossen. Im Anschluss erfolgt der Bau des neuen Rathauses an der Kochergasse.
Die Nordstraße wird hinter dem bestehenden Rathaus an die Ortsumgehung angeschlossen. Im Anschluss erfolgt der Bau des neuen Rathauses an der Kochergasse.  Foto: Müller, Katharina

Der Bau des neuen Rathauses in Neuenstadt beginnt mit dem Bau einer Straße. Damit der Baustellenverkehr gut funktioniert, wird in einem ersten Schritt die Nordstraße mit der Umgehung (L1088) verbunden. So müssen schwere Lastwagen und Baustellenfahrzeuge nicht durch die Stadt und die engen Straßen hinter dem Rathaus fahren. „Die Baustellenzufahrt wird später zur neuen Straße“, erklärt Bürgermeister Andreas Konrad.

Zentrales Projekt in Neuenstadt ist der Rathausbau: Bald führt Nordstraße auf die Ortsumgehung

Eine Linksabbiegespur gibt es auf der Umgehungsstraße bereits. Die Anbindung der Nordstraße ist bereits im Bebauungsplan „Nördliche Kernstadt 1. Änderung“ seit Dezember 2007 rechtskräftig enthalten. Bisher gab es jedoch keine Notwendigkeit, sie zu bauen. Durch den Rathausneubau, der im Mai starten soll, hat sich das geändert. 

Zu Einschränkungen für den Verkehr kommt es durch die Baustelle an der Nordstraße nicht, sagt Bauamtsleiterin Stefanie Miene. Lediglich Parkplätze würden wegfallen, die später wieder neu angelegt würden. Die Anlieferung des Sopo-Marktes sowie die Zufahrt zur angrenzenden Firma Schäfer sei während der gesamten Bauphase uneingeschränkt möglich. Die Stadt sei mit den Inhabern in Kontakt. 

Rathaus-Neubau in Neuenstadt: Parkplätze fallen durch die Baustelle an der Nordstraße weg

Lediglich für Radfahrer könne der Weg von den Lebensmittelmärkten in Richtung Nordstraße nicht mehr genutzt werden. Der offizielle Kocher-Jagst-Radweg führe aber ohnehin durch die Hauptstraße, bemerkt Bürgermeister-Assistentin Miriam Brütsch. Es könne auch der Aufzug von den Märkten hoch zur Lindenstraße mit dem Rad genutzt werden. Die Anbindung sei also auch mit dem Rad weiterhin gut. 

„Wir kommen gut voran“, beurteilt Stefanie Miene die Baustelle, die seit Ende 2024 läuft. Das Wetter habe kurzzeitig mal zu einem Stillstand geführt, aber insgesamt seien die Arbeiter sogar „fast schneller als geplant“. Es fanden Tiefbau- und Leitungsarbeiten statt. Derzeit werde der Boden verdichtet und der Vorausbau der Straße gemacht. Der Endausbau erfolge erst, wenn das neue Rathaus stehe. Ende April soll die Baustraße und die neue Verbindung zur L1088 fertig sein. Die bestehende Lärmschutzwand bleibe.

Drei Gebäude an der Kochergasse in Neuenstadt werden Mitte März abgerissen

Drei leerstehende Gebäude an der Kochergasse werden Mitte März abgerissen, gibt die Bauamtsleiterin den weiteren Zeitplan vor. Die Fläche sowie ein derzeit noch genutzter Schotterparkplatz werden für den Neubau benötigt. Dieser entsteht laut Bürgermeister Konrad komplett in Holzbauweise und berücksichtige die neuesten energetischen Maßstäbe. „Nachhaltigkeit ist uns dabei wichtig.“ Für den Neubau fallen Kosten von sechs Millionen Euro an. Die Sanierung des Bestandsgebäudes, die im Anschluss ansteht, kostet rund vier Millionen Euro. Die Stadt bekommt Zuschüsse von circa fünf Millionen Euro, ist Gemeinderatsunterlagen von Mai 2024 zu entnehmen. 

Im März wird der Gemeinderat über ein größeres Vergabepaket zum Rathausneubau entscheiden, sagt Andreas Konrad. „Dann ist die Kostensituation klar.“ Für den Neubau sei eine Bauzeit von eineinhalb Jahren angesetzt. Danach sei der Umzug vom alten ins neue Gebäude geplant, bevor die Sanierung des Bestands stattfinden könne. „Während der Sanierung braucht es aber auch provisorische Büros“, so Konrad. Durch zwei Bauabschnitte sei die Situation für die Mitarbeiter aber trotzdem komfortabel.

Platzverhältnisse im Neuenstadter Rathaus sind sehr beengt

Derzeit arbeiten 46 Personen in der Verwaltung. Der Neubau ist auch deshalb notwendig, weil die Platzverhältnisse sehr beengt sind, führt der Rathauschef aus. Künftig sollen modernere Arbeitsplätze entstehen. Trotzdem bekenne man sich zur Hauptstraße und belasse die publikumsintensiven Bereiche wie etwa das Bürgerbüro im Altbau. So trage man auch weiter zur Frequenz in der Innenstadt bei. „Der Haupteingang bleibt so wie man ihn kennt.“ Zum Beispiel solle das Trauzimmer künftig wieder in Richtung Rathausplatz zu finden sein. Der Sitzungssaal sei künftig aber im Neubau. 

Dass der Rathausbau starte, sei ein gutes Zeichen, sagt Miriam Brütsch. An vielen Stellen in der Stadt wie am Marktplatz, am Torturm oder am Lindenplatz seien der Verwaltung die Hände gebunden, um eine Aufwertung zu erreichen. Umso erfreulicher, dass man an anderer Stelle etwas bewegen könne.

Was mit einem Zwischenbau passiert, ist noch unklar

Wenn der Rathaus-Neubau fertig und das Bestandsgebäude saniert ist, wird das Gebäude zwischen Rathaus und Kreissparkasse voraussichtlich nicht mehr von der Verwaltung genutzt, sagt Miriam Brütsch. Was mit dem Zwischenbau passiere, sei noch unklar. Räume könnten zum Beispiel an eine Kanzlei oder andere Nutzer vermietet werden.

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