Sorge vor Personalmangel bei der Polizei: An mehr Nachwuchs führt kein Weg vorbei
Um genügend Polizisten auszubilden, müssen mehr Auszubildende eingestellt werden. Wer Sicherheit möchte, muss sich die auch etwas kosten lassen, meint unser Autor.
Klappern gehört zum Handwerk. Sowohl von der Opposition als auch von den Gewerkschaften. Auch die FDP, langjährige Koalitionspartner der CDU im Ländle, sieht die Entwicklung beim Polizei-Personal mit Skepsis. Der Ruf nach mehr Polizisten ist seit Jahren ein Evergreen.
Die Polizei steht im Wettbewerb zur freien Wirtschaft, zum Handwerk, Sie alle sind auf der Suche nach Auszubildenden. Im Handwerk sogar händeringend. Knapp 35.000 Ausbildungsstellen im Land bleiben unbesetzt.
Polizei leidet unter Personalmangel: Abbrecherquote nicht berücksichtigt?
Von daher kann der Innenminister glücklich sein, dass zumindest das Soll an Auszubildenden für den Polizeiberuf erreicht ist. Was er offenbar nicht berücksichtigte, ist die Abbrecherquote von etwa 20 Prozent. Sie kehren dem Polizeiberuf noch vor dem Ende ihrer Ausbildung den Rücken.
Die Forderung, mehr Auszubildende einzustellen als später gebraucht werden, ist vor diesem Hintergrund der richtige Weg. Ob dies so einfach möglich ist, ist eine andere Frage. Selbst mit der Idee, den Polizeiberuf zusätzlich für Anwärter mit Migrationshintergrund zu ermöglichen, steht nicht genügend Personal zur Verfügung.
Um mit der Zeit zu gehen, wird sich der Polizeiberuf attraktiver darstellen müssen. Wer sich für den Beruf entscheidet, muss berücksichtigen, dass in vielen Fällen Schichtdienst dazugehört. Der Polizeiberuf ist so interessant wie das Leben. Und das macht keine Pause.
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