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Verdächtiger Anruf

Falscher Dachdecker am Telefon: Aufmerksamer Fleiner deckt Betrugsmasche auf

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Am Telefon baut ein vermeintlicher Dachdecker Druck auf einen Rentner aus Flein auf. Dieser schöpft einen Verdacht, der sich kurz darauf als genau richtig entpuppt. 


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Das kommt ihm gleich seltsam vor: Als bei einem Rentner in Flein (Landkreis Heilbronn) an diesem Donnerstagvormittag, 23. April, das Telefon klingelt, gibt sich der Anrufer als Mitarbeiter einer Dachdecker-Firma aus. „Der Anrufer hat behauptet, beim Fahren durch unsere Straße sei seinen Mitarbeitern aufgefallen, dass unser Dach in schlechtem Zustand ist“, berichtet der Senior gegenüber der Heilbronner Stimme. Der Mann habe angekündigt, seine Dienste anbieten und vorbeikommen zu wollen. „Ich war mir gleich sicher: Das ist ein Betrüger – und habe aufgelegt.“

Offenbar liegt der geistesgegenwärtige Senior mit seinem Verdacht genau richtig: Als er daraufhin die Nummer des Anrufers notieren will, wird im Display seine eigene Telefonnummer an. Seine Schlussfolgerung: „Offenbar handelt es sich bei dem Anrufer um ein Mitglied einer professionell agierenden Betrüger-Bande.“

Polizeipräsidium Heilbronn: Bei Telefonbetrug am besten sofort auflegen

Nach Einschätzung von Vesna Pitters-Engel hat der Fleiner genau richtig gehandelt: „Wenn man den Verdacht hat, dass ein Betrüger am Telefon ist, sollte man sich auf keinen Fall auf ein Gespräch einlassen und Informationen herausgeben. Das Beste ist: Man legt sofort auf“, berichtet die Sprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn. 

Vor allem Rentner werden Opfer fieser Telefonbetrüger.
Vor allem Rentner werden Opfer fieser Telefonbetrüger.  Foto: Roland Weihrauch

Bei der Betrugsmasche der falschen Dachdecker versuchen Kriminelle, mit behaupteten Schäden Druck bei den späteren Opfern aufzubauen und sie so zu raschen Reparaturaufträgen zu drängen. Die Angerufenen sollen dann mit Bargeld in Vorleistung gehen. Entsprechende Arbeiten als Gegenleistung erhalten sie dabei nicht.

Region Heilbronn: Telefonbetrug dauerhaft ein Thema

Dass sich die Dachdecker-Betrugsmasche im Gebiet des Polizeipräsidiums Heilbronn häuft, kann Sprecherin Pitters-Engel nicht bestätigen. Sie erklärt aber: „In der Region haben wir ein dauerhaft hohes Niveau an Telefonbetrugsversuchen.“ Dazu zählen zum Beispiel Enkeltrick-Betrug oder Schock-Anrufe, in denen Kriminelle etwa vorgeben, von der Staatsanwaltschaft zu sein und behaupten, ein Angehöriger des Angerufenen habe einen Unfall verursacht. Nur unter Herausgabe von Bargeld komme der angebliche Unfall-Verursacher wieder auf freien Fuß.

„Kürzlich hatten wir einen Fall, dass jemand von einem angeblichen Bank-Mitarbeiter angerufen wurde. Der Betrüger behauptete dann, die Konten des Angerufenen seien gehackt worden.“ Unter dieser künstlich erzeugten Drucksituation versuchen die Betrüger, an die Konto-Zugangsdaten zu kommen, sodass dann aus dem vermeintlich gehackten Konto tatsächlich eine reale Situation wird.

Falsche Polizeibeamte erbeuten in Region sechsstelligen Betrag

Polizeisprecherin Pitters-Engel: „Die Telefonbetrugsmaschen sind vielfältig. Immer wieder geben sich die Anrufer auch als falsche Polizeibeamte aus.“ Bei diesem Vorgehen versuchen Kriminelle die späteren Geschädigten unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, Geld oder Wertgegenstände an vermeintliche Beamte zu übergeben. Mitte April 2026 haben Telefontrickbetrüger bei einem 62-Jährigen in Marbach am Neckar Bargeld und Goldmünzen im sechsstelligen Wert erbeutet.

Um sich zu schützen, sollte man am Telefon nie über persönliche und finanzielle Verhältnisse sprechen. Und selbst, wenn man rasch aufgelegt und den Betrug damit erfolgreich vermieden hat, sollte man die Polizei über den Versuch informieren. Vesna Pitters-Engel: „Es ist wichtig, dass wir über das Vorkommen der Fälle Bescheid wissen und entsprechende Warnungen herausgeben können.“

In Reutlingen hat ein Senior einem Telefonbetrüger eine Falle gestellt, sodass die Polizei einen 18-Jährigen überführen konnte.

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