Löwenstein droht Verlust der Postfiliale – nur Automat könnte bleiben
Die Deutsche Post lässt derzeit von der Bundesnetzagentur prüfen, ob Postfilialen durch Automaten ersetzt werden können. Ein Beispiel ist die Filiale in Löwenstein – doch es könnten weitere in der Region Heilbronn folgen.
Örtliche Postfilialen sind für viele Menschen eine praktische Anlaufstelle, etwa für Beratung und den persönlichen Kontakt bei unterschiedlichen Anliegen. Das sind nur einige Leistungen, die auch von der Universaldienstfiliale in der Maybachstraße 35 in Löwenstein abgedeckt werden. Künftig könnte die Filiale jedoch wegfallen. Denn die Deutsche Post lässt derzeit durch die Bundesnetzagentur prüfen, ob eine Umstellung auf eine automatisierte Poststation anstelle einer Universaldienstfiliale in Löwenstein möglich ist.
Bald nur noch automatisierte Poststation in Löwenstein?
Je nachdem, wie die Bundesnetzagentur gemäß den Vorgaben des aktuellen Postgesetzes entscheidet, soll es nur noch die automatisierten Poststation in der Maybachstraße 9 geben. Dabei ist Löwenstein kein Einzelfall – die Post lässt weitere Standorte in der Region Heilbronn untersuchen.

„Wir prüfen regelmäßig Wirtschaftlichkeit und Bedarf, um unser Servicenetz entsprechend weiter zu verdichten, sei es mit Verkaufsstellen oder Automaten wie Post- und Packstationen“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Post auf Stimme-Nachfrage. Die Einrichtung von Postfilialen, insbesondere in ländlichen Gebieten mit wenig ausgeprägter Einzelhandelsinfrastruktur sei nach wie vor sehr herausfordernd. Man müsse immer wieder mit Geschäftsaufgaben von Filialpartnern rechnen. Die Post wolle aber weiterhin vor Ort sein, mit 12.600 Universaldienstfilialen übertreffe man die gesetzlich geforderte Zahl von mindestens 12.000 „deutlich“.
Deutsche Post: Automatisierte Stationen werden gut angenommen
Grundsätzlich geht es in dem Antrag um die Anerkennung der Poststation als Filialersatz. Die Poststation würde die gleichen Leistungen erbringen, die standardmäßig in einer Postfiliale nachgefragt werden, so der Sprecher weiter. Sie biete „eine vollwertige Versorgung mit Postdienstleistungen rund um die Uhr“. Bereits an über 70 Orten würden Poststationen Filialen ersetzen, „und das mit hoher Akzeptanz“. Vom Antrag selbst lasse sich „keine Aussage über die zukünftige Entwicklung unseres Servicenetzes an dem jeweiligen Standort ableiten“.
Details finden sich im Antrag der Post an die Bundesnetzagentur, der unserer Redaktion vorliegt. Darin ist von einem Schließdatum für die Löwensteiner Filiale „nach Anerkennung“ durch die Bundesnetzagentur die Rede. Der Antrag ist auch der Stadt Löwenstein zur Stellungnahme zugegangen. Nach Einschätzung von Bürgermeister-Stellvertreter Harald Koppenhöfer wird die Antwort der Stadt allerdings „leider vermutlich keinen großen Einfluss auf die Entscheidung“ der Bundesnetzagentur haben. Eine entsprechende städtische Antwort hat er bereits formuliert. Man bedauere es, wenn die Postfiliale geschlossen werde, heißt es darin.
Besonders bitter und enttäuschend sei, dass dem Gemeinderat im November 2024 versichert worden sei, die automatische Poststation solle lediglich eine Ergänzung darstellen und keinen Ersatz für die Postfiliale. Das Vorgehen der Post „heißen wir nicht gut. Wir fordern den Weiterbetrieb der Filiale“, schreibt Koppenhöfer.

Post kann in Löwenstein angeblich keine Partnerfilialen einrichten
Der Post-Antrag beinhaltet außerdem eine Übersicht über Gewerbetreibende vor Ort, die hinsichtlich einer Filialpartnerschaft angefragt wurden. „Trotz intensiver Bemühungen“ sei es nicht gelungen, einen Partner für die Einrichtung einer Universaldienstfiliale zu finden, erklärt die Post. Die angefragten Gewerbetreibenden verfügten entweder nicht „über ein den Anforderungen an einen ordnungsgemäßen Filialbetrieb genügendes Ladenlokal“, oder sie hätten kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Post gezeigt. Eine Postfiliale im Eigenbetrieb zu führen, so wie in der Maybachstraße, sei aber wirtschaftlich nicht zumutbar – trotz kurzer täglicher Öffnungszeiten sei dies mit erheblichen Kosten verbunden, argumentiert die Post in ihrem Antrag.
Er selbst habe bei sechs der genannten Gewerbetreibenden nachgefragt, sagt Bürgermeister-Stellvertreter Koppenhöfer, bei keinem davon habe sich die Post gemeldet. Auch seien weder die Mitarbeiterinnen der Postfiliale noch die Verpächterin der Räumlichkeiten darüber informiert worden, dass die Post eine Schließung prüfen lässt. Zudem kritisiert Koppenhöfer, dass in dem Dokument, das Ende Dezember 2025 an die Stadt ging, die Namen der befragten Gewerbetreibenden geschwärzt wurden. Dass die Post diese aus Datenschutzgründen nicht weitergebe, hält er für vorgeschoben.
Postfiliale in Löwenstein: Entscheidung der Bundesnetzagentur steht noch aus
Die Bundesnetzagentur geht auf Nachfrage nicht darauf ein, inwiefern überprüft wird, ob die Post tatsächlich mit den Gewerbetreibenden gesprochen hat. Die Stadt Löwenstein könnte aber Kontakte von Gewerbetreibenden, die an einer Filialpartnerschaft interessiert sind, an die Deutsche Post weitergeben. Wann die Anerkennung des Antrags im Fall Löwenstein erfolgt, kann ebenfalls nicht pauschal beantwortet werden. Bis eine Entscheidung getroffen ist, muss die Post die Postfiliale weiter betreiben.
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