Angeklagte sollen rivalisierende Dealer in Bad Friedrichshall ausgeraubt haben
Der Prozess um drei Männer, die sich mit Rauschgifthandel ihren Lebensunterhalt finanziert haben sollen, hat in Heilbronn begonnen. Auch ein bewaffneter Raubüberfall wird ihnen vorgeworfen. Der Andrang im Gerichtssaal war groß.
Drei Männer müssen sich seit Montag, 17. März, unter anderem wegen bewaffneten Drogenhandels vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Sie befinden sich seit Anfang August 2024 in Untersuchungshaft.
Mutmaßliche Drogendealer angeklagt – Großes Interesse in Heilbronn
Das Interesse an dem Prozess war groß: Mehr als die Hälfte der Besucher musste abgewiesen werden. Der Saal bietet rund 20 Sitzplätze, schätzungsweise waren jedoch mehr als doppelt so viele Menschen gekommen – hauptsächlich Familienangehörige oder Bekannte der Angeklagten.
Die Stimmung war zeitweise angespannt. Ein Mann musste in Begleitung eines Polizisten das Landgericht verlassen. Laut einer Zeugin war er zuvor wegen eines Streits mit einer anderen Person laut geworden.
„Beträchtliche Einnahmequellen“ durch Drogenhandel im Heilbronner Raum?
Die Anklage umfasst 14 Taten, die sich insgesamt auf knapp elf Kilogramm Cannabis, 25 Gramm Kokain und rund 780 Tilidin-Tabletten beziehen sollen. Von einem „schwunghaften Handel“ im Heilbronner Raum sprach die Staatsanwaltschaft bei der Verlesung der Anklageschrift. Die Männer hätten sich damit beträchtliche Einnahmequellen erschlossen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Der Drogenhandel soll zwischen August 2023 und August 2024 stattgefunden haben. Übergaben erfolgten unter anderem in einer Unterführung nahe einer Schule in Brackenheim sowie auf einem Friedhof.
Angeklagten wird Raubüberfall in Bad Friedrichshall-Kochendorf vorgeworfen
Zusätzlich wird den Angeklagten eine Raubtat vorgeworfen: Am 26. Juni 2024 sollen sie in Bad Friedrichshall-Kochendorf mit Sturmhauben maskiert und bewaffnet mit einem Messer, einer Axt und Pfefferspray konkurrierende Rauschgiftdealer überfallen haben.
Dabei hätten sie sechs Kilogramm Marihuana im Wert von 24.500 Euro sowie zwei Kilogramm Haschisch entwendet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, dabei Pfefferspray eingesetzt zu haben: Jeden Widerstand hätten sie durch die Androhung von Gewalt im Keim erstickt, so die Anklage.
Bei späteren Wohnungsdurchsuchungen fanden Ermittler bei den Angeklagten unter anderem einen als Taschenlampe getarnten Elektroschocker, ein Klappmesser und Pfefferspray.
Angeklagter in Heilbronn vor Gericht – „Habe großes Drogenproblem“
Zum Prozessauftakt äußerte sich einer der Angeklagten zu seiner Person. Er gab an, die Förderschule abgebrochen zu haben, um seinen Vater im Schrotthandel zu unterstützen. Über seinen Strafverteidiger ließ er erklären, dass er sich zum Raubüberfall habe überreden lassen, da er selbst ein „großes Drogenproblem“ habe. Er habe gehofft, auf diesem Weg selbst an Betäubungsmittel zu gelangen und sie konsumieren zu können.
Es habe Phasen in seinem Leben gegeben, in denen er täglich Tilidin oder Kokain einnahm und unter Psychosen litt. Die Axt und das Messer beim mutmaßlichen Überfall seien als Drohmittel gedacht gewesen, aber nicht zum Einsatz gekommen.
Am 20. März wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann könnten sich auch die beiden anderen Angeklagten zu ihrer Person oder zur Sache äußern.
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